Wii Sports ist gleichzeitig ein Lernprogramm, mit dem man das einzigartige, kabellose Steuergerät des Systems kennenlernen kann, durch das sich die Wii von anderen Konsolen und auch von allen Spielesystemen der Vergangenheit grundlegend unterscheidet. Die Wiimote, wie sie genannt wird, ist ein hoch entwickeltes Steuergerät mit Bewegungssensoren, das über das Bluetooth-Protokoll kabellos mit der Wii verbunden ist.

Aber ganz ohne Kabel kommt auch dieses revolutionäre System nicht aus: Damit es funktioniert, muss der Sensor-Bar der Wii über oder unter dem Fernsehbildschirm angebracht werden. Der Sensor-Bar selbst ist ein kleines und leichtes Rechteck aus Plastik und hat ungefähr die Größe zweier hintereinander gelegter Kugelschreiber. Mit der Wii ist er über ein circa 2,5 Meter langes Kabel verbunden, so dass er flexibel platziert werden kann. Zum Sensor-Bar gehört ein winziger Ständer aus durchsichtigem Kunststoff, der Klebeflächen unter seinen Füßen hat, sodass man ihn sicher am Fernseher befestigen kann, selbst wenn es sich um einen Flachbildschirm handelt.

Beschleunigungssensoren im Innern der Steuerung registrieren, wie das Gerät gehalten wird und ob es in irgendeine Richtung bewegt wird. Diese Sensoren steuern Abläufe wie den Schlag mit Baseball- oder Golfschläger in Wii Sports. Zudem wird die Wiimote je nach Spiel anders gehalten: In den Spielen Legend of Zelda: Twilight Princess und Red Steel umfasst man sie wie den Griff eines Schwertes, in Wii Sports hält man sie wie einen Tennis- oder Baseballschläger und in Excite Truck hält man sie horizontal wie einen Fahrradlenker.

Da die Wiimote sehr leicht ist, erfordert das Steuern und Lenken damit ein wenig Übung . Zum Glück vermitteln ein Lautsprecher und ein mechanisches Feedbackmodul zusätzliche akustische und taktile Rückmeldungen auf die Aktivitäten des Spielers und erhöhen so das Spieleerlebnis. So lässt der winzige Lautsprecher der Steuerung zum Beispiel ein hörbares Scheppern vernehmen, wenn Link in Legend of Zelda sein Schwert schwingt und sie vibriert, wenn Link einen Feind damit trifft. Selbst die Auswahl von Menüpunkten auf der Wii wird von der Wiimote mit hilfreichen kleinen Vibrationen quittiert.

Die Wiimote verwendet auch einen Satz Infrarotsensoren, um die Lage der Steuerung im Verhältnis zum Fernseher zu bestimmen. Ein Satz Infrarot-Dioden in der Wiimote kommuniziert mit der Sensor-Bar der Wii und dient als Zeigegerät bei der Navigation in den Menüs und als Zielvorrichtung bei First-Person-Shootern. Auch diese Art der Steuerung braucht etwas Übung. Sobald man sich jedoch daran gewöhnt hat, fühlt sich das Zeigen mit der Wiimote viel natürlicher an als die Verwendung eines Joysticks. Die Wiimote ist kein wirklicher Ersatz für die bei Shooter-Spielen so beliebte Kombination aus Maus und Tastatur, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist sie besser in der Handhabung als die üblichen Konsolensteuerungen.

Zwar ist das neue Steuersystem sowohl vergnüglich als auch innovativ, mitunter ruckelt oder zuckt der Zeiger allerdings, und die Steuerung des Neigungswinkels erfordert viel Gefühl. Teilweise lässt sich dies gewiss darauf zurückführen, dass man sich erst einmal an die Steuerung der Wii gewöhnen muss. Leider kann man die Steuerelemente auf der Wiimote nicht manuell kalibrieren, man muss hier der im Allgemeinen akkuraten automatischen Kalibrierung der Wii vertrauen.

Die Fähigkeiten der Steuerung sind für sich genommen bereits beeindruckend, sie ist aber zudem noch mit einem Anschluss für Zusatzgeräte ausgestattet. Im Lieferumfang enthalten ist eine Nunchuk-Erweiterung, ein kleines Gerät, das an die Steuerung angeschlossen wird und einen Joystick und zwei zusätzliche Tasten beherbergt. Der Nunchuk dient in vielen Spielen zur Erweiterung der Wiimote, zum Beispiel bei der Steuerung der Figuren in Twilight Princess oder Red Steel. Der Nunchuk enthält ebenfalls Bewegungssensoren und kann zum Ausführen zusätzlicher Aktionen geschüttelt und geschwenkt werden. Wenn man den Nunchuk zum Beispiel in Twilight Princess schüttelt, kreist beim Angriff das Schwert.

Der Nunchuk wird vermutlich die gebräuchlichste Erweiterung der Wiimote sein, es wird aber weitere geben. Derzeit ist die einzige andere bestätigte Erweiterung das Virtual-Console-Steuergerät, ein konventionelles Gamepad mit zwei Joysticks. Das VC-Steuergerät wird wahrscheinlich hauptsächlich dazu dienen, in Verbindung mit der Virtual Console ältere Spiele zu spielen, auch wenn einige Spiele für die Wii die konventionelleren Steuerelemente des Pad unterstützen werden.

Auf der letzten E3-Spielemesse war als Erweiterung für Shooter-Spiele auch eine Art Pistolengriff zu sehen, in den man die Wiimote einschieben kann. Bislang ist der Pistolengriff zwar noch nicht erhältlich, dennoch ist er aber ein Beispiel für die Flexibilität und das Potenzial, die diese Steuerungskonfiguration ermöglicht.

Die Vorteile der kabellosen Bewegungssensorik haben ihren Preis: Die Wiimote benötigt zwei Batterien der Größe AA, welche die Bewegungssensoren, die Infrarotsensoren, den Bluetooth-Sender, den Lautsprecher, das Vibrationsmodul und alle angeschlossenen Erweiterungen mit Energie versorgen müssen. Der Wii liegt kein Ladegerät bei, man sollte sich also auf jeden Fall mindestens vier AA-Akkus und ein passendes Ladegerät zulegen. Außerdem sollte man bedenken, dass zusätzliche Steuergeräte recht teuer sind. So kostet jeder weitere Wiimote-Controller circa 50 Euro, der Nunchuk-Stick ist für circa 25 Euro erhältlich.

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