HD-DVD versus Blu-ray: Die Fakten

Viele haben eine gewisse Angst vor dem Format-Krieg zwischen Blu-ray und HD-DVD. Er erinnert auch zu stark an den Kampf zwischen VHS und Betamax in den 80er Jahren. Wie damals könnte einer der Standards erst zur Randerscheinung verkommen und dann völlig vom Markt verschwinden. Es ist also wichtig, die richtige Kaufentscheidung zu fällen – doch wie sieht die aus?

Technische Unterschiede

Wenn es auf die Bildqualität ankommt, gibt es keine großen Unterschiede zwischen den beiden Formaten. Beide unterstützten Kompressionen in MPEG 2, VC 1 und AVC (auch bekannt als H.264). Welche tatsächlich zum Einsatz kommt, hängt vom konkreten Film ab. Die Qualtät kann also abweichen.

Fast alle HD-DVDs nutzen die fortgeschritteneren Codecs VC 1 oder AVC, während die erste Generation der Blu-ray-Scheiben auf MPEG 2 setzt. Daher stammt die frühe Kritik an der Bildqualität bei Blu-ray, doch Neuerscheinungen setzen ebenso auf die neuen Codecs – und sehen so gut aus wie HD-DVDs.

Auf der Audio-Seite sehen die Dinge ähnlich aus. Blu-ray unterstützt konventionelles Dolby Digital mit einer Bitrate von maximal 640 KBit/s, während HD-DVDs auf höchstens 504 KBit/s kommen. Allerdings unterstützen alle Standalone-HD-DVD-Player Dolby Digital Plus – mit einer Bitrate von 3 MBit/s. Nicht alle Blu-ray-Player kommen damit klar – und selbst wenn, dann nur mit einer Bitrate von maximal 1,7 MBit/s.HD-DVD

Bei der Speicherkapazität hat Blu-ray die Nase vorn. Auf eine Dual-Layer-Scheibe lassen sich bis zu 50 GByte Daten packen. Das HD-DVD-Equivalent packt „nur“ 30 GByte. Umgerechnet könnte eine Blu-ray-Scheibe 8,5 Stunden Film fassen, während HD-DVDs auf 5,1 Stunden kommen. Es ist also nicht so, als müsste man einen Film über mehrere Scheiben splitten – aber mehr Kapazität heißt auch mehr Platz für Extras und weitere Audiospuren. Außerdem könnte die zusätzliche Kapazität in Zukunft genutzt werden, in dem die Anbieter Audio- und Videodaten in noch besserer Qualität kodieren.

Die Inhalte legen den Wert fest

Seit der Vorstellung der beiden Formate ist schon etwas Zeit vergangen – perfekt, um mal einen Blick auf die Filmauswahl zu werfen. HD-DVDs kommen ohne Regionalcode, also laufen etwa in den USA gekaufte Filme auch problemlos auf einem hierzulande gekauften Player.

Blu-ray-Filme hingegen kommen mit Regionalcode – man muss also hier einkaufen. Schade eigentlich, denn die Auswahl der Blu-Ray-Filme in den USA ist deutlich größer als hier – wenn die sprachliche Barriere nicht stört. Überhaupt sieht die Auswahl in Amerika sehr ordentlich aus. 20th Century Fox, Disney, Lionsgate, Columbia Pictures und MGM gehören zu den Unterstützern. Hinter HD-DVD stehen nur die Universal Studios sowie die Weinstein Company. Dreamworks, New Line Cinema, Paramount Pictures und Warner Bros unterstützen beide Formate.Blu-ray

Die großen Studios hinter Blu-ray sind natürlich ein starkes Argument. Sonys Geschäftsführer Howard Stringer sagte im Januar in einem Interview gegenüber unserer englischen Schwester Gamespot: „Die Gewinner an den Abendkassen in diesem Jahr waren, in dieser Reihenfolge, Sony, Disney und Fox. Diese drei stehen hinter Blu-ray. Auf Platz vier folgt Warner, und Warner unterstützt beide Formate – das tut also nicht weh.“

Der Playstation-Effekt

Die Playstation 3 hat Blu-ray einen weiteren Schub verpasst. Vor ihrem Launch in diesem Jahr gab es HD-DVD-Player für deutlich weniger Geld als Blu-ray-Geräte. Doch die PS3 hat das Verhältnis verschoben. Außerdem ist die Konsole eine Art trojanisches Pferd – schließlich bringt sie Blu-ray ins Wohnzimmer. Man kauft die Konsole zwar zum Zocken, doch man wird sie auch zum Ansehen von Filmen einsetzen. Zumindest hofft Sony das.

Zwar scheint die PS3 keinen großartigen Einfluss auf die Verkaufszahlen von Blu-ray-Filmen in den USA gehabt zu haben. Schließlich gab es dort entsprechende Player auch schon vorher deutlich billiger als in Europa. Hier sieht das aber anders aus – zwei Monate nach dem Verkaufsstart hat Sony bereits 1,62 Millionen Playstations in Europa an den Mann gebracht. Seit dem ist der Marktanteil von Blu-ray-Filmen auf 64 Prozent geklettert.Superman auf HD-DVD

Würde man hier einen Schlussstrich ziehen, würde die Sonne hell über dem Blu-ray-Lager leuchten. Doch der Krieg ist noch lange nicht vorbei. Die Technologie hinter HD-DVD ist deutlich billiger und einfacher in der Herstellung. Es ist also durchaus möglich, dass gegen Ende des Jahres No-Name-HD-DVD-Player aus chinesischer Produktion containerweise in unseren Geiz-Märkten landen. Das könnte alles ändern.

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Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu HD-DVD versus Blu-ray: Die Fakten

  • Am 11. September 2015 um 23:06 von Benny

    Für mich ganz klarer Favorit :
    HD DVD!
    Erstens weil die Tonspuren viel sauberer wiedergegeben werden und zweitens die Bild-Audio-Qualität am präzisesten überlagert ist.
    Blu-ray ist lediglich die Kopie davon,weil bei der Erfindung von HD DVD zu wenige Firmen zu wenig verdient haben und schon zu viel Geld in die Blu-ray-Entwicklung gesteckt hatten.

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