Kompakt, robust und leistungsstark: Canon Powershot G9

von Lori Grunin am , 00:00 Uhr

Pro
  • große Fülle an Ausstattungsmerkmalen
  • hohe Geschwindigkeit
  • sehr stabil
Con
  • beträchtliche Verzerrung mit maximalem Blickwinkel
  • bei vollständig ausgefahrenem Zoom gerät das Objektiv in den Sucherbereich
  • kein optischer Zoom für Filmaufnahmen
Hersteller: Canon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die Powershot G9 ist eine solide Amateurkamera für alle, die eine Ergänzung zu ihrer Spiegelreflexkamera suchen.

Wer nach einer Ergänzung für seine Spiegelreflexkamera Ausschau hält, braucht nicht weiter zu suchen. Die G9 übertrifft ihre Vorgängerin, die G7, durch eine bessere Bildqualität und die Rückkehr zum RAW-Format. Die hervorragende Leistung und das exzellente Gehäusedesign wurden erfreulicherweise beibehalten.

Es ist kein Déjà-vu: Die Canon Powershot G9 ist mit ihrer Vorgängerin, der Powershot G7 [1], äußerlich fast identisch.

Der auffälligste Unterschied besteht in einer Verkleinerung des optischen Suchers, um Raum für ein größeres 76-Millimeter-LCD (3 Zoll) zu schaffen. Außerdem sind Objektivring und Auslöser nicht mehr silberfarben, sondern schwarz. Und der Preis ist etwas höher. Er liegt bei circa 599 Euro.

Design

Viele der Komponenten sind ebenfalls identisch. Die Kamera enthält dasselbe optisch stabilisierte 6-fach-Zoom-Objektiv (f/2.8 bis f/4.8, 35 bis 210 Millimeter) und denselben Digic-III-Bildprozessor. Die einzige bedeutende Aktualisierung besteht in einem Update des 10-Megapixel-CCDs auf 12 Megapixel. Zudem wird auf vielfachen Wunsch glücklicherweise das RAW-Format wieder unterstützt.

Die G9 wiegt belanglose sechs Gramm mehr als ihre Vorgängerin. Vermutlich eine Folge des größeren LCDs, trotzdem bringt sie insgesamt nur etwa 370 Gramm auf die Waage.

Die Bedienelemente verteilen sich über die Oberseite und die Rückseite der Kamera. Neben diesen, dem LCD und dem optischen Sucher bleibt gerade ausreichend Platz für einen anständigen Handgriff. Allerdings ist es für große Hände immer noch schwierig, die Kamera fest im Griff zu halten, ohne dabei versehentlich die eine oder andere Taste zu drücken. Es wäre auch zweckmäßiger, wenn der Auslöser und die Zoom-Taste etwas größer ausfielen.

Funktionsumfang

Menüoberfläche und Navigation der G9 sind überwiegend einfach und logisch aufgebaut. Einige erstaunliche Entscheidungen trüben jedoch den Gesamteindruck. Die Option für hochauflösendes Filmen (1024 mal 768 Pixel, 15 Bilder pro Sekunde) ist beispielsweise nicht im Menü „Func“ zu finden, wo man sie vermutlich sucht. Sie firmiert jetzt als weiterer Film-Modus. Also muss man mit dem Auswahlrad an den Einstellungen Colour Accent, Colour Swap, Time Lapse, Compact und Standard vorbei, um die Option zu finden. Aus technischer Perspektive mag das vielleicht sinnvoll sein, aus der Sicht des Anwenders nicht so sehr.

Wie ihre Vorgängerin bietet die G9 alle Belichtungs-, Scharfstellungs- und Aufnahmeeinstellungen, die sich ein begeisterter Fotograf nur wünschen kann. Dazu gehören Spot-Messung, frei wählbare Fokusbereiche, zwei individuell programmierbare Einstellungen, ein wahlweise permanent oder nur bei Aufnahme zugeschalteter Bildstabilisator, manuelle Empfindlichkeitseinstellungen bis ISO 1600, ergänzt durch eine High-Einstellung bis ISO 3200. Die Möglichkeit für Sprachnotizen und ein Zubehörschuh runden die Ausstattungspalette ab.

Mit ihren Leistungsdaten bewegt sich die G9 praktisch im Bereich der G7. Vom Einschalten bis zur ersten Aufnahme vergehen 1,7 Sekunden, also etwas mehr als die 1,5 Sekunden der G7. Bei hellem Licht drückt ein relativ schneller Autofokus die Auslöseverzögerung auf erträgliche 0,5 Sekunden. Bei weniger Licht wird daraus eine Sekunde.

Der Abstand zwischen zwei Aufnahmen ist mit zwei Sekunden passabel. Mit Blitz erweitert er sich lediglich auf 2,3 Sekunden. Die Serienbildfunktion gestattet nicht mehr 36 Aufnahmen hintereinander wie bei der G7, sondern nur noch zwischen 17 und 19. Doch die G9 ist schneller: 2,3 Bilder pro Sekunde (fps) bei niedriger Auflösung, im Normalbetrieb 1,7 fps.

Das LCD lässt sich auch in hellem Sonnenlicht ziemlich gut erkennen. Auch der Betrachtungswinkel ist angenehm breit. Allerdings sehen die Bilder auf dem LCD tendenziell etwas weicher aus, als sie tatsächlich sind. Helle Bereiche wirken dann nicht selten überbelichtet. Man sollte also keine Bilder löschen, bevor man sie nicht in voller Größe gesehen hat.

Der Sucher fällt immer noch größer und brauchbarer aus als die meisten anderen. Dennoch wirken das kleinere LCD und der größere optische Sucher der G7 angenehmer. Die Bildqualität der G9 bei Filmaufnahmen ist ordentlich. Aber ohne die Möglichkeit, den Zoom bei der Aufnahme zu verwenden, ist diese Funktion weniger nützlich als bei anderen Kameras.

Bildqualität

Da die G9 das gleiche Objektiv wie die G7 verwendet, überraschen dieselben Probleme mit Verzerrungen nicht. Jedoch hat man bei Canon anscheinend die Bildverarbeitung verbessert. Es lassen sich deutlich weniger Artefakte feststellen.

Zu den guten Eigenschaften der G9 zählt unter anderem ein hervorragendes Rauschprofil. Die Fotos zeigen selbst bei ISO 400 noch saubere Details. Wie üblich machen auch Belichtung und Weißabgleich eine gute Figur. Die Kamera gibt Farben mit realistischer Sättigung wieder und übertreibt sie nicht. Trotz der Verzerrung stellt das Objektiv alle Objekte im Bildbereich scharf dar. Violette Ränder gibt es nur selten. Allerdings treten bisweilen Abweichungen in Magenta und Hellblau auf.

Fazit

Durch eine verbesserte Bildqualität und die Unterstützung für das RAW-Format überrundet die Canon Powershot G9 ihre Vorgängerin. Ansonsten glänzt sie mit denselben hervorragenden Leistungswerten und demselben exzellenten Gehäusedesign. Mit diesem Modell als Ergänzung für eine Spiegelreflexkamera kann man kaum daneben liegen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39158186/kompakt-robust-und-leistungsstark-canon-powershot-g9/

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[1] Powershot G7: https://www.cnet.de/tests/digicam/0,39030924,39149919,00/canon+powershot+g7.htm