Die DSC-G1 bietet ein vernünftiges Sortiment von Aufnahmeeinstellungen. Zwar gibt es keine Blenden- oder Zeitautomatik, dafür aber manuelle Einstellmöglichkeiten für alles andere. Eine merkwürdige Ausnahme bildet allerdings der manuelle Weißabgleich. Bei den meisten Funktionen der DSC-G1 geht es jedoch nicht ums Fotografieren.

Es handelt sich hier um Sonys erste WLAN-fähige Kamera. Zum Einsatz kommt die drahtlose Verbindungsmöglichkeit DLNA (Digital Living Network Alliance). Dieser Standard ermöglicht die Erkennung von anderen DLNA-fähigen Geräten, etwa Fernsehern. Derzeit ist allerdings nur die Playstation 3 ein einigermaßen verbreitetes DLNA-Gerät.

Die Verwendung einer PS3 für die drahtlose Anzeige von Fotos der DSC-G1 funktioniert. Die Aufnahmen sehen auf einem HD-Ready-Fernseher aber nicht besonders gut aus. Das liegt daran, dass die DSC-G1 über DLNA nur Bilder aus den intern gespeicherten Alben anzeigt. Doch diese Bilder haben nur die Auflösung der Miniaturen von 640 mal 480 Pixel.

Um erfreulichere Bilder auf einem HD-Fernseher anzuzeigen, braucht man die Docking-Station. Über ein Composite-Kabel erhält man dann Zugriff auf die höher aufgelösten Fotos auf der Speicherkarte.

Weitere eher effekthascherische Verwendungsmöglichkeiten des WLAN sind beispielsweise Collaboration-Shots: Über eine direkte Netzwerkverbindungen mit bis zu drei anderen DSC-G1 lassen sich Fotos austauschen. Daneben gibt es noch eine unilaterale Picture-Gift-Funktion.

Die DSC-G1 unterstützt leider keine Standard-Access-Points und Hotspots. Es ist damit also nicht möglich, Fotos und Videos auf einen Sharing-Dienst oder über eine Ad-hoc-Verbindung drahtlos auf einen Laptop hochzuladen. Wäre das der Fall, so könnte man die anderen Optionen als nett und neuartig betrachten. Da die Kamera jedoch ausschließlich mit DLNA-Geräten kommuniziert, und das auch noch nur im Wiedergabemodus, ist sie als WLAN-Kamera schlicht eine weitere Enttäuschung.

Die DSC-G1 funktioniert außerdem auch als MP3-Player. Da offenbart sich die nächste gelungene Ironie: Im Unterschied zu Sonys sonstigen Playern arbeitet die DSC-G1 nicht mit den proprietären Formaten ATRAC/ATRAC3. Sie ermöglicht vielmehr nur einfaches Kopieren der Dateien per Drag-and-Drop.

Der Klang ist recht ordentlich. Doch erstens muss sich die Musik mit den Fotoalben die 2 GByte Speicher teilen. Und zweitens gibt es nur minimale Einstellmöglichkeiten für die Musikwiedergabe: zufällige Wiedergabe oder der Reihenfolge im Ordner gemäß. Ein Auswählen von Playlisten ist nicht möglich. Damit ist die DSC-G1 lediglich ein weiteres plumpes Konvergenzgerät. Immerhin wirkt die Möglichkeit, beliebige MP3-Dateien als Hintergrundmusik für die hübschen Diashows zu nutzen, durchaus anregend.

Die meisten Sony-Kameras speichern Videos im MPEG-VX-Format, einer Variante von MPEG-2. Die DSC-G1 nimmt hingegen etwas auf, das Sony „MPEGMOVIE4TV“ nennt, eine MPEG-4-Kodierung. Diese ermöglicht zwar eine sehr niedrige Datenrate, rund 370 KBit/s. Doch die Videoqualität sieht dafür auch bedeutend schlechter aus.

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