Risikofrei einkaufen im Internet

Einige Händler setzen das Bezahlsystem Paypal ein, das mittlerweile zum Ebay-Konzern gehört. Paypal gerät jedoch immer wieder in die Schlagzeilen wegen scheinbar willkürlicher Kontensperrungen, verschwundener Überweisungen und kundenfeindlicher Service-Leistungen. Erfahrungsberichte finden sich auf den Seiten Beschwerdezentrum.de, Nopaypal.com und Nopaypal.eu.

Nachnahme gilt als vergleichsweise sicher, aber nur teilweise zu Recht. Anders als bei der Vorauskasse zahlt der Kunde erst dann, wenn ihm der Postbote das Paket in die Hände drückt. Doch versteckt sich im Karton wirklich der nagelneue DVD-Recorder – oder aber alter Schrott? Leider sind die Zusteller Mangelware, die schmunzelnd daneben stehen, während der Empfänger das Paket auspackt und den Inhalt prüft. Statt dessen kassieren sie gehetzt den Nachnahmebetrag ein, bar und abgezählt, versteht sich, denn sie haben weder Kartenleser noch Wechselgeld mit. Gegen Nachnahme spricht auch, dass die Händler und der Zustelldienst meist recht hohe Gebühren verlangen.

Besser sieht die Lage bei der Zahlung mit Kreditkarte aus. In der Regel können Sie online durchgeführte Zahlungen innerhalb von vier Wochen nach Erhalt der Kreditkarten-Abrechnung schriftlich widerrufen („Chargeback“), sofern diese zu Unrecht erfolgten. Die Beweislast liegt auf Seiten des Händlers, er muss einen vom Kunden unterschriebenen Bestellbeleg vorweisen. Der fehlt bei reinen Online-Bestellungen. Die genauen Fristen und Modalitäten unterscheiden sich je nach Karte und Bank. Prüfen Sie sorgfältig die AGB der Bank, die Ihre Kreditkarte ausgegeben hat. Sie ist auch die Ansprechpartnerin für den Chargeback.

Noch sicherer fahren Sie mit der Einzugsermächtigung, einer Form des Lastschriftverfahrens. Sie nennen dem Händler die Kontodaten, und er bucht den Betrag ab. Die Abbuchung lässt sich noch sechs Wochen nach Erhalt des Rechnungsabschlusses oder Kontoauszugs widerrufen, und das ohne Angabe von Gründen. Entsprechend sorgfältig sollten Sie jedoch die Kontoauszüge durchsehen. Leider bieten nur wenige Händler diese Zahlungsweise an. Eine zweite Form des Lastschriftverfahrens, der Abbuchungsauftrag, erweist sich als weniger sicher: Hier teilt der Kunde der eigenen Bank schriftlich mit, dass der Händler den Betrag abbuchen darf. Ein nachträglicher Widerruf ist nicht möglich.

Die gute alte Zahlung nach Erhalt der Ware wälzt das finanzielle Risiko voll auf den Händler ab. Deshalb liefern nur einige wenige Branchen auf Rechnung, darunter Apotheken, und meist auch nur an Stammkunden oder größere Firmen.

Beim Bestellen die Beweise sichern

Für den eigentlichen Bestellvorgang gilt als wichtigste Regel: Lesen und dokumentieren Sie jedes Detail. Wichtig sind insbesondere Produktpreis und -eigenschaften, weitere Gebühren, Garantie-Bedingungen sowie Lieferumfang, -bedingungen und -termine. Bei Laufzeit-Verträgen interessieren zusätzlich die Kündigungsfristen. Erstellen Sie am besten Screenshots von jeder einzelnen Seite des Bestellvorgangs. Auch die AGB, Datenschutz-Bestimmungen und alles sonstige Kleingedruckte sollte auf Festplatte gebannt werden. Manche Händler ändern öfter mal ihre AGB, gültig ist jedoch die Fassung zum Zeitpunkt der Bestellung.

Mac-Anwender erledigen das Ganze im Nu: Mit der Tastenkombination Apfel-Shift-3 legt Mac OS X automatisch ein Foto des aktuellen Bildschirms auf dem Schreibtisch ab. Windows-Anwender drücken die Taste „Druck“, kopieren damit den Bildschirm in die Zwischenablage, fügen deren Inhalt in ein Bildbearbeitungs-Programm ein und speichern dann die Datei. Das klingt nicht nur aufwändiger, es kostet tatsächlich viel mehr Zeit. Als Alternative empfiehlt sich die Installation des kostenlosen Programms Simple Screenshot, das den PC auf Mac-Niveau hievt.

Das Widerrufsrecht und seine Haken

Im Laden vor Ort ist der Kunde auf die Kulanz des Händlers angewiesen, wenn er ein Produkt zurückgeben und sein Geld wiederhaben möchte. Anders beim Online-Kauf: Bis zu 14 Tage, nachdem sie die Ware erhalten haben, dürfen private Verbraucher diese an den Händler zurückschicken, und zwar ohne Angabe von Gründen. Das Abschicken innerhalb der Frist genügt; wann die Ware beim Händler eintrifft, ist nicht relevant.

Die 14-Tage-Frist gilt außerdem nur dann, wenn der Händler schon bei der Bestellung korrekt darauf hingewiesen hat. Informiert er der Kunden erst später, fehlerhaft oder gar nicht über das Widerrufsrecht, läuft die Frist länger oder sogar unbegrenzt.

Die Kosten der Rücksendung trägt bis zu einem Warenwert von 40 Euro der Kunde, außer, er bekam das falsche oder ein mangelhaftes Produkt geliefert. Ab 40 Euro Warenwert übernimmt der Händler die Rücksende-kosten, allerdings nur dann, wenn Sie die Ware bereits vollständig oder teilweise bezahlt hatten. In dem Fall dürfen Sie das Paket sogar unfrei zurückschicken. Die meisten Händler bitten darum, das Paket ausreichend zu frankieren, und erstatten die Auslage später zurück. Inwieweit der Händler auch die Portokosten der Hinsendung erstatten muss, ist rechtlich umstritten.

Für einige wenige Produkte wie Zeitschriften oder Maßanfertigungen gilt das Widerrufsrecht nicht. Und noch etwas ist zu beachten: Wenn Sie das Produkt bereits in Gebrauch genommen hatten, darf der Händler einen Teil des Kaufpreises zurückbehalten, sofern er Sie darüber schon bei der Bestellung belehrt hatte.

Widerruf
Beinahe jeder Händler weist mittlerweile auf das 14-tägige Widerrufsrecht hin – andernfalls blüht ihm unter Umständen eine viel längere Frist.

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