Navigieren mit dem Handheld: Der MDA Compact III im Test

von Sandra Vogel am , 12:03 Uhr

Pro
  • integrierter GPS-Empfänger
  • lange Akkulaufzeiten
  • Radio
Con
  • kein WLAN
  • kein Kamerablitz
  • schlecht platzierter Erweiterungssteckplatz
Hersteller: T-Mobile Listenpreis: 450 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Die Batterielaufzeit des Compact III ist für ein PDA mit Telefonfunktion und GPS relativ gut. In der Ausstattung zeigen sich trotz integriertem Radio schwächen - UMTS und WLAN fehlen. Wer aber einen PDA zum Telefonieren und Navigieren sucht, ist mit dem MDA Compact III nicht schlecht bedient.

Ein Handheld mit Telefonfunktion reißt niemanden mehr vom Hocker, aber der MDA Compact III von T-Mobile kann auch noch einen Integrierten GPS-Chip vorweisen. Ob die Navigationsfunktion das Fehlen von WLAN oder UMTS wettmachen kann, bringt der Test ans Licht.

Mit dem MDA Compact III nimmt T-Mobile erstmals ein Smartphone [1] mit integriertem GPS-Empfänger in die MDA-Produktfamilie auf. O2 hat mit dem Xda Orbit ein sehr ähnliches Gerät im Portfolio. Beide Smartphones sind Versionen des HTC [2] P3300. Der MDA Compact III kostet bei T-Mobile 450 Euro ohne Vertrag.

Design

Mit 160 Gramm ist der MDA Compact III kein Leichtgewicht – er wiegt mehr als die meisten Mobiltelefone, die derzeit bei etwa 100 Gramm liegen. Dennoch liegt er mit Abmessungen von 5,8 mal 10,8 mal 1,6 Zentimetern bequemer in der Hand als viele ältere Handhelds.

Der Bildschirm hat eine herkömmliche Auflösung von 240 mal 320 Pixeln – das hätte man auch besser machen können. Das 2,8-Zoll-Display bietet einen großzügigen Sichtbereich. T-Mobile hat ein Symbol auf dem Windows-Mobile-Heute-Bildschirm hinzugefügt, mit dem man zwischen Hoch- und Querformat wechseln kann. Das Bild dreht sich aber nur im Uhrzeigersinn ins Querformat und gegen den Uhrzeigersinn ins Hochformat – Pech für Linkshänder.

Der Tastenbereich unter dem Bildschirm hat ein neues Design bekommen. Wo bei den Vorgängermodellen eine Navigationstaste und die zentrale Auswahltaste war, findet sich jetzt eine Kombination aus einem Rad und Mini-Trackball. Letzterer erinnert an den Trackball des Blackberry Pearl [3]. Bei Berührung wird er blau hinterleuchtet und mit ihm kann der Benutzer durch die Bildschirminformationen in mehrere Richtungen scrollen.

Wird der Maus-Modus gewählt, erscheint der Mauszeiger auf dem Bildschrim, der sich per Mini-Trackball bewegen lässt. Eine Aktion führt man über einen Druck auf den Trackball aus. Theoretisch hört sich das nach einer guten Idee an, aber im Praxistest gestaltete sich die Navigation eher schwierig. Die Arbeit mit einem Touchscreen ist präziser und weniger umständlich. Das Rad ist ein Kreis aus Metall, der an das Rädchen von tragbaren Musik-Playern erinnert wie bei der Sansa-e200-Serie von Sandisk. Man dreht es im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn um nach unten oder oben zu scrollen. Das funktioniert recht komfortabel.

Um die Trackball-Rad-Combo herum sind acht Tasten platziert: Neben Anruf-, Beenden- und zwei Softmenü-Tasten findet man einen Knopf, der das Windows-Mobile-Startmenü aktiviert sowie eine Taste, die als OK- oder Zurück-Taste fungiert. Die anderen beiden Knöpfe starten die GPS-Software und verbinden einen direkt mit den Web’n’walk-Services von T-Mobile.

Die langgezogenen Seiten des Geräts sind mit silberfarbenen Metallstreifen verziert, die sich vom überwiegend in grau gestalteten Gehäuse absetzen und einige Bedienelemente beherbergen. Auf der rechten Seite befinden sich der Einschalter sowie eine Taste, die Zugriff auf die integrierte Kamera bietet. Links sind ein Wippschalter für die Lautstärkeregelung und eine Taste untergebracht, die nach einem kurzen Druck die Sprachwahl-Software ausführt sowie nach einem längeren Druck die Sprachaufzeichnungsfunktion startet. T-Mobile liefert den MDA Compact III mit einer Tasche, die am Gürtel befestigt werden kann, einem USB-Kabel, einem Stereo-Headset und der Activesync-PC-Software aus.

Der MDA Compact III ist ein Quadband-GSM-Telefon mit GPRS-Unterstützung. Angetrieben wird er durch einen mit 200 MHz getakteten OMAP-850-Prozessor sowie 128 MByte ROM und 64 MByte RAM. Der Speicher kann mit Micro-SD-Karten erweitert werden. Micro-SD-Medien sind nicht unbedingt die erste Wahl zur Speichererweiterung: Die Karten sind klein, fummelig und fallen schnell herunter. Es ist eher unwahrscheinlich, dass man sie sehr häufig austauschen möchte, da man sowohl den Akku als auch die SIM-Karte herausnehmen muss, um an den darunter liegenden Steckplatz heranzukommen. Navigieren kann man mit T-Mobile Navigate, dem Navigationssystem von T-Mobile. Dazu muss die Navigate-Software (beiliegende CD) auf dem Handy installiert werden.

Auf der Rückseite des Geräts befinden sich das Objektiv für die integrierte 2-Megapixel-Kamera sowie ein Spiegel für Selbstporträts darunter. Die Kamera-Software wurde überzeugend implementiert. Über einen Druck auf die Taste an der Seite aktiviert man die Kamera und der Bildschirm wird zum Sucher mit an der Ober- und Unterkante angeordneten Symbolen, die Zugriff auf die Einstellungen bieten. So ist es beispielsweise ganz unkompliziert, die Bildauflösung zu ändern, Filter für verschiedene Lichtverhältnisse zu verwenden oder den Selbstauslöser einzustellen.

Der MDA Compact III unterstützt Bluetooth, aber kein WLAN, was ein großer Minuspunkt ist. WLAN ist mittlerweile für die mobile Handheld-Nutzung unerlässlich, da es Internetanschluss über Büronetzwerke und öffentliche Hotspots bietet. Möglicherweise war T-Mobile wegen der Nutzung von WLAN für Sprechverbindungen besorgt, so muss sich das Modell nun aber mit einem großen Nachteil herumschlagen.

Auf der anderen Seite bringt das Smartphone ein UKW-Radio mit, was in diesem Produktbereich eher eine Seltenheit ist. Das mitgelieferte Headset dient als Radio-Antenne, was die normale Vorgehensweise für Handhelds und Mobiltelefone mit integriertem UKW-Radio ist. Das Headset verwendet denselben Mini-USB-Anschluss wie die Netzanschluss- und PC-Verbindungskabel. Schön wäre auch die Möglichkeit gewesen, ein Headset mit 3,5-mm-Klinkenstecker anschließen zu können, da viele In-Ohr-Kopfhörer wie auch die mitgelieferten von T-Mobile unbequem sind – aber diese Option fehlt leider.

Der MDA Compact III wird mit dem Clearvue-Reader für PDF-Dokumente, einem vorinstallierten Zip-Datei-Manager sowie dem standardmäßigen Windows-Mobile-5.0-Software-Paket geliefert.

Im Einstellungen-Menü gibt es eine Option zur Konfiguration der Windows-Mobile-„X“-Taste, um Anwendungen durch kurzes oder längeres Antippen zu schließen. Normalerweise minimiert die Taste bei Windows Mobile einfach die Anwendung, so dass sich der Benutzer gegebenenfalls selber darum kümmern muss, Speicherplatz freizumachen, indem er mehrere Anwendungen auf einmal schließt. Zahlreiche Drittanwendungen bieten diese Funktionalität bereits, aber es ist zu begrüßen, dass T-Mobile sich entschieden hat, sie gleich mit dem Gerät anzubieten.

Die Akkulaufzeit ist ziemlich beeindruckend. Bei der ununterbrochenen Musikwiedergabe über eine Micro-SD-Karte mit eingeschaltetem Bildschirm hält der Akku 9 Stunden und 25 Minuten durch. Das sind gute Nachrichten für alle, die den MDA Compact III einige Tage fern von jeder Stromquelle nutzen möchten – einschließlich derjenigen, die auf der Suche nach einem GPS-Navigationsgerät sind, das auch außerhalb des Autos funktioniert. Schade, dass das Modell WLAN vermissen lässt. UMTS-Unterstützung wäre ein weiterer Pluspunkt für den MDA Compact III gewesen. Der SAR-Wert des Compact III liegt bei 0,57 W/kg.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39156164/navigieren-mit-dem-handheld-der-mda-compact-iii-im-test/

URLs in this post:

[1] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[2] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[3] Blackberry Pearl: http://www.zdnet.de/mobile/pda/0,39023410,39148344,00.htm