Flott und kompakt: Canon Digital Ixus 70

von Philip Ryan am , 00:00 Uhr

Pro
  • hervorragende Bildqualität
  • solide Verarbeitung
  • schnelle Performance
  • optischer Sucher
  • Gesichtserkennung
Con
  • keine manuelle Belichtungssteuerung
Hersteller: Canon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Dank der kleinen Bauweise, der hervorragenden Bildqualität und den nützlichen Funktionen stellt die Ixus 70 eine gute Wahl unter den Kompaktkameras dar.

Die Digital Ixus 70 ist dank ihrer kompakten Bauweise, der hervorragenden Bildqualität und den wenigen, aber nützlichen Funktionen eine gute Wahl unter den Kompaktkameras.

Im letzten Jahr feierte Canon den zehnten Geburtstag seiner Ixus-Produktreihe. Obwohl der erste Vertreter der Ixus-Familie eigentlich eine Filmkamera war, laufen die digitalen Canon-Kompaktkameras bis heute unter dem Namen Digital Ixus. Canon positioniert die Digital Ixus 70 als Nachfolgerin zur Digital Ixus 60 aus dem vergangenen Jahr. Damit reiht sie sich innerhalb der Produktlinie noch unterhalb der neuen Digital Ixus 75 ein.

Canon hat die 6-Megapixel-Auflösung der Ixus 60 auf 7,1 Megapixel erhöht. Im Innenleben der Kamera wurden einige Änderungen vorgenommen. Die Anordnung der Steuertasten entspricht jedoch fast genau der des Vorgängermodells. Man hat lediglich die Gesamtgestaltung einem allgemeinen kosmetischen Facelift unterzogen.

Die auffälligste Änderung im Inneren ist der neue Digic-III-Bildprozessor. Dieser sorgt laut Canon für eine längere Batterielaufzeit, einen schnelleren Start und einen verbesserten Autofokus. Kürzere Verschlusszeiten beschleunigen zudem die Auslöseverzögerung. Außerdem liefert der Prozessor genügend Leistung für eine Gesichtserkennung und die Rote-Augen-Reduzierung im Wiedergabemodus. Und er gibt der Ixus 70 noch mehr Reserve in Sachen ISO-Empfindlichkeit (bis ISO 1600). Canon hat also die Leistung im Vergleich zur Ixus 60 in der Tat verbessert.

Design

Allen kosmetischen Wechseltrends der Konkurrenz zum Trotz ist das Layout der Bedientasten bei der Ixus 60 und der Ixus 70 sehr ähnlich. Canon ordnet sie alle an der rechten Gehäusehälfte an. Per Schieberegler wird zwischen Bildaufzeichnung, Videoaufzeichnung und Wiedergabe ausgewählt. Neben drei fest belegten Tasten für Menü, Display und Direktdruck gibt es einen kreisrunden 4-Wege-Schalter mit einer Function-Set-Taste in der Mitte.

Der 4-Wege-Schalter ist relativ kompliziert zu bedienen. Durch die vertiefte Anordnung und den schmalen umlaufenden Ring erwischt man mitunter versehentlich die Function-Set-Taste.

Der Look der Ixus 70 geht auf die ursprüngliche Ixus mit ihrem großen schwarzen Objektivring zurück. Das Design ruft bei den Testern gemischte Gefühle hervor: Einigen gefällt die kantige Form nicht, andere finden das kompakte, einfache Design besonders gelungen. Auch der Retro-Look wird teils bemängelt teils gelobt. Canon bietet die Kamera immerhin in zwei Farbvarianten an: in Silber oder Schwarz-Silber.

Funktionen

Bis jetzt hielt es Canon nicht für notwendig, seine Kameras der Produktreihe Digital Ixus mit einer manuellen Belichtungssteuerung auszustatten. Die Ixus 70 macht hier keine Ausnahme. Das ist einerseits sinnvoll, weil diese Kompaktkameras eher für eine Käuferschicht aus dem Einsteiger- und unteren Amateurbereich gedacht sind. Das kann man Canon nicht ankreiden, schließlich macht es die Konkurrenz genauso. Weil aber inzwischen immer mehr Profis und ambitionierte Amateure nach kompakten Zweitkameras suchen, sollte man den Funktionsumfang der Ixus-Modelle vielleicht doch erweitern.

Für unterschiedliche Situationen stehen 14 Szene-Modi zur Verfügung, zum Beispiel für Porträts, Feuerwerk und Schnee. Einige davon erscheinen im Hauptmenü. Um alle einzusehen, muss man die Menütaste erneut drücken. Neben den Szene-Modi gibt es noch einen vollständigen Automatikmodus sowie einen manuellen Modus. Mit diesem können bestimmte Optionen wie Belichtungskorrektur, Weißabgleich und Belichtungsmessung (Mehrfeldmessung, mittenbetonte Integralmessung oder Spotmessung) eingestellt werden.

Der 3-fache optische Zoom der Kamera deckt etwa den Bereich von 35 bis 105 Millimeter mit einer Lichtstärke zwischen f/2.8 und f/4.9 ab. Damit unterscheidet er sich nicht von der Konkurrenz. Die Testbilder weisen allerdings sehr wenig Farbsäume auf. Das lässt vermuten, dass ein besseres Objektiv im Einsatz ist als bei einigen anderen Kompaktkameras.

Das LCD-Display (2,5 Zoll/64 Millimeter) ist mit einer speziellen Anti-Reflex-Beschichtung versehen. Sie soll vor Kratzern und Fingerabdrücken schützen. Im Test ist sehr wenig Spiegelung festzustellen. Dafür lassen sich jede Menge Fingerabdrücke entdecken. Die kann man aber leicht abwischen. Wen solche Abdrücke stören, sollte immer ein kleines Mikrofasertuch bei sich haben.

Positiv zu vermerken ist, dass Canon noch immer einen optischen Sucher anbietet. Er ist allerdings sehr klein und etwas tunnelartig. Dennoch kann er trotzdem recht praktisch sein, etwa wenn man direkt mit dem Rücken an einer Wand steht oder wenn das LCD-Licht einfach stören würde.

Leistung

Die Digital Ixus 70 zeigt sich im Test ziemlich flink. Vom Einschalten bis zur Aufzeichnung des ersten JPEG-Bildes braucht sie nur 0,98 Sekunden. Der Abstand zwischen den nachfolgenden JPEGs beträgt 1,48 Sekunden ohne und 2,44 Sekunden mit Blitz.

Die Auslöseverzögerung misst 0,45 Sekunden beim Test mit hohem Kontrast, der helle Aufnahmesituationen simuliert. Mit niedrigem Kontrast, also unter schlechten Lichtverhältnissen, sind es 0,9 Sekunden.

Reihenaufnahmen funktionieren nicht ganz so flott wie beim 6-Megapixel-Vorgängermodell. Im Test werden circa 1,7 Bilder pro Sekunde gemessen, unabhängig von der Bildgröße. Canons Gesichtserkennungssystem lokalisiert die meisten Gesichter im Test schnell und korrekt. Das System scheint sich hauptsächlich nach den Augen zu richten. Es lässt sich leicht verwirren, wenn ein Modell bei einer Aufnahme die Augen schließt.

Bildqualität

Die Ixus 70 liefert hervorragende Testbilder mit korrekten Farben und jeder Menge Bildschärfe. Der automatische Weißabgleich bewirkt bei den Wolframleuchten des Testlabors einen leichten Gelbstich. Das lässt sich allerdings durch die Weißabgleichvoreinstellung für Wolframlampen leicht ausgleichen. Damit entstehen dann sehr saubere Farben.

Von ISO 80 bis ISO 200 hält die Ixus 70 das Rauschen sehr gut unter Kontrolle, obwohl die Rauschunterdrückungsalgorithmen bei ISO 200 scheinbar etwas zu Lasten der Schärfe gehen. Bei ISO 400 tritt das Rauschen deutlicher hervor und manifestiert sich in leicht bläulichen Farbflecken. ISO 800 geht mit deutlich mehr Rauschen einher, dürfte aber für kleinere Ausdrucke (100 mal 150 Millimeter) noch brauchbar sein. Allerdings gehen bei dieser Einstellung einiges an Schärfe und eine ganze Menge Schattendetails verloren.

Bei ISO 1600 geschossene Bilder wirken wie im Schneesturm aufgenommen. Da ist an Schärfe und Schattendetails nicht mehr zu denken. Man sollte also möglichst unter ISO 800 bleiben. Auf ISO 1600 lässt sich auch gerne ganz verzichten. Aber trotzdem liegt die Kamera damit in Sachen ISO-Rauschen im Vergleich zur Konkurrenz gut im Rennen. Sie holt sogar einen kleinen Vorsprung heraus.

Fazit

Trotz der kleinen Mängel ist die Digital Ixus 70 in ihrer Preisklasse eine hervorragende Kompaktkamera. Die meisten Anwender werden mit der ausgezeichneten Bildqualität und den relativ wenigen, aber nützlichen Funktionen vollauf zufrieden sein.

Das auffälligste Manko der Ixus 70 ist die fehlende optische Bildstabilisierung. Für diesen Preis ist sie aber wohl auch nicht bei der Konkurrenz zu finden. Vor allem, wenn gleichzeitig eine ordentliche Bildqualität gewährleistet sein soll.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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