Handy mit besonderem Dreh: Nokia 3250

von Kent German am , 14:07 Uhr

Pro
  • praktisches Drehdesign
  • großer Bildschirm
  • Bedienelemente für Musik-Player
  • Videorekorder
Con
  • Joystick im Kamera-Modus schwer zu erreichen
  • ungünstiger Steckplatz für Micro-SD-Karte
Hersteller: Nokia Listenpreis: 389 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Trotz einiger ärgerlicher Unzulänglichkeiten ist das Nokia 3250 ein sehr gutes Multimedia-Handy mit einem besonderen Design.

Trotz einiger ärgerlicher Unzulänglichkeiten ist das Nokia 3250 ein sehr gutes Multimedia-Handy mit einem besonderen Design. Zum Glück gibt es das Mobiltelefon nicht nur in Rosa, sondern auch in den Farben Grün, Schwarz und Silber.

Angesichts all der flachen Mobiltelefone, die momentan auf den Markt gebracht werden, zwingt sich der Verdacht auf, dass es den Handyherstellern nur noch darum geht, immer schlankere Mobiltelefone zu bauen. Nokia verweigert sich dem Trend und bringt das 3250 in den Handel.

Das Nokia 3250 hat einen drehbaren Ziffernblock, den ersten dieser Art: Er kann um 270 Grad gedreht werden, wodurch man schnell von einer Funktion in die andere wechselt. Das Handy ist zudem in vier verschiedenen Farben erhältlich: Schwarz, Grün, Rosa und Silber.

Nokia 3250
Das Nokia 3250 ist mit einem praktischen Drehmechanismus ausgestattet.

Wenn das Tastenfeld vorne liegt, befindet sich die Kamera an der linken Seite des Handys, während die externen Bedienelemente auf der Rückseite liegen. Wegen der Drehfunktion des Mobiltelefons ist es in zwei Bereiche geteilt: die Bildschirm-Sektion und die Tastenfeld-Sektion. Durch Drehen des Mobiltelefons kann man zwischen dem Telefon-Modus, dem Kamera-Modus und dem Musik-Modus wechseln. Bei jeder Drehung wird die entsprechende Anwendung aufgerufen.

Es ist möglich, die Kamera um 90 Grad von sich weg oder um 90 Grad zu sich hin zu drehen, um dann Selbstportraits aufzunehmen. Der Vorteil dieser Drehfunktion liegt darin, dass sich der Benutzer nicht erst durch mehrere Menüs arbeiten muss, um auf die Multimedia-Funktionen zugreifen zu können. Eine kleines Manko gibt es allerdings bezüglich des um 90 Grad gedrehten Kamera-Modus: Der Navigations-Joystick ist die einzige Möglichkeit, um auf die verschiedenen Kamera-Optionen zuzugreifen. Wenn die Tastatur aber um 90 Grad gedreht ist, ist es schwierig, den Joystick zu erreichen.

Das Handy selbst ist mit 10,5 mal 2,6 mal 2 Zentimetern und einem Gewicht von 130 Gramm ein wenig sperrig, aber dank des Gewichts liegt es gut in der Hand, auch beim Telefonieren. Ein weiteres interessantes Element des 3250 ist der sehr gute Bildschirm mit 262.144 Farben und einer Diagonalen von 2,2 Zoll. Man kann die Helligkeit und die Einschaltdauer der Hintergrundbeleuchtung einstellen, die Schriftgröße dagegen ist nicht skalierbar.

Unter dem Bildschirm befinden sich eine Menütaste, zwei Multifunktionstasten, eine Löschtaste, ein Fünf-Wege-Joystick, die Tasten zum Annehmen und zum Beenden von Gesprächen sowie eine Edit-Taste. Die Play/Pause-Taste dient im Kamera-Modus als Kamera-Taste. Alle Tasten fühlen sich leicht nach Gummi an. Die leichte Erhöhung erleichtert das Wählen und Navigieren nach Gefühl.

Nokia 3250
Das Nokia 3250 hat externe Bedienelemente für die Musikfunktionen.

Es ist gut, dass das 3250 einen Steckplatz für eine Micro-SD-Karte hat. Nur erreicht man ihn etwas schwer. Man muss dazu die Tastatur in den Kamera-Modus drehen (um 90 Grad) und findet ihn dann unter der Taste zum Annehmen von Gesprächen. Es ist ein wenig schwierig, auf so engem Raum die Karte zu wechseln. An einer der Seiten wäre der Schacht zugänglicher gewesen.

Nokia 3250
Die 2-Megapixel-Kamera des Nokia 3250 befindet sich seitlich am Gerät.

An der Oberseite des Telefons befindet sich die Einschalttaste, während der Anschluss für Ladegerät und Computer sich an der rechten Seite befindet. Zum Anschließen von Ohrstöpseln an das Gerät muss man einen mitgelieferten Adapter verwenden.

Zu den Grundfunktionen des Nokia 3250 gehört die Möglichkeit, jedem Kontakt im Adressbuch bis zu 17 Telefonnummern, je drei E-Mail-Adressen und drei URLs zuzuweisen. Außerdem können bis zu drei Anschriften, Geburtstag und Notizen sowie die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder einer von 41 polyphonen Klingeltönen angegeben werden.

Zu den weiteren Funktionen zählen Vibrationsmodus, SMS und MMS, Instant Messaging, E-Mail, Freisprecheinrichtung, Uhr, Rechner, Kalender, Währungsrechner, Notizfunktion, Sprachsteuerung, Dateimanager, Bluetooth sowie ein Browser für drahtloses Surfen. Ferner gibt es noch die Live-Blog-Funktion, mit der man Bilder vom Handy direkt ins Web laden kann.

Nokia 3250
Der Micro-SD-Kartensteckplatz des Nokia 3250 ist etwas unkomfortabel in einer Ecke untergebracht.

Das Betriebssystem des Telefons ist Symbian 6.0. Wenn man damit nicht vertraut ist, kann es etwas Zeit in Anspruch nehmen, sich daran zu gewöhnen. Der voreingestellte Hauptbildschirm heißt hier Standby-Modus und kann leicht mit Verknüpfungen zu den bevorzugten Anwendungen und den Terminen des Tages angepasst werden. Anders als bei anderen Symbian-Smartphones kann man mit dem 3250 keine Office-Dokumente öffnen oder bearbeiten. Das ist jedoch verständlich, da es sich beim 3250 ohnehin um ein Multimedia-Handy handelt.

Dafür kann das Handy mit einer 2-Megapixel-Kamera aufwarten, die sich auch als Videokamera einsetzen lässt. Zu den Einstellmöglichkeiten für die Kamera gehören die Bildauflösung (640 mal 480, 1152 mal 864 oder 1600 mal 1200 Pixel), Nacht- und Serienbildmodi, ein Selbstauslöser, Weißabgleich und Farbtönungen. Was die MPEG-4-Videos betrifft, gibt es eine maximale Aufnahmedauer, die vom verfügbaren Speicher abhängt, und eine kurze Aufnahmedauer für MMS.

Außerdem gibt es zwei Auflösungseinstellungen für den Videobetrieb (128 mal 96 und 176 mal 144 Pixel), und man kann zwischen Tonaufnahme und Stummschaltung wählen. Die Bildqualität im Test ist erfreulich gut, aber die Videoaufnahmen wirken etwas abgehackt und die Leistungen bei schlechten Lichtverhältnissen sind nicht besonders.

Der Musik-Player des 3250 unterstützt die Formate MP3, eAAC+, AAC+, M4A, MPEG-4 ACC LC, LTP, AMR-NB, AMR-WB, MIDI, Real-Audio und WMA. Musikstücke können mit dem Programm Audio Manager von Nokia, dem Windows Media Player oder Software von Drittanbietern vom PC auf das Handy überspielt werden.

Die Benutzeroberfläche des Musikabspielmodus ist sehr bedienerfreundlich. Man kann mit nur ein paar Klicks von einem Stück zum nächsten wechseln. Außerdem gibt es einige weiterführende Musikfunktionen wie einen Equalizer, Bass Boost und Hall, um den Klang zu verbessern. Man kann außerdem mit dem so genannten Tunes Studio seine eigenen Klingeltöne komponieren und Radio hören. Durch diese Funktionen hebt sich das Gerät von anderen Musiktelefonen ab, die einfach nur Musik abspielen.

Neben Musikstücken lassen sich auch Videoclips für unterwegs auf das Handy laden. Im Ordner „Streaming Links“ kann man die URLs von Musik- und Videoclips ablegen, die im Web zu finden sind. Das Handy hat einen internen Speicher von 10 MByte, aber über den Micro-SD-Steckplatz kann die Speicherkapazität auf bis zu 1 GByte erhöht werden, was für ein derart auf Multimedia ausgerichtetes Mobiltelefon sehr wichtig ist.

Eine individuelle Anpassung des Nokia 3250 ist durch zahlreiche Hintergrundbilder, Themen und Alarmtöne möglich. Falls dem Benutzer das vorhandene Material nicht gefällt, kann er mehr davon aus dem Netz herunterladen. Das Handy unterstützt J2ME-Anwendungen und hat das Spiel „Snakes“ vorinstalliert.

Die Anrufe des Nokia 3250 klingen laut und klar. Auch die Qualität der Freisprecheinrichtung überrascht. Für den von diesem Handy aus Angerufenen ist der Klang etwas schwächer. Anhand des gelegentlichen Knisterns kann er erkennen, dass das Gespräch über ein Mobiltelefon geführt wird. Die Audioqualität des Lautsprechers ist hervorragend, wie auch die Klangqualität des Musikabspielgeräts. Das Nokia 3250 kann erfolgreich mit dem Bluetooth-Headset BH-800 von Nokia gekoppelt werden.

Die Gesprächszeit des Nokia 3250 wird mit drei Stunden angegeben, die Standby-Zeit mit 10 Tagen. Bei den Strahlungstests der FCC erhielt das Nokia 3250 einen SAR-Wert von 0,44 Watt pro Kilogramm.

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