Nokia 5700 Xpress Music im Test: Musik aus dem Handy

von Kent German am , 00:00 Uhr

Pro
  • anwenderfreundliches Design
  • beeindruckender Funktionsumfang
  • wunderbare Gesprächs- und Musikqualität
Con
  • einige Bedienelemente sind schwer zu betätigen
  • die Fotoqualität enttäuscht
Hersteller: Nokia Listenpreis: 419 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das Nokia 5700 Xpress Music setzt den mit dem Nokia 5300 begonnenen Trend fort, indem es eine schöne Kombination aus Funktion, Leistung und Design bietet.

Als aktualisierte Version des 5300 bietet das 5700 alle Funktionen seines Vorgängers und einige Verbesserungen. Beim Design jedoch wartet es mit einem neuen Dreh auf – was durchaus wörtlich zu nehmen ist.

Statt das Schiebe-Design des 5300 zu übernehmen, besitzt das Nokia 5700 Xpress Music eine drehbare Tastatureinheit wie das Nokia 3250 [1]. Die Tastatur, das Objektiv der Kamera und die eigenen Steuerelemente für die Musikwiedergabe befinden sich auf verschiedenen Seiten, und jeder Position der Tastatureinheit ist eine andere Funktion zugeordnet. Wenn die Tastatur nach vorne zeigt, kann man wie gewöhnlich Anrufe tätigen und hat Zugriff auf alle Menüfunktionen.

Es sollen Fotos geschossen werden? Kein Problem. Dazu wird die Tastatureinheit einfach um 90 Grad gedreht – die Kamera erwacht sofort zum Leben. Eine Drehung nach links aktiviert den normalen Kamera-Modus, während mit einem Dreh nach rechts in den Selbstportrait-Modus geschaltet wird. Wer sich nach Musik sehnt, dreht die Tastatureinheit um 180 Grad und startet so den Music-Player.

Nokia 5700
Die drehbare Tastatureinheit des Nokia 5700 Xpress Music aktiviert die Musikwiedergabe.

Ergonomisch ist positiv, dass nicht zu viele Bedienelemente auf einer Seite des Handys angebracht wurden. Trotzdem wird manchen diese Anordnung nicht gefallen. Der Joystick ist ein wenig schwer zu erreichen, wenn die Tastatureinheit sich in der Kamera-Position befindet, und die Drehbewegung kann bei dauernder Verwendung lästig werden. Etwas Sorge bereitet auch die langfristige Haltbarkeit des Mechanismus.

Da das Design anders ist, fällt das 5700 größer aus als sein Vorgänger (10,8 mal 5,1 mal 1,7 Zentimeter gegenüber 9,2 mal 4,8 mal 2,1 Zentimetern). Obwohl man den größeren Umfang gleich sieht, ist das Handy nicht zu schwer (115 Gramm). Es liegt gut in der Hand und fühlt sich solide an. Das 5700 ist in drei Farbvarianten erhältlich: schwarz, rot und grau.

Das 2,2-Zoll-Display (320 mal 240 Pixel) unterstützt 16 Millionen Farben. Da die Darstellung intensiv und hell ist, eignet sich das Display für alles von Text bis Grafik hervorragend. Selbst als Sucher für die Kamera ist es geeignet. Die Menüs sind benutzerfreundlich und attraktiv. Besonders lobenswert: Nokia bietet eine Beschreibung selten genutzter Anwendungen, wenn der Nutzer den Cursor über das entsprechende Symbol hält. Die Schriftgröße, die Hinterleuchtzeit und die Helligkeit können eingestellt werden.

Nokia 5700
Das Nokia 5700 Xpress Music hat eigene Steuerelemente für die Musikwiedergabe.

Unterhalb des Displays befinden sich große und benutzerfreundliche Navigationselemente. Ein Fünf-Wege-Joystick dient als Shortcut für vier benutzerdefinierte Funktionen, die Verwendung erweist sich jedoch als etwas knifflig. Außerdem gibt es zwei programmierbare Multifunktionstasten, eine Gesprächs- und eine Auflegen-Taste. Das Menü wird über eine eigene Taste aufgerufen, während sich rechts eine Löschtaste befindet. Beide haben einen griffigen, gummiartigen Überzug. In ähnlicher Weise stehen die großen Tasten des Ziffernblocks etwas über die Oberfläche des Handys hinaus, sodass auch ohne hinzusehen leicht gewählt werden kann. Die Hintergrundbeleuchtung ist etwas schwach und die Aufschrift auf den Tasten eine Spur zu klein.

An der rechten Seite befinden sich ein Lautsprecher, die Infrarotschnittstelle und eine große Gummiklappe, die den Steckplatz der Micro-SD-Karte, den Anschluss für das Ladegerät und den Mini-USB-Anschluss abdeckt. Gut, dass alles so zugänglich ist, besonders, wenn man bedenkt, dass sich der Steckplatz für die Speicherkarte beim Vorgänger 5300 hinter dem Akku verbirgt.

Das mit dem Series 60 OS von Nokia betriebene Nokia 5700 bietet eine Vielzahl von Funktionen und Anwendungen. Das Telefonbuch des 5700 ist in seinem Fassungsvermögen nur durch den verfügbaren Speicherplatz beschränkt. Zu jedem Eintrag gehören zahlreiche Felder, darunter nicht weniger als 15 Arten von Telefonnummern, E-Mail- und Web-Adressen, Berufsbezeichnung, Abteilung und Unternehmensname, Arbeits- und Privatanschrift, Geburtstag, Jahrestage und so weiter. Zudem bietet das 5700 Video-Klingeltöne und eine Auswahl an Klingelton-Effekten.

Ebenfalls zum Standard-Angebot gehören Vibrationsmodus, SMS und MMS, Sprachaufzeichnung, Wecker, Kalender, Maß- und Währungsumrechner, Notizfunktion und Rechner. Das 5300 bot noch ein paar weitere Optionen, wie Countdown und Stoppuhr, einen großen Verlust stellt das Fehlen dieser Anwendungen beim 5700 jedoch nicht dar. Zu den Funktionen für das Arbeitsleben zählen IMAP4- und POP3-E-Mail, PC-Synchronisierung, Infrarot-Schnittstelle, Bluetooth 2.0 (mit Stereoprofil), Sprachsteuerung und Freisprecheinrichtung. Das 5700 unterstützt auch Instant Messaging und Push-to-Talk-Netzwerke, diese Dienste sind jedoch anbieterabhängig.

Bei derart viel Abwechslung ist es erfreulich, dass das 5700 anstelle der mickrigen 5 MByte, die das 5300 hatte, 50 MByte internen Speicher aufwarten kann. So hat man weit mehr Platz für ein großes Telefonbuch und das Speichern von Bildern und Anwendungen. Noch mehr Speicherplatz ist über den Micro-SD-Steckplatz verfügbar, der Karten bis zu 2 GByte aufnimmt. Das trifft es sich sehr gut, dass Nokia gleich eine 1 GByte große Micro-SD-Karte mitliefert.

Als Modell der Nokia-Xpress-Music-Serie ist einer der Höhepunkte des 5700 die Musikwiedergabe. Wie das 5300 hat auch das 5700 alles, was man von einem Musik-Handy erwarten darf: Stereo-Bluetooth und eine große Auswahl an Funktionen; Dateien können mit der Nokia-Music-Manager-Software einfach übertragen werden; eine leicht verständliche Benutzeroberfläche; gut gestaltete Steuerelemente und eine hervorragende Tonqualität. Der Player unterstützt Dateien der Formate MP3, AAC, AAC+ und WMA.

Obwohl das Design des Players eher minimalistisch ausfällt, ist er noch immer attraktiv und benutzerfreundlich. Der Name und die Länge der Stücke werden ebenso angezeigt wie der Interpret und der Name des Albums. Das 5700 unterstützt die Darstellung von CD-Covers, und es stehen mehrere Visualisierungen für die Musik zur Auswahl. Die Funktionen des Players sind solide, dazu gehören Zufallswiedergabe- und Wiederholungsfunktion, Stereo-Expander, physiologische Lautstärkeregelung und Balance-Effekte, ein grafischer Equalizer mit fünf Einstellungen (zwei davon sind individuell einstellbar) sowie ein Flugzeug-Modus.

Nokia 5700
Die Kamera des Nokia 5700 hat einen hellen Blitz.

In Sachen Bildgebung bietet das 5700 eine 2-Megapixel-Kamera, die JPG-Bilder in vier Auflösungen schießen kann (zwei weniger als das 5300): 1600 mal 1200; 1152 mal 864; 640 mal 480 und 320 mal 240 Pixel. Es gibt verschiedene Kamera-Einstellungen, darunter drei Qualitätsstufen, drei Farbeffekte, einen Panorama-Modus, einen Selbstauslöser, eine Serienbildfunktion, mit der man sechs Bilder in schneller Folge aufnehmen kann, einen einstellbaren Weißabgleich und einen 4-Fach-Zoom (das 5300 hatte einen 8-fach-Zoom). Individuelle Helligkeitseinstellung sind nicht möglich, aber der Blitz arbeitet im Vergleich zu anderen Foto-Handys bemerkenswert gut.

Nokia 5700
Die Fotoqualität des Nokia 5700 ist wenig beeindruckend.

Obwohl das 5700 eine höhere Auflösung hat als das 5300, ist keine große Steigerung der Fotoqualität zu bemerken. Genau genommen sehen mit dem 5700 aufgenommene Bilder unter bestimmten Bedingungen sogar schlechter aus. Viele der im Test geschossenen Aufnahmen sind relativ grobkörnig, wobei die Kanten der Gegenstände unscharf und die Farben verwaschen wirken. Sie sind keinesfalls schrecklich anzusehen, aber von einer hochauflösenden Kamera wie dieser kann man mehr erwarten. Die Videos gehen qualitativ in Ordnung. Sie sind zwar etwas körnig, jedoch ausreichend für kurze Szenen.

Neben UMTS bietet das 5700 noch eine ganze Reihe von Anwendungen, darunter Java-Unterstützung (J2ME), einen Flash-Player, UKW-Radio und die Unterstützung von Real One zur Wiedergabe von Videos. Durch die UMTS-Unterstützung ist auch Video-Streaming möglich. Das Radio funktioniert nur per kabelgebundenem Headset und läuft auch im Hintergrund, während der Benutzer andere Funktionen des Handys verwendet.

Die Gesprächsqualität des Quad-Band-Handys (GSM 850/900/1800/1900) ist insgesamt recht gut, mit ausnehmend klarer Sprachwiedergabe und mehr als ausreichender Lautstärke. Es gibt weder Störungen durch statische Aufladungen noch durch andere elektronische Geräte. Allerdings fällt auf, dass das Handy Windgeräusche aufnimmt. Die Gesprächspartner haben keine großen Probleme, sie können die Anrufer deutlich verstehen, auch wenn sie merken, dass ein Mobiltelefon verwendet wird. Für einige Gesprächspartner klingt die Stimme des Anrufers etwas roboterhaft.

Über die Freisprecheinrichtung klingen die Gespräche hervorragend. Der Ton wird in den Höhen nicht dumpf und auch von der Basslastigkeit anderer Freisprecheinrichtungen ist wenig zu spüren. Die Gesprächspartner sind jedoch nicht so zufrieden. Man muss schon recht nahe am Handy sein, um gut verstanden zu werden. Was Bluetooth angeht, werden einige Anrufe in Verbindung mit dem BH-105 getätigt, wobei das Ergebnis nicht immer zufriedenstellend ist. Die Geräte lassen sich jedoch problemlos miteinander verbinden.

Das 5700 bietet, wie schon das 5300, eine tolle Musikqualität. Der Klang aus den Stereolautsprechern ist viel besser als der fast aller anderen Musik-Handys. Allein die tiefen Bässe könnte der eine oder andere vermissen, sonst gibt es kaum Anlass zu Beschwerden. Es ist trotzdem wenig überraschend, dass die Musikstücke im Test mit Stereo-Kopfhörern am besten klingen.

Das Übertragen von Musik auf das Handy ist dank der mitgelieferten Nokia PC Suite ganz einfach. Der Datentransfer geht schnell vonstatten, die Software ist leicht zu installieren. Musikstücke können per Bluetooth oder per USB-Kabel überspielt werden, geschützte Dateien allerdings nicht. Die besten Ergebnisse werden erreicht, wenn eine Micro-SD-Karte zum Speichern der Musikdateien verwendet wird.

Bei den Leistungen fällt die hervorragende Klangqualität von Gesprächen und Musik auf. Die Fotoqualität ist allerdings enttäuschend und mit 419 Euro ist das Handy etwas kostspielig. Die für das 5700 angegebene Akkulaufzeit ist recht kurz, sowohl für ein Nokia- wie auch für ein GSM-Handy. Angegeben werden 3,5 Stunden Gesprächzeit, 4 Stunden Video-Wiedergabe und 10 Stunden Musik-Wiedergabe. Lediglich die angegebene Standby-Zeit entspricht mit 12 Tagen den Erwartungen. Das 5700 hat einen digitalen SAR-Wert von 1,33 Watt pro Kilogramm.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39156273/nokia-5700-xpress-music-im-test-musik-aus-dem-handy/

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[1] Nokia 3250: http://www.zdnet.de/mobile/handy/0,39023408,39149161,00.htm

[2] Stereoanlage: Nokia Music Express 5700: https://www.cnet.de/39155242/stereoanlage-nokia-music-express-5700/?pid=1#sid=39156273