Die M873 braucht etwa drei Sekunden, um zu starten. Das erste Bild nimmt sie, ohne Blitz, in etwas über vier Sekunden auf. Im Standard-Aufnahmemodus mit gutem Licht kann die M873 alle zwei Sekunden ein Foto schießen. Sie braucht entsprechend länger, wenn die Lichtverhältnisse nicht so günstig sind oder wenn der Autofokus herumsuchen muss. Zum Glück ist der AF recht entscheidungsfreudig. Erstaunlicherweise arbeitet der mittengewichtete Fokus nicht viel schneller als der Mehrfeld-AF.

Die Liste der Enttäuschungen setzt sich mit dem Fehlen einer Autofokus-Hilfsleuchte für schlechte Lichtverhältnisse fort. Bei wenig Licht trifft der AF entweder schnelle Entscheidungen oder überhaupt keine. Sobald er sich dann justiert hat, scheint er einfach auf die Mitte des Bildes zu fokussieren.

Im Serienbildbetrieb schießt die M873 vier Bilder in knapp unter drei Sekunden. Leider ist vier die Obergrenze, nur mit Glück schafft man fünf. Danach folgt für einige Sekunden ein blauer Verarbeitungsbildschirm. Der Blitz lässt sich in dieser Betriebsart nicht aktivieren.

Bildqualität

Die Bildqualität der M873 ist nicht besonders toll. Purpurne Farbsäume sind deutlich zu erkennen. Feine Details verschmieren häufig. Sie wirken dann an den Bildrändern sehr stark weichgezeichnet. Die Bilder fallen bei ISO 100 am besten aus, bei gleichzeitiger maximaler Schärfeeinstellung. Das Scharfstellen ist aber nicht stark genug, um aufdringlich zu wirken. Es bringt dennoch Details bei dieser ISO-Einstellung besser heraus. Doch bei höheren Einstellungen bewirkt das Scharfstellen lediglich, dass die deutlich sichtbaren Rauschflecken überhandnehmen.

Wie die meisten Kompaktkameras hat auch die M873 ein Problem mit Bildrauschen. Es taucht bei den dunkleren Tönen ab ISO 400 auf. Bei ISO 800 sind alle Farben verrauscht. Beim Maximalwert von ISO 1600 geraten selbst bei brauchbarer Beleuchtung dunkle Töne nur noch zu einem schrecklichen Matsch von purpurnen und blauen Flecken. Brauntöne sind am schlimmsten. Ein kränklichem Gelb durchzieht sie. Damit wird die digitale Bildstabilisierung praktisch nutzlos. Denn sie arbeitet mit einer Erhöhung des ISO-Wertes, um eine kürzere Belichtungszeit auszugleichen.

Fazit

Die M873 lässt sich gut in der Tasche tragen und ist sehr leicht zu benutzen. Doch das liegt vor allem daran, dass sie nicht allzu viel kann. Die Bildqualität ist nicht überwältigend. Nur wenn man die höheren ISO-Einstellungen ignoriert und sich damit begnügt, bei wenig Licht den Blitz zu verwenden, kann man brauchbare Fotos aufnehmen.

Wenn man für diesen Preis schon nicht mehr Optionen bekommt, hätte man wenigstens gerne mehr Kontrolle über die Einstellungen. Bei einem ähnlichen Preis hat die Fujifilm F31fd zwar eine niedrigere Auflösung von 6,3 Megapixel. Sie zeigt aber bei schlechten Lichtverhältnissen weitaus bessere Leistungen und verfügt dazu noch über eine Gesichtserkennung. Die Sony Cybershot DSC-W55 hat ebenfalls eine geringere Auflösung, macht aber dennoch tolle Bilder.

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