HD-DVD und Blu-ray: Fernsehspaß im Hochsicherheitstrakt

Bevor ein HD-Film seinen Weg bis zum Display nimmt, muss ihn zuerst ein Standalone-Player entschlüsseln. Jedes Abspielgerät bekommt dazu durch die AACS-LA (Advanced Access Content System-Licensing Administrator) eine Kennung zugewiesen, den so genannten Device Key. Er ist im internen Speicher des Abspiel- oder Wiedergabegeräts abgelegt und dient zur Dechiffrierung der Medien. Auch Software-Player erhalten einen solchen Schlüssel.

Kopiergeschützter Transport zum Fernseher

Um HD-Videos darzustellen, benötigt man neben einem Player auch ein passendes Display. Als Ausgabegeräte kommen nur Produkte mit DVI- oder HDMI-Schnittstelle in Frage. Auch ein Player muss über eine HDMI-Schnittstelle verfügen. Darüber läuft der Kopierschutz HDCP (High-Bandwidth Digital Content Protection), der als Standard-Verschlüsselungsverfahren für HDTV eingesetzt wird. Geräte, die HD-Videos wiedergeben und über einen HDCP-fähigen Videoeingang verfügen, sind mit dem „HD Ready“-Logo gekennzeichnet. Vor Abspielen eines Films verständigen sich Player und Display auf einen Schlüssel, über den eine HDCP-chiffrierte Verbindung aufgebaut wird.

Displays: HDMI-Schnittstelle ist Pflicht

Von einem Fernsehgerät, das weder HDMI noch DVI unterstützt, sollte man auf jeden Fall die Finger lassen. Zwar kann man auf letztere PC-Schnittstelle zwar verzichten, weil sie in der Unterhaltungselektronik wenig verbreitet ist, man sollte sich beim Kauf aber nicht mit dem Argument vertrösten lassen, dass sich hoch auflösendes Fernsehen auch über den analogen Komponenteneingang empfangen lässt. Das stimmt zwar prinzipiell, allerdings ist bei analoger Verbindung die Videoqualität schlechter als bei digitaler Übertragung. Zudem wird normalerweise die Bildschirmausgabe gesperrt, wenn auch nur eine Komponente der Verwertungskette kein HDCP unterstützt. Einzige Ausnahme: Der Disk-Hersteller erlaubt die Wiedergabe in reduzierter Auflösung (ICT, Image Constraint Token). In diesem unwahrscheinlichen Fall erscheint das Bild nicht in den maximalen HDTV-Maßen von 1920 mal 1280 Bildpunkten, sondern nur mit 960 mal 540 Pixeln – und ist damit kaum besser als bei einer Video-DVD. Mit einem „HD Ready“-Fernseher ist man halbwegs auf der sicheren Seite, sollte aber dennoch nicht blind zugreifen.

HD ready
Gütesiegel: Fernseher mit „HD Ready“-Logo oder dessen Nachfolger „HD Ready 1080p“ verarbeiten HDTV-Signale.

Display-Mogelpackungen trotz „HD Ready“-Logo

Prangt auf einem Fernseher das „HD Ready“-Logo, bedeutet das lediglich, dass dieses Gerät HDTV-Signale der Formate 720p (1280 mal 960 Pixel) und 1080i (1920 mal 1280 Bildpunkte) empfangen und darstellen kann. Allerdings gehen damit auch Displays als HD-konform durch, die 720p-Bildsignale lediglich verarbeiten, aber nicht nativ wiedergeben. In diese Definition fallen aber selbst diejenigen Fernseher, die nur 1024 mal 768 Bildpunkte auflösen und das Bild auf 16:9-Format strecken. Muss das TV-Gerät die HD-Auflösungen erst einmal umrechnen, kann das bei minderwertigen Scalern zu Lasten der Bildqualität gehen. Insbesondere viele Billigangebote liefern deshalb nur mäßige Bildqualität ab.

Seit der IFA tummeln sich auch immer mehr Displays mit „HD Ready 1080p“ im Portfolio vieler Anbieter. Damit die Plakette am Fernseher kleben darf, muss ein Display nun nativen 1080p-Support bieten, wie viele IFA-Neuheiten also „echte“ 1920 mal 1.280 Bildpunkte darstellen.

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