Es gibt tatsächlich einen Grund, die beiden Einstellungen zu kombinieren: Beide ermöglichen es, die Belichtung zu verlängern oder zu verkürzen. Doch jede Option erzeugt andere Nebeneffekte, wenn sie verändert wird. Die Einstellungen für Belichtungszeit und Blende funktionieren zudem eher wie Automatik-Modi – und nicht wie manuelle. Man kann sie nicht unabhängig voneinander verändern.

Weitere Aufnahmeoptionen sind Gegenlichtkompensation, fünf Szenenmodi sowie der Magicpix-Nachtmodus, bei dem die Verschlussgeschwindigkeit unter 1/60 geht. Ein sehr guter Tele-Makro-Modus, ein Soft-Skin-Modus, Zebrastreifen, ein Windfilter für den Ton und ein Zoom-Mikrofon ergänzen die Auswahl.

Der SD1 bietet darüber hinaus die Funktion Auto-Ground-Directional-Standby (AGS). Das ist weiter nichts als eine fantasievolle Art zu sagen, dass die Kamera in den Standby-Modus geht, wenn sie mit der Oberseite nach unten gehalten wird.

Performance

In der höchsten Qualität, dem HF-Modus, belegt der SD1 ein GByte für zehn Minuten Video. Dabei arbeitet er mit einer konstanten 13-Mbit/s-Kodierung. In den niedrigeren Qualitätsstufen HN und HE schaltet der SD1 auf eine Kodierung mit variablen Bitraten um. Damit verlängert sich die verfügbare Aufnahmedauer auf etwa 15 Minuten pro GByte bei 9 Mbit/s beziehungsweise 22 Minuten pro GByte bei 6 Mbit/s.

Alles in allem ist die Videoqualität des SD1 ganz ordentlich. Bei gutem Licht sehen die Videos für gewöhnlich sauber und scharf aus. Die Farben sind leuchtend und gefällig. In der Regel stimmt auch die Belichtung. In Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen ist wenig Rauschen zu erkennen. Standbilder mit 1920 mal 1080 Pixeln sehen beim Ausdruck bis zu einer Größe von 200 mal 115 Millimetern anständig aus. Man sollte aber keine hochauflösenden Aufnahmen größer als DIN A4 ausdrucken.

Auf einem HD-Bildschirm kommen Videos und Standbilder gut raus. In einem Videobearbeitungsprogramm verlieren die Aufnahmen jedoch ein wenig von ihrem Glanz. Panasonic verwendet einen unterdimensionierten 520.000-Pixel-Sensor (effektive Auflösung). Deshalb tauchen Zeilensprung- und Interpolationsartefakte auf.

Die Bildqualität ist ebenfalls untrennbar mit der Leistung verbunden. Und die ist nicht gerade berauschend. Der Autofokus wirkt einen Tick zu langsam, um bei unberechenbaren Motiven, wie etwa springenden Eichhörnchen, mitzukommen. Der automatische Weißabgleich scheint meist falsch zu reagieren und erzeugt zu kühle Töne. Gelegentlich wird die Videoaufnahme besonders weich und der Autofokus rastet nicht ein. Immerhin arbeitet der optische Bildstabilisator zufriedenstellend.

Fazit

Der Panasonic HDC-SD1 ist ein guter, wenn auch nicht überwältigender Camcorder. Er sammelt eine Menge Pluspunkte wegen seiner erstaunlichen AVCHD-Videos. Die Aufnahmen sind recht hübsch anzusehen, das Aufnehmen und erst recht das Bearbeiten macht aber keinen besonderen Spaß.

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