Bei Serienbildaufnahmen wird in Sachen Performance noch etwas herausgekitzelt. Die Geschwindigkeit ist dieselbe wie bei der 350D geblieben. Dennoch gibt Canon an, dass die 400D bis zu 27 Bilder im JPEG-Format oder 10 Bilder im RAW-Format schießen kann. Erst dann gelangt die Kamera an ihre Grenzen und wird langsamer. Bei den Tests ist das Ergebnis sogar noch etwas besser. Allerdings können die 7 Sekunden Pause, ehe man weiter fotografieren kann, schon frustrierend sein. Die 400D verwendet Canons Digic-II-Chipsatz statt des aktuellen Digic-III. Das lässt die Frage aufkommen, ob mit Letzterem nicht eine bessere Performance und Rauschunterdrückung zu erzielen wäre.

Die meisten Tests wurden mit dem im Lieferumfang enthaltenen Objektiv durchgeführt. Es kann zwar durch seine kompakten Abmessungen und sein geringes Gewicht überzeugen, ist aber doch zu langsam. Die maximale Blendenöffnung von f/3.5 lässt einfach nicht genug Licht durch. Sie ermöglicht auch keinen so kurzen Tiefenschärfebereich, wie man ihn sich wünscht. Außerdem gibt es chromatische Aberrationen, in diesem Fall violette Farbsäume. Das ist leider viel mehr, als man es von einer digitalen Spiegelreflexkamera erwartet. Selbst Augenreflexionen des separaten Blitzgeräts weisen solche Farbsäume auf.

Wer es sich leisten kann, sollte als Objektiv lieber das EF-S f/2.8 IS USM mit 17 bis 55 Millimetern verwenden. Dieses kann leider nicht im Test mit der 400D kombiniert werden. Es sollte aber leicht genug sein, um nicht zu einem Ungleichgewicht mit dem Kameragehäuse zu führen. Sicherlich ist es schnell genug, um einen breiteren Belichtungsspielraum zu bieten. Außerdem hat es den Vorteil einer optischen Bildstabilisierung und eines leiseren Motors.

Bildqualität

Trotzt der erwähnten Beanstandungen macht die Canon EOS 400D gute Fotos. Die Farben werden naturgetreu wiedergegeben. Sie hat bei ausreichender Beleuchtung einen großen Dynamikbereich. Auch der automatische Weißabgleich wirkt einwandfrei. Aufnahmen bei ISO 100 und ISO 200 sind sehr deutlich. Darüber hinaus sollte man mit nachträglichen Retuschen vorsichtig sein, wenn man nicht auf das Rauschen aufmerksam machen will.

Viele der Testaufnahmen sind nicht so gut fokussiert, wie man es vom Autofokussystem der 400D erwartet. Dennoch eignen sich einige durchaus für großformatige Ausdrucke, etwa 28 mal 40 Zentimeter auf einem Epson Stylus Photo R2400.

Canon plant nicht, die 350D aus dem Programm zu nehmen. Die Einführung des neuen Modells macht diese Kamera auch keineswegs überflüssig. Wer seine Objektive nicht so häufig wechselt, sich mit dem kleineren LCD-Bildschirm zufriedengibt, die etwas langsamere Geschwindigkeit der Serienbildfunktion verschmerzen kann und auch die bessere Auflösung nicht benötigt, braucht den höheren Preis für die EOS 400D nicht zu zahlen. Und wer noch keine Objektive von einem bestimmten Hersteller besitzt, der sollte lieber zur bislang besten Kamera des Jahres für unter 1200 Euro greifen – der Nikon D80.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Entbehrliches Nachfolgemodell: Canon EOS 400D

  • Am 18. Juni 2008 um 22:13 von Heinz

    Schlechte Gegenlichtaufnahmen???
    Mit der Canon 400d kann man durchaus gute Gegenlichtaufnahmen machen,wenn man nicht im Automatikmodus herumspielt,sondern den Begriff von Blende und Zeit verstanden hat…….

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *