Wi-Fi-Audiosystem mit kleinen Macken: Philips Streamium WACS7000

von Nate Lanxon am , 00:00 Uhr

Pro
  • problemloses Setup
  • einfache Menüs
  • weit reichende Wi-Fi-Verbindung
  • guter Sound am Center
Con
  • langsames CD-Ripping
  • mäßige Lautsprecher an der Satellitenstation
  • kein Streaming von Netzwerkmedien an andere Nebengeräte
  • langsame Menüs
Hersteller: Philips Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,9 von 10 Punkte
Fazit:

Das WACS7000 von Philips wartet mit einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis auf. Die Lautsprecher der Satellitenstation sind jedoch etwas enttäuschend.

Das Philips Wireless Music Center WACS7000, Nachfolgemodell des WACS700, ist ein solides Produkt für Technikmuffel, die digitale Musik hören möchten, ohne sich mit einem PC herumärgern zu müssen. Der Sound erweist sich als gut und die Bedienung als einfach. Im Vergleich zur Konkurrenz treten allerdings zu viele kleine Probleme auf.

Wer seine gesamte Musiksammlung per Tastendruck abrufen und dabei auf einen PC verzichten möchte, dürfte dieses Gerät für eine tolle Idee halten: Das Philips Streamium Wireless Music Center WACS7000, Nachfolgemodell des WACS700, ist eine kabellose Hi-Fi-Anlage. Sie besteht aus einer zentralen Jukebox (dem Center) und einem separaten Abspielgerät (der Station) für die Wiedergabe der auf dem Center gespeicherten Musik. Diese beiden kabellos verbundenen Netzwerkkomponenten werden im Gesamtpaket verkauft. Zusätzliche Stationen sind einzeln erhältlich.

Darüber hinaus gibt es auch einen Wi-Fi-Wecker, den Philips Streamium WAK3300, der ebenfalls auf das Center zugreifen kann (separater Testbericht folgt demnächst). Doch wie sieht das in der Praxis aus?

Design

Die Verarbeitung des Centers ist insgesamt zufriedenstellend. In der Mitte befindet sich ein 48 Millimeter (1,9 Zoll) großer, monochromer LCD-Bildschirm. Philips hat sich damit allerdings leider nicht so viel Mühe gegeben wie Sony [1] bei seiner Giga Juke NAS-50HDE [2]. Beide Systeme sind sich ziemlich ähnlich, das Sony wirkt optisch jedoch weitaus attraktiver. Das Philips-Display zeigt aber immerhin alle wichtigen Informationen an.

Der bemerkenswerteste Design-Aspekt ist das selbstladende CD-Fach (Slot-In). Es ist vertikal in die Oberseite des Systems integriert. Damit gehören unansehnliche horizontale CD-Fächer endgültig der Vergangenheit an.

Die mitgelieferte Station sieht ähnlich aus, ist aber kleiner. Auch die Anordnung der Bedienelemente ist beinahe identisch. Nur das Display hat kleinere Ausmaße als das am Center.

Ausstattung

Als Jukebox ist das Center selbst gut ausgestattet. Allerdings gibt es auch einige Kritikpunkte, wodurch die Freude merklich getrübt wird (unten mehr dazu).

Die 80-GByte-Festplatte hat Platz für eine komplette CD-Sammlung. Die CD-Titel können mit unterschiedlichen MP3-Bitraten gerippt werden. Auch die Einbindung einer digitalen Musiksammlung auf einem PC ist möglich. Die Dateien lassen sich direkt auf die Festplatte des Centers laden. Man kann aber auch die Station in das bestehende, kabelgebundene oder kabellose Heimnetzwerk integrieren. Philips bietet eine äußerst unkomplizierte Anwendung zur mühelosen Einrichtung des PCs als Medienserver.

Zur effektiven Titelzuordnung der gerippten CDs enthält die Center-Festplatte eine Liste der 800.000 beliebtesten CDs. Die Informationen stammen von der Musikdatenbank Gracenote. Das Center sucht in der Datenbank nach den richtigen Informationen zu Interpret, Album und Titel für die aktuelle CD. Im Test funktioniert das bei allen gerippten CDs erfolgreich.

Die Station kann alle Daten, die auf der Center-Festplatte gespeichert sind, kabellos streamen. Leider ist das Streamen von Medien, auf die das Center selbst kabellos zugreift, etwa die Musiksammlung auf einem PC, nicht problemlos möglich. Dasselbe gilt für Datenquellen, die über den externen Eingang des Centers angeschlossen sind. Das ist schon etwas ärgerlich.

Das Problem kann umgangen werden, indem die Station per Kabel an das Netzwerk angeschlossen wird. Auf diese Weise kann sie die Daten direkt vom PC streamen. Nebenbei bemerkt: Es steht auch ein UKW-Radio zur Verfügung.

Ziemlich pfiffig ist dagegen die Funktion Music Follows Me. Bevor man das Zimmer mit der Center-Einheit verlässt, drückt man die Taste Music Follows Me. Die Musikwiedergabe wird angehalten. Anschließend lässt sich die Titelwiedergabe an gleicher Stelle auf der Station im nächsten Zimmer fortsetzen.

Die gut durchdachte 2-Wege-Fernbedienung ist mit einer LCD-Anzeige ausgestattet, dessen Aufbau exakt den Displays der beiden Systemkomponenten entspricht. Die jeweils anzusteuernde Komponente kann auf der Fernbedienung manuell ausgewählt werden.

Im Modus Music Broadcast wird die auf der Center-Festplatte laufende Musik auf alle erreichbaren Stationen übertragen. Doch auch hier gibt es ein Problem: Um eine vorübergehend abgeschaltete Station zu reaktivieren, muss am Center ein komplett neuer Broadcast gestartet werden.

Performance

Das Setup ist bei beiden Komponenten ein Kinderspiel. Die Installation erfolgt automatisch und kann mit wenigen Tastendrucken konfiguriert werden. Die im Lieferumfang enthaltene PC-Media-Management-Software ist ausgereift. Sie benötigt nach der problemlosen Installation nur wenige Sekunden für die Systemkonfiguration.

Anschließend können Center oder Station in einem kabelgebundenen oder kabellosen Netzwerk über die Bibliothek auf die gespeicherten Medien zugreifen. Auch Technikmuffel dürften für die vollständige Einrichtung der Systemkomponenten kaum mehr als 15 Minuten benötigen.

Das Rippen von CDs auf die interne 80-GByte-Festplatte des Centers dauert jedoch lange. Bis eine CD vollständig in MP3 mit der höchsten verfügbaren Bitrate von 320 KBit/s gerippt ist, verstreichen im Test fast 15 Minuten. Über den externen Eingang kann Musik von jeder Audioquelle auch in Echtzeit aufgezeichnet werden. Das System unterstützt daneben auch nicht komprimierte Audiosignale.

Die Menüs reagieren gelegentlich extrem langsam. Die beiden getesteten USB-Sticks funktionieren weder an der Station noch am Center. Das Center stürzt bei Anschluss der USB-Sticks sogar ab: Es muss anschließend neu gestartet werden.

Die Klangqualität der Center-Einheit wird den meisten Hörern zusagen – auch wenn die Trennung zwischen den einzelnen Instrumenten nicht ganz so gut ausfällt wie bei anderen Systemen. Doch das Music-Center wartet mit kräftigen Bässen und akkuraten Höhen auf.

Die satten Drum’n’Bass-Beats von „Pendulum“, den Favoriten der Clubszene, werden kraftvoll übertragen. Bei größeren Lautstärken versetzen sie den Fußboden in Schwingungen. Der sanftere Rock der am anderen Ende des Spektrums angesiedelten „Dire Straits“ wird ebenso präzise und mit angemessener Klangwärme wiedergegeben. Die Leistung fällt insgesamt sehr gut aus.

Die Leistung der Music-Station, der kleineren Satellitenkomponente, kann nicht ganz so gut bewertet werden. Hier sind die Bässe nicht ausreichend vertreten. Popsongs gibt das Gerät im Allgemeinen mit guter Klangqualität wieder. Ein Teenager dürfte mit dieser Anlage im Zimmer mehr als zufrieden sein.

Das Wi-Fi-Signal zwischen den beiden Komponenten übersteht die Teststrecke zwischen zwei Büroräumen unbeschadet. In einem älteren Gebäude mit dicken Wänden aus Sandstein könnte dies aber anders aussehen.

Fazit

Das WACS7000-System besteht aus zwei funktionstüchtigen Komponenten. Philips hat aber zu viele Punkte nicht bedacht. Auch fehlen einige kleinere Features. Deshalb fällt das Urteil nicht komplett zufriedenstellend aus.

Das Setup ist zwar kinderleicht, doch insgesamt neigt das System gelegentlich zur Trägheit. Das Center kann ausschließlich Musik wiedergeben, die auf der internen Festplatte gespeichert ist. Zudem lässt die CD-Ripping-Geschwindigkeit sehr zu wünschen übrig.

Wer lediglich eine Jukebox und einen Audio-Streamer benötigt, ist mit der Giga Juke NAS-50HDE [2] von Sony wahrscheinlich besser bedient.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39156857/wi-fi-audiosystem-mit-kleinen-macken-philips-streamium-wacs7000/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] Giga Juke NAS-50HDE: https://www.cnet.de/tests/mp3/0,39030934,39155827,00/kompaktanlage+mit+praktischen+features+sony+giga+juke+nas_50hde.htm