Videos im Internet: Vom privaten Clip bis zum Spielfilm

von Marco T. Christof am , 10:10 Uhr

Riesige Videoarchive mit Filmen, Serien und Musikclips schlummern im Internet – zumindest theoretisch. Die Tipps von CNET.de helfen Ihnen beim Aufspüren, Speichern und Abspielen. Außerdem erfahren Sie, worauf Sie bei der Nutzung von Online- und Versand-Videotheken achten sollten.

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Riesige Videoarchive mit Filmen, Serien und Musikclips schlummern im Internet – zumindest theoretisch. Die Tipps von CNET.de helfen Ihnen beim Aufspüren, Speichern und Abspielen. Außerdem erfahren Sie, worauf Sie bei der Nutzung von Online- und Versand-Videotheken achten sollten.

Wer mit Google [1] nach Videos sucht, verpasst das Beste. Video.Google.de listet auf den vorderen Plätzen bevorzugt Videos aus dem hauseigenen Youtube-Angebot, erst viel weiter hinten finden sich auch Treffer anderer Videoportale wie Myspace-TV und Dailymotion. Dabei gibt es inzwischen reichlich gute Youtube-Konkurrenten. Go2Web20 und das Web-2.0-Directory zählen einige davon auf.

Google Video
„Sortiert nach Relevanz“ bedeutet bei Google: Die vorderen Ränge sind großteils für das hauseigene Youtube reserviert.

Die besten Video-Suchmaschinen

Anfangs macht es Spaß, die einzelnen Videoportale selbst zu durchforsten. Schneller kommen Sie aber mit einer guten Suchmaschine ans Ziel. Da wären zum einen die bekannten Namen wie Yahoo, AOL, Altavista und Alltheweb. Noch bessere Ergebnisse liefern jedoch die Spezialisten, allen voran Blinkx. Einen Suchversuch lohnen auch Dabble, Purevideo und Exalead.

Blinkx
Blinkx durchsucht die Videoportale von mehr als 200 Anbietern.

Videos speichern und abspielen

Üblicherweise werden Sie sich die Videos direkt im Browser ansehen – oder zumindest hätten das die Anbieter gerne. Wenn Sie ein größeres Wiedergabefenster bevorzugen oder ein Video öfter abspielen möchten, speichern Sie es auf Festplatte. Die Seite Keepvid hilft Ihnen dabei: Kopieren Sie die Internetadresse des gewünschten Videos, fügen Sie sie ins Eingabefeld von Keepvid ein und klicken Sie auf „Download“. Keepvid zeigt nun den passenden Download-Link an. Klicken Sie darauf, um das Video zu speichern.

Keepvid
Mit Keepvid speichern Sie die gefundenen Videos auf Festplatte.

Meist enthält der Dateiname eine ominöse Endung wie .flv, was für „Flash Video“ steht. Der Windows Media Player kann damit nichts anfangen. Also installieren Sie sich die derzeit beste Alternative, den kostenlosen VLC Media Player. Er läuft klaglos auf allen möglichen Betriebssystemen, darunter Windows, Linux und Mac OS X. Falls der VLC bei einer bestimmten Datei doch einmal streiken sollte, springt vielleicht der Media Player Classic ein. Die dritte Alternative, der Democracy Player, wurde kürzlich in Miro umgetauft. Ganz fehlerfrei arbeitet die aktuelle Version noch nicht, Potential hat Miro aber: Es hilft auch bei der Videosuche im Internet und beim Abspeichern.

Miro
Miro sucht und speichert Videos. Zudem spielt er auch seltene Formate ab.

Werbemüll und Illegales

Die Video-Suchmaschinen eignen sich perfekt dazu, Musikschnipsel, Filmtrailer oder Vorspänne von Fernsehserien aufzutreiben. Auch skurrile private Videos tummeln sich in großen Mengen auf den Videoportalen. Mit zunehmender Popularität werden die Seiten jedoch von Werbung und Müllbeiträgen überschwemmt. Auf vollständige Musikvideos, komplette Filme und Serienepisoden werden Sie ebenfalls häufig stoßen – in den meisten Fällen handelt es sich um illegale Kopien. Aus diesem Grund hat der Medienkonzern Viacom unlängst Youtube auf Schadensersatz in Milliardenhöhe verklagt.

Drawn together
Von beliebten TV-Serien wie Drawn Together finden sich auf Youtube komplette Folgen, aufgesplittet in mehrere Teile. Den Rechteinhabern ist das ein Dorn im Auge.

Manchmal verweisen die Suchergebnisse auf amerikanische Online-Videotheken oder andere kostenpflichtige Angebote. Ob Europäer dort einkaufen können, hängt vom Einzelfall ab. Wenn Ihnen der Sinn mehr nach einem gemütlichen Filmabend als nach Suchorgien besteht, sind andere Alternativen gefragt.

Die Internet-Videotheken: Video on Demand (VOD)

In Zeiten von DSL 16.000 und 25.000 liegt es nahe, Filme und Serien bei einer Online-Videothek herunterzuladen. DVD-Verleiher vor Ort berechnen oft weniger als einen Euro pro Film – online könnte man also auf Preise zwischen fünfzig Cent und einem Euro hoffen, da die Anbieter kein Ladengeschäft unterhalten müssen. Und natürlich sollte eine riesige Auswahl an Filmen selbstverständlich sein.

Doch Pustekuchen: Mindestens einen Euro, meist aber zwei bis vier Euro am Tag kostet jeder Film bei VOD-Anbietern wie Maxdome, T-Online, Arcor, Ewetel, Myvod, In2Movies, One4Movie oder RTL Now. Es gibt auch günstigere Paketpreise, doch über die mickrige Auswahl von wenigen hundert oder tausend Filmen tröstet das nicht hinweg – jede Dorfvideothek hält da locker mit.

Maxdome
Magere Ausbeute: Ganze drei Action-Filme lassen sich bei Maxdome laut Liste einzeln herunterladen. Nur einer davon ist derzeit wirklich verfügbar.

Beinahe länger als die Liste der Filme ist die Liste der Einschränkungen: Nur T-Online-Kunden dürfen zum Beispiel das T-Online-Angebot nutzen. Wegen der diversen Kopierschutz-Maßnahmen (DRM) lassen sich die Videos sämtlicher Anbieter nur auf Windows-Rechnern oder mit spezieller Hardware abspielen. Auch der Internet Explorer ist großteils Pflicht. Die Bildqualität kann nur selten mit DVDs mithalten, Extras oder mehrere Tonspuren gibt es nicht. Um den Film auf dem Fernseher wiederzugeben, müssen Sie diesen über ein Kabel mit dem PC verbinden. Die Qualität kann dadurch weiter leiden, zumindest bei alten analogen Schnittstellen wie Composite.

Online DVDs ausleihen

Solange die Download-Videotheken ein derart schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, blüht der altmodische Versandhandel. Online-DVD-Verleiher wie Netleih, Amango und Amazon führen 10.000 bis 20.000 verschiedene Filme und Serien, aktuelle Hollywood-Streifen ebenso wie seltenere europäische Titel, Opern und Dokumentationen. Nach Ihrer Anmeldung füllen Sie die Bestell-Liste mit den Filmen Ihrer Wahl, ein bis drei Tage später finden Sie die ersten DVDs im Briefkasten. Sie können sie solange behalten, wie Sie wollen. Wenn Sie die Filme angesehen und zurückgeschickt haben, trudeln ein paar Tage später die nächsten Titel von Ihrer Liste ein.

Wie viele Lieferungen Sie maximal im Monat erhalten und wie viele DVDs jede Lieferung umfasst, hängt vom Anbieter und vom Abopaket ab. Bei Amango beispielsweise kostet das kleinste Paket 10 Euro monatlich, inklusive Portokosten und Rückumschläge. Jede Lieferung besteht aus exakt einer DVD, die Zahl der Lieferungen pro Monat ist theoretisch nicht begrenzt. Je nachdem, wie lange Sie einen Film behalten und wie schnell der Anbieter und die Post reagieren, kommen Sie also auf maximal fünf bis zehn Filme im Monat. Angesichts der großen Auswahl und der bequemen Rückgabe in jedem Briefkasten ist das ein gutes Angebot.

Netleih
DVD-Versender wie Netleih führen bis zu 20.000 Filme und Serien im Sortiment.

Doch die DVD-Abos haben auch auch einige Nachteile. Die meisten Anbieter orientieren sich beim Versand nicht exakt an der Reihenfolge Ihrer Wunschliste, sondern berücksichtigen auch die Verfügbarkeit der DVDs. Wenn Sie einen Film mit Überlänge bestellen, der aus zwei DVDs besteht, kann es Ihnen bei einem Einzelpaket im schlimmsten Fall passieren, dass Sie den zweiten Teil erst eine Woche später erhalten – oder gar vor dem ersten Teil. Abopakete mit zwei oder mehr DVDs je Lieferung sind daher meist die bessere Wahl. Möglich ist auch, dass Sie defekte DVDs erhalten oder dass der Anbieter zu lange für die Lieferung benötigt. Lassen Sie sich also besser nicht auf lange Vertragslaufzeiten ein, eine Kündigung sollte monatlich möglich sein. Eine gute Übersicht über die deutschen Anbieter findet sich auf DVD-Verleih.info.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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