Schon getestet: LG KU990, Foto-Handy mit 5 Megapixeln und Youtube-Uploader

von Andrew Lim und Daniel Schraeder am , 00:00 Uhr

Pro
  • Touchscreen
  • 5-Megapixel-Kamera
  • UMTS mit HSDPA
  • Video-Uploader für Youtube vorinstalliert
Con
  • keine Kameraabdeckung
  • kein WLAN
  • Modus-Schalter für die Kamera ist schwer zu bewegen
Hersteller: LG Listenpreis: etwa 500 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,2 von 10 Punkte
Fazit:

Das KU990 ist definitiv mit das beste Smartphone, das LG bislang auf den Markt gebracht hat. Wer auf der Suche nach einem eleganten Kamera-Handy ist, sollte sich das KU990 definitiv näher ansehen. Gut gefallen die kleinen Gimmicks - etwa die haptische Touchscreen-Rückmeldung durch Vibration, die Anwendung zur Bildbearbeitung oder der Video-Uploader für Youtube.

Wer auf der Suche nach einem guten Kamera-Handy mit netten Extras, ordentlicher Ausstattung und stylischer Optik ist, sollte sich das KU990 von LG auf jeden Fall näher ansehen.

Beim LG [1] KU990 handelt es sich um ein Foto-Handy mit 5-Megapixel-Kamera, Autofokus und Xenon-Blitz.

Die Foto-Funktionen sind nicht das alleinige Herausstellungsmerkmal dieses Handys. Auf den ersten Blick fällt der große Touchscreen auf, der sich hervorragend dazu eignet, Bilder anzusehen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, aufgenommene Video-Clips direkt über den PC per Handy-Netz in Youtube einzustellen.

Videos nimmt das KU990 mit bis zu 120 fps (frames per second) auf. Die meisten Camcorder zeichnen nur ein Viertel der Bilder auf. Die hohe Frequenz ermöglicht starke Zeitlupenaufnahmen – ideal für sportliche Clips. Das unten eingebettete Youtube-Video haben wir mit dem KU990 aufgenommen.

Zu Preisen und Verfügbarkeit liegen bislang keine Informationen vor.

Design

Viele Kamera-Handys nehmen zwar gute Fotos auf, sehen aber nicht besonders sexy aus. Glücklicherweise gehört das KU990 nicht zu den hässlichen Knochen – wir behaupten sogar, es ist eines der bestaussehendsten Foto-Handys, die derzeit zu kaufen sind.

Das KU990 hat ein funktionales Design. Eine Prise Understatement gehört ebenso zum Rezept wie etwas Klasse. Es fühlt sich leicht an, aber nicht nach chinesischem Plastik, und wirkt eher wie ein High-End-Handy als ein billiges Telefon aus asiatischer Fertigung.

Wie das Prada-Handy von LG und das Iphone von Apple [2] dominiert ein großes Touchscreen-Display die Vorderseite. Darunter sitzen drei mechanische Knöpfe – zum Abheben, Auflegen und Abbrechen. Zwar zieht die Oberfläche Krazter und Fingerabdrücke nahezu magisch an, doch das stört den hervorragenden optischen Eindruck kaum.

Oben links auf der Rückseite sitzt die 5-Megapixel-Kamera. Leider gibt es keinen Schieber oder einen anderen mechanischen Schutz, der die Linse abdeckt. Neben der Kamera befindet sich der Xenon-Blitz und das Licht für den Autofokus – beides erinnert an das Sony Ericsson K810i [3].

Neben der Kamera befindet sich ein Schalter, den man hoch und runter bewegen kann, um durch die Menüs zu blättern, die Lautstärke während eines Telefonats zu verändern oder im Foto-Modus zu zoomen. Ein interessantes Konzept, aber der Schalter ist nicht besonders gut zu erreichen. Ein einfacher Schieber hätte es wohl auch getan.

Auf der rechten Seite befinden sich zwei Tasten für die Kamera sowie ein Schiebeschalter, um den Modus zu verändern. Der Schalter lässt sich manchmal nur mit etwas Nachdruck bewegen – schade. Dafür hat der Auslöser genau die richtige Größe und einen hervorragenden Druckpunkt. Das ist bei Kamera-Handys alles andere als selbstverständlich.

Ausstattung

Im Vergleich mit der Mehrzahl anderer Touchscreens reagiert der Bildschirm des K990 sehr gut. Da Gerät kann auf Wunsch nach einer erfassten Berührung vibrieren, um dem Benutzer ein haptisches Feedback zu liefern.

Wie beim LG Prada bietet die Oberfläche große Icons und ein attraktives Layout. Einige Anwender hatten zwar Probleme, die Icons mit dem Finger auszuwählen, doch das können wir nicht bestätigen.

Das Wählen von Rufnummern und Schreiben von Nachrichten klappt auf der Softtastatur genau so gut wie bei einem Handy ohne Touchscreen. Die Vibrationen helfen dabei ungemein. Auch eine Handschriftenerkennung ist integriert, doch bei unseren Tests erfolgt die Eingabe über die virtuellen Tasten schneller.

Der proprietäre Webbrowser auf dem KU990 ist einer der besten, die wir bislang auf einem Handy gesehen haben. Wie beim Iphone stellt er Webseiten verkleinert dar und erlaubt das zoomen in Bereiche, die man lesen möchte.

Webseiten laden relativ schnell. Theoretisch erfolgt der Datendownload aus dem Internet mit bis zu 1,8 Megabit pro Sekunde – UMTS und HSDPA sei dank. Das entspricht schon DSL-Geschwindigkeit.

WLAN fehlt dem KU990 allerdings. Das stört, wenn man keine Datenflatrate hat. Die Telefonrechnung erreicht dann schnell schwindelnde Höhen.

Die Youtube-Software, die das Hoch- und Herunterladen von Videoclips erlaubt, fehlt bei unserem Testgerät noch. Sie soll beim finalen Gerät aber vorinstalliert sein.

Die integrierte 5-Megapixel-Kamera macht hervorragende Bilder und steht der des Nokia N95 [4] nicht nach. Man kann die Auflösung, Qualität, ISO-Werte und den Weißabgleich verändern. Der digitale Bildstabilisator ist zwar ein nettes Gimmick, kann verwackelte Fotos aber längst nicht so gut verhindern wie ein optischer Stabilisator. Der Xenon-Blitz des KU990 ist zwar besser als die Foto-LED vieler Handys, kommt aber nicht an den Blitz einer kompakten Digitalkamera heran.

Überraschend cool ist der integrierte Bildbetrachter. Er zeigt Fotos so, als hätte man sie auf einen Tisch geworfen. Mit dem Finger kann man blättern, oder man lässt sie wie üblich in Reihe anzeigen.

Tippt man auf ein Bild, das man näher sehen möchte, kann man heranzoomen und den Ausschnitt verschieben – als hätte man ein entwickeltes oder gedrucktes Foto in der Hand. Mit der integrierten Bildbearbeitungssoftware lassen sich die Fotos auch verändern.

Im Vergleich zu anderen Bildbearbeitungsprogrammen auf Handys ist das des KU990 wirklich beeindruckend. Man kann Texte und Effekte hinzufügen, hereinkritzeln und sogar morphen. Klar, es ist kein Photoshop – aber gar nicht schlecht, um ein Bild kurz zu bearbeiten, bevor man es per MMS verschickt.

Praktisch ist der Mediaplayer, der auch Divx-Dateien wiedergibt. Auf Micro-SD-Karten passen so ganze Filme.

Außerdem gibt es beim KU990 einen hübschen Kalender, ein 3D-Spiel, ein Diktiergerät sowie einen Musikplayer, der MP3-, AAC-, WMA-, WMV- und AMR-Dateien wiedergibt. Man kann seine Musiksammlung nach Künstlern und Alben sortieren – wie bei den meisten standalone-MP3-Playern.

Leistung

Die Sprachübertragung erfolgt laut, klar und frei von Störungen. Der Lautsprecher macht einen guten Eindruck und Videotelefonate machen Spaß. Wohl auch aufgrund des großen Bildschirmes.

Die Bildqualität der Kamera überzeugt. Fotos bei Tag unterscheiden sich nicht vom N95 oder dem Samsung [5] G600 und sind deutlich besser als bei den meisten anderen Handys mit integrierter Kamera. Auf dem Computerbildschirm sehen die Bilder genau so gut aus.

Etwas enttäuschend ist jedoch der Xenon-Blitz. Er ist lang nicht so hell wie der des Sony [6] Ericsson K810i, aber immer noch besser als eine LED-Funzel. Man sollte aber von Nachtaufnahmen nicht allzuviel erwarten.

Der Akku hält gute zwei Tage, wenn man nicht permanent im Internet unterwegs ist. Bei starkem Einsatz will das KU990 täglich an die Steckdose.

Fazit

Das KU990 ist ein beeindruckendes Handy. Wer Fotos und Videos in hoher Qualität aufnehmen will, sollte sich das LG-Handy definitiv näher ansehen. Es schlägt zwar nicht gerade eine aktuelle Canon Ixus, kann aber bei der Fotoqualität durchaus mit einer älteren Digitalknipse mithalten.

Auch abgesehen von der Kamera überzeugt das KU990 mit großem Touchscreen-Display, HSDPA und guter Software.

Alternativen wären das Nokia N95 [4] mit integriertem GPS und WLAN sowie das schlanke G600 von Samsung [7] und das Sony Ericsson K850i [8] – ebenfalls mit 5-Megapixel-Kamera.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39157540/schon-getestet-lg-ku990-foto-handy-mit-5-megapixeln-und-youtube-uploader/

URLs in this post:

[1] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] Sony Ericsson K810i: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39154102,00/cybershot_handy+mit+blitz+sony+ericsson+k810i.htm

[4] Nokia N95: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39153448,00/das+ueberhandy+nokia+n95.htm

[5] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[6] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[7] G600 von Samsung: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39156996,00/schon+getestet+samsung+sgh_g600.htm

[8] Sony Ericsson K850i: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/galerie/0,39034684,39156558,00/5+megapixel+und+echter+blitz+sony+ericsson+k850i.htm