In vielerlei Hinsicht funktioniert das Fotografieren mit der DSC-G1 um einiges besser. Hier rangiert sie im oberen Viertel der Schnappschusskameras, die in den letzten zwölf Monaten getestet wurden. Die Auslöseverzögerung liegt unter optimaler Beleuchtung bei 0,4 Sekunden. Das ist in dieser Klasse durchaus beeindruckend. Bei Lichtverhältnissen mit wenig Kontrast steigt sie auf bescheidene 1,2 Sekunden. Von einer Aufnahme zur nächsten vergeht nur eine Sekunde. Durch das Laden des Blitzes dehnt sich die Zeitspanne auf 2,4 Sekunden aus. Auch das sind für diese Klasse immer noch sehr gute Werte. Der Puffer ist auf sieben Aufnahmen begrenzt. Die Kamera kann jedoch im Serienbildmodus 3,8 Bilder pro Sekunde aufnehmen.

Lediglich die 3,8 Sekunden vom Einschalten bis zur ersten Aufnahme schmälern die Erfolgsliste der DSC-G1. Darin ist das zeitvergeudende Aufschieben der Kamera noch nicht enthalten. Das LCD wirkt hingegen sehr ansehnlich. Es verfügt über einen relativ großen Einblickwinkel. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt es gut verwendbar.

Die Akkulaufzeit ist allerdings ziemlich kurz. Die Kapazität nach CIPA-Standard liegt bei nur 280 Aufnahmen, vermutlich wegen des großen Displays. Das Aufladen ist überhaupt ein ärgerlicher Aspekt der DSC-G1. Sie verfügt über keinerlei Erhaltungsaufladung. Wenn man mit der erschöpften Kamera ins Hotel zurückkommt, kann man sie in das Dock stecken und Bilder anschauen oder herunterladen. Zum Laden muss sie jedoch für einige Stunden ausgeschaltet bleiben.

Bildqualität

Dank der optischen Bildstabilisierung Steadyshot und der relativ niedrigen Auflösung des Sensors macht die DSC-G1 überraschend scharfe Bilder. Auch die Bildqualität bei hohen ISO-Werten ist akzeptabel. Aufnahmen ohne Blitz sehen sehr gut aus. Allerdings sind einige unliebsame Lichteffekte zu verzeichnen. Das ist aber charakteristisch für diesen Kameratyp.

Der Blitz reicht nicht ganz so weit, wie man es sich wünscht. Im Test bleiben deshalb manche Bereiche unterbelichtet. Viele Objektränder weisen Farbsäume auf. Und schließlich neigt die DSC-G1 dazu, Farben übermäßig leuchten zu lassen.

Fazit

Die Sony Cybershot DSC-G1 hinterlässt den Eindruck eines umständlichen Konvergenzgeräts aus jener Zeit, da es vor allem darum ging, MP3-Player in Kameras zu packen. Es wäre besser gewesen, wenn Sony endlich den marktfähigen WLAN-Kandidaten entwickelt hätte, auf den man schon so lange wartet.

Angesichts des hohen Preises bietet das Gerät, ungeachtet des riesigen LCD-Bildschirms, eigentlich nichts, was die Extraprämie wirklich wert wäre. Am besten vergisst man diesen Apparat und gönnt sich stattdessen einen wirklich guten MP3-Player und eine erstklassige Ultrakompaktkamera.

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