Motorola Razr2 V8: Ultraflach und Touchscreen außen

von Andrew Lim und Daniel Schraeder am , 00:00 Uhr

Pro
  • Design
  • nur 12 Millimeter dick
  • großes Farbdisplay innen und außen
  • Touchscreen außen mit Vibration
Con
  • kein UMTS
  • kein Speicherkartenslot
  • 2-Megapixel-Kamera
Hersteller: Motorola Listenpreis: 399 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Motorola hat es tatsächlich geschafft: Das neue Razr ist noch flacher und die Menüs sind endlich einfacher zu bedienen. Allerdings fehlen UMTS und eine starke Kamera - zwei Megapixel sind inzwischen überholt. Außerdem fühlt sich das Razr2 nicht ganz so solide an wie sein Vorgänger.

Das Razr2 ist flacher, hübscher und besser zu bedienen als seine Vorgänger. Wirklich neue Funktionen gibt es allerdings nicht.

Das Motorola Razr verkauft sich immer noch gut. Kaum zu glauben, dass es bereits 2004 auf den Markt kam und sich seitdem großer Beliebtheit erfreut. Sein auffälligstes Merkmal ist die schlanke Bauform, die auch heute noch Maßstäbe setzt.

Drei Jahre, diverse Sondermodelle und einige Erweiterungen später gibt es nun einen echten Nachfolger, der genau den passenden Namen bekommen hat: Razr2. Es ist flacher, glänzender und hat mehr Funktionen.

Design

Wer ein Razr V3 hat oder hatte, bemerkt auf den ersten Blick, dass das V8 deutlich mehr glänzt. Das Gehäuse ist, so Motorola, aus Edelstahl, Chrom und gehärtetem Glas gefertigt. Leider fühlt es sich aber ein wenig nach Plastik und weniger stabil als der Vorgänger an.

Nicht jedem gefällt das schimmernde Äußere, das bei Bewegungen im Licht so gut wie jede Farbe reflektiert. Wer aber auf Handys wie das LG [1] Shine steht, wird auch die Optik des Razr2 mögen.

Zu den beeindruckendsten Neuerungen zählt sicherlich das große Außendisplay. Es misst 31 mal 40 Millimeter – größer als das einzige Display vieler anderer Handys. Außerdem ist es berührungsempfindlich – aber dazu später mehr.

Das V8 fällt etwas kleiner aus als das Razr V3. Mit 12 Millimetern Bauhöhe ist es auch noch flacher als sein Vorgänger. Zum Glück bleibt es genauso breit, was eine angenehme Bedienung in der Hand ermöglicht.

Wer das V8 aufklappt, wird von einem großen, hellen Farbdisplay begrüßt. Die darunter angebrachte Tastatur hat eine angenehme Größe und lässt sich gut bedienen. Es gibt auch keine störenden Gehäuseteile, die das Drücken der oberen oder unteren Tasten erschweren würden.

Die Tasten auf den Seiten können hingegen nicht überzeugen. Okay, unser Testgerät ist ein Engineering Sample und noch nicht das endgültige Modell – vielleicht ändert sich hier noch etwas. Doch fummelig werden die dünnen Knöpfe auf der flachen Seitenfläche bleiben. Auch das Scharnier kann nicht vollständig überzeugen. Wird die obere Hälfte des Gerätes im aufgeklappten Zustand noch etwas gedrückt – etwa durch das anliegende Ohr beim Telefonieren -, knarzt es unerfreut.

Ausstattung

Die linuxbasierte Oberfläche des V8 ist ein Riesensprung im Vergleich zum alten, ergonomisch grausamen und erstaunlich unintuitiven Interface früherer Motorola-Modelle. Unterschiede zu anderen führenden Handyherstellern gibt es nun nicht mehr. Die Icons sind hübsch anzusehen und selbsterklärend. Das Schreiben von Kurznachrichten, Aufnehmen von Fotos oder Abspielen von Musik klappt auf Anhieb. Der MP3-Player lässt sich sogar bedienen, ohne dass man das Razr2 aufklappen muss.

Der Grund dafür ist der berührungsempfindliche äußere Bildschirm. Tippt man auf ihn, vibriert das Telefon leicht und gibt so eine spürbare Rückmeldung: Ja, der Knopf wurde gedrückt. Das funktioniert sehr gut: In der Praxis merkt man keinen Unterschied zwischen der Bedienung über das Display und der Steuerung über die mechanischen Tasten im Inneren.

Eine andere praktische Funktion des Außendisplays ist der SMS-Reader. Er präsentiert Kurznachrichten, ohne dass man das V8 aufklappen muss. Allerdings erweist es sich als etwas zäh, die Tastensperre des Displays aufzuheben.

An Bord befinden sich ordentliche 2 GByte Flash-Speicher. Leider gibt es keinen Kartenslot – Aufrüsten ist also nicht möglich. Ebenfalls auf die Liste der Mängel gehört das fehlende UMTS. Schade auch, dass sich die Klingeltöne nicht gleichzeitig mit dem Vibrationsalarm aktivieren lassen: Hier gilt entweder – oder.

Leistung

Die Sprachqualität hinterlässt einen guten Eindruck. Beide Gesprächspartner können sich gut verstehen, es gibt kein Rauschen, kein Nuscheln und kein Brummen. Der Lautsprecher erledigt seinen Job ebenfalls. Aufgespielte Musik klingt ebenfalls gut – beim Test kommt das Stereo-Bluetooth-Headset S9 von Motorola zum Einsatz.

Dagegen kann die 2-Megapixel-Kamera nicht ganz überzeugen. Wie erwartet ist die Bildqualität nur mäßig. Viele Einstellungsmöglichkeiten gibt es ebenfalls nicht – aber das Razr2 ist ja schließlich auch kein explizites Knips-Handy.

Alle zwei Tage wollte das V8 bei durchschnittlicher Nutzung wieder an die Steckdose. Das ist keine Glanzleistung, aber okay. Der Hersteller gibt eine Gesprächszeit von 500 Minuten und eine Standbyzeit von 280 Stunden an.

Fazit

Das Razr2 ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung und wird Fans von flachen Handys überzeugen. Das Fehlen von UMTS und Speicherkartenslot kann man aber nicht entschuldigen. Schade auch, dass Motorola die Kamera nicht verbessert hat. Dennoch kann das V8 als das beste Razr aller Zeiten gelten.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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