Sony Ericsson W300i

von Kent German am , 10:14 Uhr

Pro
  • gute Gesprächsqualität
  • erstklassiger MP3-Player
  • großzügige Funktionsausstattung
Con
  • schlecht konzipierte Bedienknöpfe und Keypad-Tasten
  • schlechte Bildqualität
Hersteller: Sony Ericsson Listenpreis: 260 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,6 von 10 Punkte
Fazit:

Das W300i von Sony Ericsson ist ein preisgünstiges Einsteigermodell mit MP3-Player und VGA-Kamera. Die zahlreichen Funktionen machen die offensichtlichen Mängel hinsichtlich Konzeption und Performance wieder wett.

Auch wenn das Sony Ericsson W300i einige Mängel hinsichtlich Konzeption und Performance hat, ist es dennoch ein gutes und einfaches MP3-Handy.

Während die letzten Walkman-Handys mit den teuersten Funktionen ausgestattet waren, möchte das W300i ein Low-End-Walkman-Handy sein. Auch wenn man immer noch Bluetooth, eine VGA-Kamera und die ganze Walkman-Musik-Kompatibilität bekommt, wirkt es insgesamt gegenüber Modellen wie dem Sony [1] Ericsson W810i wie ein Schritt nach unten.

Einige Details der Konzeption sind nicht gerade überwältigend, aber dafür ist die Gesprächsqualität ausgesprochen gut. Schön ist auch, dass Sony Ericsson mit diesem preisgünstigen Gerät der breiten Masse mobilen Musikgenuß ermöglicht.

Design

Bis jetzt hat Sony Ericsson an den Swivel- und Candy-Bar-Designs für seine Walkman-Handys festgehalten, es ist daher erfreulich, dass sie mit dem W300i nun ein Klapphandy herausbringen. Äußerlich ist es ziemlich attraktiv, die getestete Version ist schwarz, aber das Gerät ist auch in Weiß erhältlich. Es ähnelt den anderen Klapphandys des Herstellers nicht besonders; die klaren Linien, die ösenförmige Antenne und der strukturierte Deckel unten auf der Vorderklappe fallen positiv auf. Das Handy ist mit seinen 90 mal 47 mal 24 Millimetern relativ kompakt, so dass es leicht in die meisten Taschen passt. Es ist für seine Größe mit 94 Gramm auch recht leicht, der Nachteil ist allerdings, dass die gesamte Konstruktion etwas zerbrechlich wirkt. In der Praxis gibt es keine Probleme mit dem Handy, aber es fühlt sich fast zu leicht in der Hand an.

In der Mitte der Vorderklappe befindet sich das briefmarkengroße externe Display. Dabei handelt es sich um ein Schwarz-Weiß-Display, dass die üblichen Informationen wie Datum, Uhrzeit, Batterielaufzeit, Signalstärke und Anruferkennung anzeigt. Man kann die Zeit für die Hintergrundbeleuchtung nicht einstellen, um das Display zu aktivieren genügt ein kurzes Antippen des Lautstärkereglers.

Oberhalb des Displays befinden sich das Objektiv der VGA-Kamera und ein Spiegel für Selbstporträts, einen Blitz hingegen sucht man vergeblich. Der Lautsprecher ist oben auf der Rückseite untergebracht. Die Lautstärkeregelung befindet sich zusammen mit einem Knopf, mit dem der Musikplayer aktiviert und das Abspielen gestartet oder unterbrochen wird, auf der linken Schmalseite. Der Infrarot-Anschluss ist auf der rechten Schmalseite, die Anschlussbuchsen für das Ladeteil, das kabelgebundene Headset und das USB-Kabel befinden sich auf der Unterseite des Handys. Ein Konzeptionsfehler des neuen Walkman-Handys ist, dass man nicht zwei Kabel gleichzeitig anschließen kann.

Auf der Innenseite des Handys befindet sich das interne 1,75-Zoll-Display (128 mal 160 Pixel). Bei Sony Ericsson sind die Displays immer gut, und das des W300i bildet hier keine Ausnahme. Es ist hell und leuchtend und zeigt alle 262.144 Farben schön an. So ist es bestens zum Betrachten von Fotos und Videos, zum Spielen und zum Scrollen durch die benutzerfreundlichen Menüs geeignet. Man kann die Helligkeit regeln, aber nicht die Schriftgröße oder die Dauer der Hintergrundbeleuchtung.

Verbesserungsfähig sind die Navigations- und Keypad-Tasten. Auch wenn es beim W810i positive Fortschritte gab, zeugt das W300i von der Rückkehr zu schlechten Gewohnheiten. Der 5-Wege-Wippschalter ist groß und dient als Shortcut-Taste für den Zugriff auf vier benutzerdefinierte Funktionen, doch schließt er bündig mit der Oberfläche des Handys ab, und es dauert einige Zeit, bis man sich die Bedienung gewöhnt hat. Die flachen Softkeys, die Lösch-Taste und die Zurück-Taste liegen weit vom Wippschalter entfernt, doch sind sie angesichts der Größe des Handys recht klein.

Die Tasten des Keypads sind noch schlimmer. Konzipiert wie sich überlappende Kreise, schließen sie flach an die Oberfläche des Handys an. Außerdem verrutscht man leicht, was während des Tests einige Male zum Verwählen führt. Darüber hinaus eignen sie sich nicht für das schnelle Erstellen von Texten. Ein Pluspunkt ist die helle orangefarbene Hintergrundbeleuchtung. Unterhalb der Tasten befinden sich ein spezieller Einschaltknopf und ein Knopf, mit dem man den Walkman-Player aktiviert, doch sind beide zu klein. Der Einschub für den Memory Stick Micro befindet sich unter dem Kunststoff-Batteriedeckel, doch zum Glück muss man die Batterie nicht herausnehmen, um ihn zu erreichen.

Das W300i hat ein Telefonbuch für bis zu 1000 Kontakte, wobei für jeden Eintrag Platz für fünf Telefonnummern, E-Mail- und Internet- sowie dienstliche und private Adresse, ein Geburtstag und Notizen ist. Bei Bedarf fasst die SIM-Karte weitere 250 Namen. Man kann Kontakte nach Gruppen sortieren, sie mit einem Foto für eine Anruferkennung verbinden oder ihnen einen von 28 40-stimmigen polyphonen Klingeltönen zuordnen. Auch MP3-Klingeltöne werden unterstützt, doch werden keine Fotos für die Anruferkennung auf dem externen Display angezeigt. Weitere Funktionen sind ein Vibrationsmodus, Text- und Multimedia-Nachrichten, Sprachwahl, ein Terminkalender, eine Aufgabenliste, ein Notizblock, ein Taschenrechner, ein Wecker, eine Stoppuhr und ein Codespeicher, in dem man Passwörter und andere sichere Informationen speichern kann.

Mit der Aufnahmefunktion kann man Sprachnotizen und Anrufe aufnehmen, wobei die Aufnahmelänge durch den verfügbaren Speicher begrenzt ist. Auch wenn das W300i als Walkman-Handy der Einstiegsklasse eingestuft wird, kommt es doch mit einer ganzen Reihe geschäftstauglicher Applikationen. Dazu zählen eine Freisprecheinrichtung, PC-Synchronisierung für Kontakte und Terminkalender, ein Newsreader für den Zugriff auf RSS-Feeds sowie Unterstützung für USB-Kabel und komplettes Bluetooth, das nicht nur für den Anschluss eines Headsets, sondern auch für den drahtlosen Austausch von Dateien und elektronischen Visitenkarten geeignet ist. Und wie viele andere Sony-Ericsson-Handys kann man das Handy auch als Modem benutzen und die Bluetooth-Funktion als Fernsteuerung für die Verbindung mit anderen Bluetooth-Geräten verwenden.

Der Walkman-Musikplayer des W300i unterscheidet sich nur geringfügig von dem anderer Handys dieser Reihe. Er unterstützt zahlreiche Formate, darunter MP3-, MP4-, 3GP-, AAC- und WAV-Dateien. Öffnet man den Player, gelangt man gleich in das Hauptmenü, wo man die Musik nach Künstler oder Titelname oder auch anhand von Playlisten organisieren kann. Als Einstellungen stehen Album-/Titel-Shuffle und -Loop, Sonys Mega-Bass und ein Equalizer zur Verfügung. Das Umschalten zwischen Musikplayer- und Handy-Betrieb funktioniert nahtlos, denn die Musik stoppt sofort, wenn man einen Anruf erhält. Wenn man das Gespräch beendet hat und die spezielle Musiktaste drückt, wird das Lied da fortgesetzt, wo es unterbrochen wurde. Praktisch ist der Flugzeugmodus, bei dem man Musik hören kann, das eigentliche Handy jedoch abgeschaltet ist. der Player lässt sich minimieren, während man andere Funktionen benutzt.

Die Musikkapazität wird durch den verfügbaren Speicher begrenzt. Der eingebaute Speicher ist mit 20 MByte recht klein, und da sich die verschiedenen Anwendungen diesen Speicher teilen, kann der tatsächlich verfügbare Speicher noch geringer sein. Empfehlenswert ist, sich einen Memory Stick Micro für zusätzliche Kapazität zu kaufen; das getestete Handy kam mit einer 512-MByte-Karte.

Man bekommt die Musik relativ leicht auf das Handy. Neben der Übertragung anhand des mitgelieferten USB-Kabels und der Disc2Phone-Software kann man Lieder auch per E-Mail, Multimedia-Nachricht, Bluetooth oder Infrarot übertragen. Auch ein UKW-Radio mit 20 voreingestellten Sendern ist vorhanden, aber man muss es mit einem Headset verwenden, das als Antenne fungiert. Man kann es so einstellen, dass es automatisch nach Radio-Data-System-(RDS-)Informationen von Sendern, die ihre Namen und Rufkennung digital ausstrahlen, sucht und sie speichert. Das Radio kann auch als Wecker eingesetzt werden.

Da das W300i für durchschnittliche Handybenutzer gedacht und ausgelegt ist, hat Sony Ericsson eine VGA-Kamera statt eines Megapixel-Modells eingebaut. Man kann in drei Auflösungen (640 mal 480, 320 mal 240, 160 mal 120) fotografieren und zwischen unterschiedlichen Bearbeitungsfunktionen wählen, darunter vier Farbeffekte, ein Nachtmodus, zwei Qualitätseinstellungen, ein Selbstauslöser, 19 Fun-Rahmen sowie eine Helligkeitseinstellung.

Darüber hinaus gibt es ein digitales Zoom, das je nach Bildgröße unterschiedlich ist – bei der niedrigsten Auflösung ist es ein vierfaches Zoom, bei der höchsten Auflösung steht es dagegen nicht mehr zur Verfügung. Weitere Spezialfunktionen sind ein Burst-Modus, bei dem vier Bilder schnell hintereinander aufgenommen werden, sowie eine raffinierte Panorama-Funktion. Für die Klangeffekte kann man zwischen vier Sounds für das Auslösen wählen, für stilles Auslösen gibt es dagegen keine Option. Die Videokamera nimmt MPEG-4-Videos in zwei Auflösungen (176 mal 144 und 128 mal 96) mit Ton auf und bietet ein vergleichbares Set von Bearbeitungsmöglichkeiten. Für Multimedia-Nachrichten ist die Clip-Länge auf zwei Minuten beschränkt, ansonsten wird die Länge durch den verfügbaren Speicher beschränkt.

Sony Ericsson W300i
Die Kamera des W300i muss ohne Blitz auskommen.

Auch wenn man berücksichtigt, dass die Kamera ein VGA-Modell ist, ist die Bildqualität ziemlich enttäuschend. Die Aufnahmen sind unscharf und körnig, und die Farben wirken verwaschen. Auch die Videoqualität ist nicht bemerkenswert. Doch bietet das W300i einige kreative Applikationen für den Amateurfotografen. Mit Photo DJ kann man einen von sechs Rahmen hinzufügen, das Foto drehen und verschiedene Bildeffekte wie Helligkeit, Kontrast, Farbton und Fotobeschriftung einsetzen. Es gibt auch einen Video DJ, und wenn der einen nicht zufrieden stellt, stehen auf der Software-CD weitere Bild-, Video- und Multimedia-Bearbeitungsfunktionen wie Quicktime, Adobe Photoshop Album Starter Edition und ein Programm für die Erstellung von Multimedia-Nachrichten zur Verfügung. Fotos und Videos kann man mühelos vom Handy übertragen. Man kann sie in einer Multimedia-Nachricht verschicken oder sie über Bluetooth, Infrarot oder über das mitgelieferte USB-Kabel und die Software herunterladen.

Sony Ericsson W300i
Die Bildqualität des W300i ist ziemlich enttäuschend.

Man kann das W300i anhand unterschiedlicher Themen, Bildschirmhintergründe und Bildschirmschoner personalisieren. Wie immer kann man weitere Optionen und Klingeltöne von Sony Ericsson über den drahtlosen Webbrowser für WAP 2.0 kaufen. Alternativ kommt das Handy mit der Applikation Music DJ, mit der man eigene Klingeltöne erzeugen kann, und einer merkwürdigen Applikation, die Music Match heißt und die Gitarren-Akkorde und Klaviernoten spielt. Das ist zwar recht lustig, aber doch nicht besonders nützlich. Gamer können sich über die drei Java-(J2ME-)Titel Neopets, Quadra Pop und Puzzle Slider freuen, wobei zusätzliche Spiele zum Kauf zur Verfügung stehen.

Beim Sony Ericsson W300i handelt es sich um ein Quad-Band-, Dual-Mode-(GSM-850/900/1800/1900-, EDGE-)Handy. Die Gesprächsqualität ist ganz gut, vor allem sind die Klarheit und die Lautstärke bemerkenswert. Es gibt nie ein Problem damit, ein Signal zu bekommen, und atmosphärische Störungen oder Interferenzen tauchen nur sehr selten auf. Anrufer haben das Gleiche berichtet, und sie können ihre Gesprächspartner unter den meisten Bedingungen verstehen. Die Qualität beim Freisprechen ist geringfügig schlechter – Stimmen klingen hohl, sind aber insgesamt noch annehmbar. Auch in Verbindung mit dem Plantronics-Explorer-320-Bluetooth-Headset ist die Gesprächsqualität gut. Die EDGE-Verbindung ist schnell genug, um kleine Dateien zu übertragen.

Getestet wurde auch die Übertragung von Musik auf das W300i mittels der beiliegenden Disc2Phone-Software und des USB-Kabels, mit dem das Handy auch geladen wird. Die Übertragung ist mit 30 Sekunden für ein 5-MByte-Lied relativ langsam, für größere Transfers muss man also schon etwas Geduld aufbringen. Die Software ist leicht zu installieren und zeigt nur wenige der Eigenarten, die man von den früheren Versionen kennt. Ansonsten hat sich das Handy beim Trennen der USB-Verbindung nicht automatisch abgeschaltet. Die Klangqualität entspricht der von anderen Walkman-Handys: sie ist sauber und klar, auch wenn eins der übertragenen Lieder kleinere Aussetzer hat. Das W300i kann keinen Stand-alone-MP3-Player ersetzen, aber für kurze Zeit macht es seine Sache ganz ordentlich.

Am stärksten zu bemängeln ist, dass das Handy bei normalem Betrieb eine Neigung zum Einfrieren hat, etwa beim Scrollen durch ein Menü oder bei Verwendung der USB-Verbindung. Einmal musste das Handy komplett neu gestartet werden, in den meisten Fällen erwacht es nach einigen Sekunden wieder zum Leben.

Für das W300i wird eine Gesprächszeit von 9 Stunden und eine Standby-Zeit von 16,5 Tagen angegeben. Im Test kommt es auf etwas weniger und erreicht 8 Stunden Gesprächszeit, doch ist das immer noch beachtlich. Den FCC-Strahlungstests zufolge hat das Sony Ericsson W300i einen digitalen SAR-Wert von 1,42 Watt pro Kilogramm.

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