Dass der Funktionsumfang der 350D von der EOS 400D im Wesentlichen unverändert übernommen wird, ist überwiegend von Vorteil. In der kompletten Version wird die Kamera mit dem 18-bis-55-Millimeter-EF-S-Objektiv (f/3.5 bis f/5.6) geliefert. Dank des Konversionsfaktors von 1,6 ergibt sich damit ein 29-bis-88-Millimeter-Kleinbildäquivalent. Für den häufigen Gebrauch in geschlossenen Räumen wirkt das Objektiv allerdings etwas zu langsam.

Die meisten Hobbyfotografen werden alle grundlegenden Einstellmöglichkeiten vorfinden. Eine Handvoll manueller, halbmanueller und automatischer Belichtungsmodi sind vorhanden. Ein vom Benutzer wählbarer 9-Punkt-Autofokus und ein AI-Servo-Autofokus für bewegte Motive ergänzt die Palette. Auch gleichzeitige Aufnahmen im RAW- und JPEG-Format sind möglich.

Um mit anderen Kameras mithalten zu können, ist der CMOS-Chip der 400D jetzt selbstreinigend. Wie bei vielen anderen digitalen Spiegelreflexkameras auch vibriert die Tiefpassfilterschicht beim Ein- und Ausschalten der Kamera. So wird Staub vom Sensor abgeschüttelt. Außerdem ist der Filter mit einer antistatischen, staubabweisenden Beschichtung versehen. Darüber hinaus soll eine klebrige Einfassung des Sensors Staub fixieren und ihn am Herumfliegen im Kameragehäuse hindern. Zusätzlich zur Staubkontrolle ist der Tiefpassfilter in zwei Teile aufgeteilt. Jeglicher Staub, der sich vielleicht doch absetzt, befindet sich somit außerhalb des Schärfebereichs.

Leider bietet die 400D ebenso wenig wie die 350D eine Spotmessung. Nur eine mittenbetonte Integral- oder Selektivmessung ist möglich. Unter kniffligen Lichtverhältnissen wäre eine Spotmessung jedoch weitaus vorteilhafter. So kann es mit den vorhandenen Messmöglichkeiten zu deutlichen Unterbelichtungen bei Gegenlichtaufnahmen kommen. Bei einer Kamera dieser Klasse ist das unverzeihlich.

Performance

Obwohl der von der 400D verwendete CMOS-Bildsensor dieselben physischen Abmessungen hat wie die Version der 350D, hat Canon mehr Pixel auf derselben Fläche untergebracht. Damit erhöht sich die Auflösung. Auch das Design der Mikrolinsen, die auf jeder Photosite sitzen, wurde verbessert. Sie sammeln das indirekte Licht und fokussieren es auf den Sensor. Die Größe der Photosites selber hat man ebenfalls erhöht. Für eine Kamera ihrer Klasse ist das gemessene und sichtbare Rauschen der 400D immer noch ziemlich gering. Dennoch wirkt es deutlich stärker als bei der CCD-basierten Nikon D80, bei allen ISO-Einstellungen.

Insgesamt hinkt die 400D auch in puncto Geschwindigkeit der D80 hinterher. In der Praxis zeigt sich, dass die Kamera schnell und reaktionsfreudig reagiert. Die Aufnahme erfolgt aber häufig einen Sekundenbruchteil zu spät. Man sollte bedenken, dass es eine Weile dauert, sich an die Geschwindigkeit einer Kamera zu gewöhnen. Auch ein Gefühl für den Aufnahmerhythmus zu entwickeln, braucht seine Zeit. Vor allem, wenn man schon einmal mit schnelleren Profimodellen wie der Canon EOS 30D oder Olympus E-1 fotografiert hat. Aber die 400D ist schnell genug, dass man allmählich immer präzisere Aufnahmen machen dürfte.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Entbehrliches Nachfolgemodell: Canon EOS 400D

  • Am 18. Juni 2008 um 22:13 von Heinz

    Schlechte Gegenlichtaufnahmen???
    Mit der Canon 400d kann man durchaus gute Gegenlichtaufnahmen machen,wenn man nicht im Automatikmodus herumspielt,sondern den Begriff von Blende und Zeit verstanden hat…….

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