Der Bildschirm ist auch intelligent genug, um zwischen einem Antippen und einem Darüberfahren mit dem Finger zu unterscheiden, was sich beim Scrollen durch E-Mail-Listen oder auf Webseiten als nützlich erweist. Wenn man sich eine Website ansieht, reicht eine kurze Auf- oder Abwärtsbewegung, um den Touch zu veranlassen, die Seite automatisch zu scrollen. Durch Antippen des Bildschirms hält man den Scrollvorgang an. Dies funktioniert gleichermaßen mit Office-Dokumenten, E-Mail, Kontakten oder dem Webbrowser – perfekt, ein großes Lob an die Entwickler!

Insgesamt braucht man nur ein paar Minuten, um sich mit den Fingergesten vertraut zu machen. Herauszufinden, wie der Touchscreen innerhalb einer Anwendung funktioniert, dauert allerdings etwas länger. Um zum Beispiel ein Word-Dokument zu schließen, wird man es naheliegenderweise erst einmal mit einer Abwärtsbewegung probieren, ähnlich wie wenn man zur Startseite zurückkehren möchte. Doch weit gefehlt. Vielmehr muss man auf das X oder das OK-Kästchen oben rechts auf dem Bildschirm klicken. Oder man bewegt den Finger nach oben, um zurück zum 3D-Menü zu gelangen. Und noch eine Merkwürdigkeit: Touch-Flo scheint nicht zu funktionieren, wenn man vom Hochformat ins Querformat wechselt. Peinlich, peinlich.

Der größte Kritikpunkt an diesem Gerät ist jedoch die Tatsache, dass es keine einfache Möglichkeit zur Eingabe von Text gibt. Angesichts des kompakten Designs ist eine ausgewachsene Tastatur sicher nicht zu erwarten, aber so ist man gezwungen, eine winzige virtuelle Tastatur zu benutzen, für die sich auf jeden Fall der Einsatz des Stifts anbietet. Der Touch ist zwar nicht vorrangig für Power-User gedacht, die viele Nachrichten schreiben müssen, aber das mühsame Eintippen von Notizen mit dem kleinen Stift auf der Bildschirmtastatur ist weder ein Vergnügen noch effizient. Man kann nur hoffen, dass HTC sich hier noch einmal Gedanken macht und nachbessert. Zum Ausgleich ist dafür die virtuelle Tastatur zum Telefonieren großzügig ausgelegt und gut zu benutzen.

Der HTC Touch bringt aber auch ein paar handfestere Bedienelemente mit: Unterhalb des Displays gibt es zwei kleine Tasten zur Annahme und zum Beenden von Gesprächen sowie eine 5-Wege-Taste für die Navigation. An der rechten Seite finden sich der Auslöser für die Kamera und die Steckplätze für SIM- und Micro-SD-Karten, die mit einer Schutzabdeckung versehen sind. Auf den ersten Blick scheint es eine gute Idee, SIM-Karte und Erweiterungsmedien an der Seite einstecken zu können – bis man es einmal ausprobiert. Die Abdeckung ist unglaublich schwer zu öffnen, selbst mit dem Fingernagel, einem Stift oder anderen scharfkantigen Gegenständen gelingt es kaum. Als einfachste Möglichkeit erweist sich schließlich das Abnehmen der Rückseite, um die Abdeckung von innen aufzudrücken. Damit ist aber der seitlich angebrachte Steckplatz ad absurdum geführt.

An der linken Seite gibt es einen Wippschalter zur Lautstärkeregelung, an der Unterkante einen Mini-USB-Anschluss sowie eine Öse für ein Umhängeband. Der Einschaltknopf befindet sich an der Oberseite. Lautsprecher, Kameraobjektiv sowie Spiegel für Selbstporträts befinden sich an der Rückseite des Handys. Das Gerät kommt in einer eleganten Verpackung daher, die neben dem Handy auch noch ein Netzteil, ein Stereo-Headset, eine 1 GByte fassende Micro-SD-Karte, ein USB-Kabel sowie ein schützendes Etui enthält.

Funktionsumfang

Neben der neuen Benutzeroberfläche hat der Touch keine revolutionären neuen Funktionen zu bieten. Im Prinzip ist er immer noch ein Smartphone mit der aktuellen Windows Mobile 6 Professional Edition. Das Gerät ist ein Tri-Band-GSM-Handy und bietet Freisprecheinrichtung, Sprachbefehle und Sprachwahl sowie SMS und MMS. Das Adressbuch wird nur durch den verfügbaren Speicherplatz begrenzt, wobei man wie üblich auf der SIM-Karte zusätzliche 250 Kontakte unterbringen kann. Für jeden Eintrag kann man bis zu zwölf Nummern speichern, dazu Privat- und Büroadresse, E-Mail-Adresse, IM-Benutzername, Geburtstag, Name des Partners etc. Zur Anruferidentifizierung kann man Kontakten ein Foto zuordnen, eine Anrufergruppe oder einen von 20 polyphonen Klingeltönen.

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