Neues Format für allerhand Geld: Panasonic DMP-BD10

von Rob Gillman am , 00:00 Uhr

Pro
  • hervorragende Bildqualität
Con
  • einfallsloses Äußeres
  • viel zu hoher Preis
  • mäßiges DVD-Upscaling
  • grausige Fernbedienung
Hersteller: Panasonic Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,2 von 10 Punkte
Fazit:

Der Blu-ray-Player von Panasonic bietet eine erstaunliche Bildqualität, ist aber deutlich überteuert und etwas dürftig gestaltet.

Ein Preis von 1600 Euro ist viel zu viel Geld für dieses Gerät. Wenn man aber davon und von dem trostlosen Design absieht, ist es trotzdem der beste Blu-ray-Disc-Player auf dem Markt. Freilich haldelt es sich um das zweite erhältliche Gerät dieser Art, doch die Bildqualität ist bei bestimmten Filmen einfach verblüffend.

Nach dem BD-P1000 von Samsung [1] ist dies der zweite in Europa erhältliche Blu-ray-Disc-Player. Die Verfechter des Blu-ray-Formats haben mehr als einmal verlauten lassen, dass es sich dabei um das wahre Zukunftsformat für Videos handle. Blu-ray biete mehr als High-Definition und vermittle ein besseres Filmerlebnis als DVD oder der direkte Konkurrent HD-DVD. Nun denn Der DMP-BD10 bringt HD-Bilder mit einer Auflösung von bis zu 1080p und 7.1-Kanal-Surround-Sound.

Bei einem Preis von 1600 Euro ist das Gerät etwa 300 Euro teurer als der BD-P1000 von Samsung, der einem ja auch schon zu kostspielig erscheinen kann. Der Panasonic müsste also einen wirklich nachhaltigen Eindruck hinterlassen, um eine solche Ausgabe zu rechtfertigen. Natürlich spielt das Gerät auch DVDs ab, die auf HD-Auflösung hochgerechnet werden. Daher haben wir die Leistung des Geräts auch in diesem Bereich getestet.

Design

Vielleicht ist es ja etwas unfair, wenn man den DMP-BD10 schlicht hässlich nennt. Aber zu den bestaussehenden Playern am Markt gehört er auf keinen Fall. Das Gehäuse ist überwiegend in einem tristen Silberton gehalten. Auf Fotos sieht das weit besser aus als in der Realität. Das LC-Display an der Frontseite und die Laufwerkschublade wirken, als gehörten sie zu einem weitaus billigeren Gerät. Angesichts des Oberklassepreises hätte man hier von Panasonic wirklich mehr erwarten können.

Das einzig Bemerkenswerte an der Gestaltung ist die dicke Glasplatte, die langsam herunterklappt und die Bedienungselemente freigibt. Aber selbst dieser Vorgang muss manuell ausgelöst werden und lässt sich nicht über die Fernbedienung steuern. Wie schon beim BD-P1000 von Samsung vermisst man beim Panasonic die grundsolide Verarbeitungsqualität eines DVD-Players der oberen Preiskategorie. Aber Samsungs schwarz glänzender Player sieht zumindest besser aus.

Durch den 7.1-Kanal-Analogausgang wird Samsung (5.1-Anschluss) allerdings ausgestochen. Man kann auf diese Weise acht unabhängige Surround-Sound-Kanäle an einen Verstärker mit den entsprechenden Anschlüssen weiterleiten. Eine tolle Sache, wenn man eine Blu-ray-Disc mit 7.1-Tonspur hat. Außerdem gibt es noch Audioausgänge für optische Verbindungen und Koaxialkabel sowie einen einfachen analogen Stereoausgang.

Für die Bildwiedergabe ist der HDMI-Ausgang entscheidend. Es handelt sich zwar noch nicht um den viel beschworenen v1.3-HDMI-Anschluss, der in naher Zukunft verlustfreie Dolby-True-HD- und DTS-HD-Audiosignale verarbeiten kann, aber sowohl Surroundsound als auch Videosignale können übertragen werden. Letztere in einer Qualität von bis zu 1080p. Das ist bekanntlich die beste HD-Videoqualität, die mit Blu-ray erreicht werden kann. Man benötigt allerdings einen Fernseher oder Projektor, der dieses Format unterstützt. Mit dem nächstbesten HD-Ready-Monitor ist es hier nicht getan. Die weiteren Optionen sind ein Komponentenanschluss, der HD-Signale bis 1080i überträgt, Scart, S-Video und Composite-Video.

Der Hauptgrund für jede Blu-ray-Begeisterung sind die HD-Möglichkeiten des Formats. DVDs haben eine native Auflösung von 576p. Blu-ray kann dank seiner erweiterten Speicherkapazität Filme mit Auflösungen von 720p, 1080i und 1080p wiedergeben, also bis zu viermal detailgenauer als DVDs.

Der DMP-BD10 bietet all diese Formate an, wenn man ein Blu-ray-Medium in die Laufwerksschublade einlegt. Die Auswahl des gewünschten Wiedergabeformats erfolgt über eine Liste im Hauptmenü. Nicht verfügbare Formate werden grau dargestellt. Außerdem werden DVD-Videos mittels der P4HD-Videotechnik (Pixel Precision Progressive Processing) von Panasonic in das gewählte Wiedergabeformat umgerechnet. Dadurch sollen sie schärfer und detailreicher aussehen.

Panasonic hat verschiedene Bildanpassungswerkzeuge eingebaut. Sie können sowohl über das Einrichtungsmenü als auch über eine eigens dafür bestimmte Taste angesteuert werden, während eine Disc abgespielt wird. Mit diesen Werkzeugen kann man zum Beispiel das Bild scharfzeichnen oder die Kontraste anpassen. Diese Möglichkeiten sind durchaus nützlich. Der heimische Fernseher oder Projektor mit HD-Ready-Symbol verfügt jedoch vermutlich über dieselben Optionen. Man ist also nicht unbedingt auf den Player angewiesen.

Leider ist die mitgelieferte Fernbedienung wirklich grausig. Auf den ersten Blick sieht sie ganz in Ordnung aus: Die Hauptelemente sind vernünftig gestaltet und sie macht einen sauberen, nicht überladenen Eindruck. Viele der weniger häufig benötigten Funktionselemente sind unter einer Klappe verborgen. Nimmt man die Fernbedienung aber in die Hand, zeigt sie sich fatalerweise wenig reaktionsfreudig. Und das besonders, wenn man versucht, die Menüeinstellungen zu ändern. Dass die Navigationstasten Teile eines sich lose drehenden Rades sind, erweist sich auch nicht gerade als hilfreich. Kurz gesagt, es ist eine mehr als dürftige Fernbedienung. Ein so fortschrittliches Gerät verdient einfach etwas Besseres.

Leistung

Um die 1080p-Wiedergabe zu testen, haben wir den DMP-BD10 an einen 50-Zoll-PDP-5000EX von Pioneer angeschlossen. Das ist einer der wenigen Plasmabildschirme, die 1080p-kompatibel sind. Die Qualität rangiert weit vor der von DVDs, selbst wenn die DVD-Signale mit den teuersten Geräten am Markt verbessert werden. Es sind auch viel mehr Details sichtbar als bei Filmen, die man über Satellit empfangen kann. Rauschen und Komprimierungsartefakte treten deutlich seltener auf. Es ist ganz einfach das beste Bild, das man zu Hause bekommen kann – zumindest ohne einen Kinoprojektor.

Letztlich wird damit auch der Samsung BD-P1000 übertroffen. Da macht sich der Preisunterschied bemerkbar. Anzumerken bleibt aber, dass sich bei der Wiedergabe von 1080i-Bildern kein gravierender Qualitätsunterschied feststellen lässt. Nebenbei ist der Rummel um 1080p vielleicht auch etwas übertrieben. Es könnte aber sein, dass die Medien noch besser werden müssen. Auch die Tonqualität ist sehr gut, aber noch nicht eindeutig besser als bei DVDs.

Die Wiedergabe hochgerechneter DVDs beeindruckt nicht so sehr. Es gibt preisgünstige DVD-Wiedergabegeräte, die hier besser abschneiden. Doch kaum jemand wird sich einen Blu-ray-Player für 1600 Euro kaufen, um sich dann nur DVDs anzuschauen.

Mehr zum Thema
> Insider-Tipps: HD-DVD vs. Blu-Ray [2]

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[2] > Insider-Tipps: HD-DVD vs. Blu-Ray: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/insider/0,39031882,39154972,00/hd_dvd+versus+blu_ray+die+fakten.htm