Schon getestet: Blackberry Curve 8300

von Bonnie Cha, Daniel Schraeder und Kent German am , 00:00 Uhr

Pro
  • klein
  • vollwertige QWERTZ-Tastatur
  • 2-Megapixel-Digicam
  • starker Media-Player
Con
  • weder WLAN noch UMTS
  • Kamera zeichnet keine Videos auf
  • Sprachqualität könnte besser sein
Hersteller: Research In Motion Listenpreis: 360 Euro
Straßenpreis
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der Blackberry 8300 beeindruckt mit seinem edlen Design. Auch im Praxiseinsatz vermissen weder Privat- noch Businessnutzer essentielle Dinge. Der Curve ist ein sehr solides Produkt.

Abgesehen davon, dass der neue Blackberry weder mit WLAN noch mit UMTS ausgestattet ist, bringt er alles mit, was Privat- und Businessnutzer brauchen: Er ist verhältnismäßig klein, sieht edel aus und kann fast alles – vom mobilen Surfen über Fotografieren und MP3-Playback bis hin zu Push-E-Mail.

Die Welt der Technik und Gadgets kann so hart sein. Gut, dass ich mir keinen Blackberry 8800 gekauft habe – auch wenn er spitze ist. Nur wenige Monate nach seinem Marktstart bringt der Hersteller, Research in Motion, mit dem Curve – oder Blackberry 8300 – ein noch tolleres Modell in noch edlerem Outfit heraus. Zumindest in den USA. Nach Deutschland kommt er aber definitiv auch: Am 24. Mai stellt ihn Research in Motion der Presse hierzulande offiziell vor.

Wir riskieren jetzt schon einen Blick zu unseren Kollegen über den großen Teich. Die haben das Gerät nämlich bereits – und sind begeistert. Der Curve ist der derzeit kleinste und leichteste Blackberry mit vollwertiger Tastatur. Er wirkt mit seinen kompakten Abmessungen fast wie ein einfaches Handy, hat aber dennoch alle Funktionen eines echten Messengers – und das Design beeindruckt. Die großen Unterschiede zum 8800 sind ohnehin äußerlicher Natur – neue Funktionen gibt es nur wenige.

Zu ihnen gehört die Rechtschreibprüfung von E-Mail-Nachrichten und die neue Digicam – mit immerhin zwei Megapixeln macht sie brauchbare Bilder, die nicht nur in Briefmarkengröße beeindrucken. Dennoch, zwei Dinge fehlen auf unserer Wunschliste: WLAN und UMTS.

Bei welchen Providern, ab wann und für wieviel Geld der Curve zu haben sein wird, steht bislang noch nicht fest. Hoffentlich dauert’s nicht zu lang…

Design

Kurz gesagt: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Wir verstehen zwar den Namen nicht so ganz – wirklich kurvig ist der Curve nicht, zumindest nicht mehr als seine Brüder Pearl und 8800. Der Curve zeigt sich von seiner schönsten Seite; er integriert eine QWERTZ-Tastatur in die Optik eines edlen Handys. Die silber-schwarze Farbgebung ist Standard. Und sieht einfach gut aus. Es sind leichte Gemeinsamkeiten mit dem Palm Treo 680 auf der Vorderseite zu erkennen – aber der Curve ist deutlich flacher. In Zahlen: Er misst 10,6 Zentimeter in der Länge, 6,1 in der Breite und 1,5 in der Höhe. Mit 111 Gramm wiegt er nur wenig mehr als eine Tafel Schokolade.

Mit diesen Abmessungen muss man sich nicht blöd vorkommen, wenn man das Gerät zum Telefonieren ans Ohr hält – er ist ein gutes Stück kleiner als der alte Nokia Communicator. Fast schon wie ein „normales“ Handy, nur ein kleines Stückchen breiter. Außerdem liegt er gut in der Hand und ist aufgrund der seitlichen Gummierung griffig. Das Material macht einen soliden Eindruck. Zwar hat das Testgerät einen kleinen Spalt zwischen der Frontplatte und der linken Seite; doch daran wird der Curve wohl nicht kaputt gehen.

Auf der Oberseite sitzt ein 2,5 Zoll großes Display, das 65.000 Farben bei einer Auflösung von 320 mal 240 Pixeln darstellt. Ein Lichtsensor passt die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung automatisch an die Umgebung an. Die Optik des Displays kann der Nutzer einstellen – es gibt verschiedene Themes und Bildschirmhintergründe, außerdem lassen sich Schriftarten und -Größen anpassen. Der Inhalt ist immer gut zu lesen – egal, ob im dunklen Parkhaus oder im Biergarten in praller Sonne.

Wie die anderen Blackberrys hat auch der Curve keinen Touchscreen. Dennoch überzeugt die Bedienung auf Anhieb. Zur Navigation durch die Menüs dient der Trackball in der Mitte, und das klappt wirklich hervorragend. Die Empfindlichkeit der weißen Kugel ist übrigens unter Einstellungen -> Bildschirm/Tastatur einstellbar. Auf der rechten Seite sitzen der Lautstärkeregler und ein frei belegbarer Knopf – standardmäßig aktiviert er die Kamerafunktion. Links befinden sich ein Mini-USB-Anschluss, ein weiterer frei belegbarer Knopf und – endlich – auch eine 3,5-Milimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Kopfhörers.

Eine der größten Schwachstellen des Blackberry 8800 ist seine Tastatur. Research in Motion hat das Look and Feel beim 8800 verändert – sehr zum Ärger mancher Nutzer, denn die Tasten sitzen sehr nah beeinander und sind nicht griffig. Beim 8300 macht die Tastatur einen deutlich besseren Eindruck – sie ist vergleichbar mit denen der „alten“ Blackberrys der 8700-Serie. Auf Deutsch: Der Abstand zwischen den Tasten ist deutlich größer, man kann die Buchstaben somit besser ertasten. Außerdem haben sie einen klareren Druckpunkt und keine glatte Oberfläche.

Die Rückseite ist ausgestattet mit Kamera-Linse, Foto-LED und einem kleinen Spiegel für Selbstprotraits. Auf der Oberseite des Blackberry Curve sitzt ein Knopf zum Stummschalten. Unter dem Akkudeckel findet sich ein Slot für Micro-SD-Karten – er ist leider nur bei abgeschaltetem Gerät erreichbar. Zum Lieferumfang des 8300 gehören Reiseladegerät, USB-Kabel, Stereo-Headset, Holster mit Gürtelschnalle und Bedienungsanleitung.

Funktionen

Was die Zahl der Funktionen angeht, ist der Curve kein Revoluzzer. Er verfügt weder über UMTS noch über WLAN. Dafür ist nun, wie oben erwähnt, eine Rechtschreibkorrektur dabei, Sie prüft E-Mails auf Rechtschreibfehler, bevor sie abgesendet werden. Bei falsch geschriebenen Wörtern macht der Blackberry 8300 gleich Korrekturvorschläge. Das Ganze funktioniert auch bei Memos, allerdings nicht bei SMS-Nachrichten. Dieses Feature lässt sich unter Optionen -> Rechtschreibung aktivieren. Während der Tests unserer amerikanischen Kollegen funktionierte das Feature problemlos und war eine echte Hilfe. Schließlich vermeidet es peinliche Fehler bei Nachrichten an den Chef…

Wie seine Brüder ist auch der Curve kompatibel zum Blackberry-Enterprise-Server mit Unterstützung für Exchange, Lotus Notes oder Novell Groupwise. Das ermöglicht Push-E-Mail: Nachrichten werden also wie SMS an das Gerät geschickt. Insgesamt unterstützt das Gerät bis zu zehn E-Mail-Accounts gleichzeitig – inklusive IMAP- und POP3-Postfächern. Ein Wizard im Gerät unterstützt bei der Konfiguration.

Der E-Mail-Client kann Anhänge in den Formaten Word, Excel, Powerpoint und Wordperfect sowie PDF-, JPG- und GIF-Dateien darstellen – im Test klappte es mit jeder Datei.

Die Ausstattung mit Handy-Funktionen ist ordentlich. Der Curve funktioniert als Quad-Band-Handy weltweit – abgesehen vielleicht von Dschungeln und Wüsten. Sprachwahl und Konferenzen sind ebenso möglich wie Push-to-Talk, zumindest in den USA. Auf Wunsch klingelt der neue Blackberry polyphon, 45 verschiedene Töne sind vorinstalliert. Er unterstützt auch Melodien im MIDI- oder MP3-Format.

Die Verbindungsmöglichkeiten des 8300 sind okay, aber nicht wirklich bahnbrechend. Wie gesagt, kein WLAN, kein UMTS. Dafür gibt es EDGE für den Zugang ins Netz – nicht wirklich langsam, aber auch nicht wirklich schnell. GPS ist nicht integriert. Wer mit dem Curve navigieren will, muss einen entsprechenden Empfänger via Bluetooth konnektieren. Apropos: Das A2DP-Profil für Stereo-Headsets wird unterstützt.

Im Vergleich zum Pearl (1,3 Megapixel) kann der Curve mit seiner Zwei-Megapixel-Kamera punkten. Neu sind außerdem der digitale Fünffach-Zoom und die Blitz-LED. Leider kann auch der Curve keine Videos aufzeichnen. Es gibt drei Größeneinstellungen für Bilder, 1600 x 1200, 1047 x 768 und 640 x 480 Pixel, sowie drei Qualitätsstufen. Darüber hinaus unterstützt der Curve Weißabgleich und Farbeffekte. Die Qualität der Bilder ist allerdings nicht berauschend. Sie sind zwar scharf, wirken allerdings wie von einem Grauschleier überzogen: Es mangelt an Farben.

Zur Unterhaltung dient der integrierte Mediaplayer, der Musik in den Formaten MP3, AAC, MIDI und WAV unterstützt. Außerdem spielt er Videos in den Formaten AVI, MP4, MOV und 3GP. Intern stehen 64 MByte Flash-Speicher zur Verfügung – wer also multimedial aktiv sein will, sollte seinem Blackberry Curve eine Micro-SD-Karte spendieren.

Der Mediaplayer verfügt lediglich über rudimentäre Funktionen, zeigt aber immerhin Trackinformationen wie Titel oder Artist an. Außerdem unterstützt er Playlisten sowie Zufallswiedergabe und Wiederholungen. Gut: Musik kann im Hintergrund laufen, wärend man andere Apllikationen nutzt. Kommt während der Wiedergabe ein Anruf an, pausiert der Mediaplayer und setzt die Wiedergabe nach dem Auflegen fort. Der Videoplayer unterstützt nun auch Vollbild. Eine tolle Neuerung ist die Klinkenbuchse an der Seite – nun kann man bessere Kopfhörer anschließen.

Der Blackberry hat alles dabei, was einen guten PDA ausmacht: Kalender, Todo-Liste, Notizbuch, Wecker und Taschenrechner sind an Bord. Zusätzliche Applikationen, etwa Google [2] Maps Mobile, lassen sich nachträglich installieren.

Leistung

Unsere Kollegen testen den Blackberry Curve in San Francisco mit dem Mobilfunk-Provider Cingular. Die Gesprächsqualität ist okay, der Gesprächspartner gut zu verstehen. Allerdings hört man einen leichten Wiederhall. Außerdem berichtet der Gesprächspartner von einem Echo auf seiner Seite. Zwar hat der Curve eine Technik integriert, die Hintergrundgeräusche ausblenden können soll, doch das funktioniert scheinbar nicht gut.

Die Lautstärke der Übertragung passt sich an den Hintergrund an. Zumindest bemerken die Kollegen ein Ansteigen des Volume-Pegels in lauten Umgebungen. Wer das nicht erwartet, findet das Verhalten des Geräts in dieser Hinsicht zumindest merkwürdig, im praktischen Einsatz hat es aber durchaus seine Berechtigung: So hört man seinen Gesprächspartner auch im Zug oder beim Vorbeilaufen an einer Baustelle.

An der Geschwindigkeit des Blackberry Curve gibt es keine Kritik. Zwar nerven die Lade-Hinweise beim Ansehen von Fotos in einer Diashow, ansonsten reagiert das Gerät aber zügig. Die Wiedergabequalität von Musik über die integrierten Lautsprecher ist für ein Handy schon fast beindruckend, mit sattem Klang. Leglich an einer Sache hapert es: natürlich am Bass. Das Ansehen von Videos klappt problemlos. Die Ton- und Bildspuren laufen synchron. Gelegentlich verpixelt das Bild bei schnellen Bewegungen. Der Browser könnte den UMTS-Turbo durchaus vertragen – die Ladezeiten sind gerade noch erträglich.

Der Hersteller gibt vier Stunden Gesprächszeit sowie 17 Tage Standby-Zeit an. In der Praxis konnten unsere Kollegen sogar 8,5 Stunden mit einer Akkuladung telefonieren.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39154140/schon-getestet-blackberry-curve-8300/

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[1] Blackberry Curve 8300: https://www.cnet.de/39154129/blackberry-curve-8300/?pid=1#sid=39154140

[2] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/