HD-DVD und Blu-ray: Fernsehspaß im Hochsicherheitstrakt

Wer angesichts teurer Abspielgeräte und Fernseher mit dem Gedanken spielt, HD-Videos lieber am PC anzusehen, kommt ebenfalls nicht umhin, sich neue Hardware zuzulegen. Auf den ersten Blick ist diese Variante aber viel sympathischer, weil preiswerter: Das günstigste PC-Laufwerk kommt von Microsoft und ist als externes Laufwerk für die Xbox-360-Spielkonsole gedacht. Über seine USB-Schnittstelle lässt sich das 150-Euro-Schnäppchen aber auch an jeden PC anschließen. Damit alleine ist es jedoch nicht getan: Nicht nur das Laufwerk, sondern auch die Grafikkarte, der Monitor und sämtliche Treiber müssen miteinander harmonieren.

HD-DVD
Einstiegspreis: Ein günstigeres HD-DVD-Laufwerk als das USB-Laufwerk für die Xbox 360 gibt es derzeit nicht. Der externe Player kostet 150 Euro, Standalone-Geräte mindestens das Doppelte.

Die Probleme fangen schon bei der Playersoftware an, da nicht jedes Abspiel-Tool mit den hochauflösenden Videos zurechtkommt. Mit Programmen wie Intervideo Win DVD 8 oder Cyberlink Power DVD Ultra ist man hier aber auf der sicheren Seite.

Eine High-End-Grafikkarte ist Pflicht

Derzeit sind nur eine Handvoll Grafikkarten in der Lage, Bildsignale HDCP-verschlüsselt über die HDMI- oder DVI-Schnittstelle an den Monitor zu senden. Unterstützt der Grafikkarten-Treiber AACS, gelangt das Bildsignal alternativ auch über den VGA-Ausgang an den Monitor. Das ist eigentlich praktisch für Besitzer älterer Karten, reicht aber noch nicht. Weil HD-Filme nicht nur Videocodecs wie MPEG-2, sondern auch H.264 und VC-1 nutzen, sind rechenstarke Grafikprozessoren zur Decodierung und mindestens 256 MByte Videospeicher Pflicht. Diese Voraussetzungen erfüllen aber nur wenige Karten (siehe Tabelle). Besitzer von AGP-Systemen haben klar das Nachsehen, weil die High-End-Grafikkarten fast ausschließlich auf der PCI-Express-Schnittstelle basieren. Nur die kleineren, weniger leistungsstarken Modelle wie Nvidia GeForce 7950 GT oder ATI Radeon HD2600 gibt es auch als AGP-Version.

Grafikkarten-Reihen mit HDCP-Support

ATI Nvidia
Radeon X1600 Geforce 7600 GT
Radeon X1800 Geforce 7800 GTX 512
Radeon X1900 Geforce 7900 GX2
Radeon X1950 Geforce 7900 GTX
Radeon HD2400 Geforce 7950 GX2
Radeon HD2600 Geforce 7950 GT
Radeon HD2900 oder höher Geforce 8300 GS
Mobility Radeon HD2300 Geforce 8400 GS
Mobility Radeon HD2400 Geforce 8500 GT
Mobility Radeon HD2600 oder höher Geforce 8600 GT
Geforce 8600 GTS
Geforce 8800 GTS
Geforce 8800 GTX oder höher

Die digitale Ausgabe geschützter Blu-Ray- oder HD-DVD-Filme funktioniert nur, wenn der Bildschirm den Kopierschutz HDCP unterstützt. Darum Vorsicht bei günstigen Angeboten: So bleibt bei einem DVI-Monitor ohne HDCP-Support der Bildschirm in der Regel schwarz. Nur mit viel Glück erwischt man eine HD-Disk, deren Produzent die Richtlinien zur Wiedergabe nicht so eng sieht. Hat man weder eine HDCP-fähige Grafikkarte noch ein entsprechendes Display, bleibt nur die analoge Ausgabe über die VGA-Schnittstelle. In diesem Fall müssen lediglich Grafikkarte und Treiber AACS unterstützen. Doch Vorsicht: Ob man einen Film analog ausgeben darf, bestimmt der Film-Hersteller – beziehungsweise das Rechtemanagement auf der Disk.

Hohe Hardware-Anforderungen wegen Kopierschutz

Für flüssiges HD-Playback braucht es nominell auch einen flotten PC: Empfohlen wird ein Rechner, dessen Performance etwa dem eines Intel Core Duo, Pentium D oder Athlon 64 X2 entspricht. Dazu kommen mindestens 512 MByte, besser jedoch 1 GByte RAM sowie eines der folgenden Betriebssysteme: Windows XP Home, Professional oder Media Center Edition mit jeweils aufgespieltem Service Pack 2 – oder Windows Vista.

Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit: Ein HD-Videostream ließe sich nämlich auch mit deutlich schwächeren Rechnern dekodieren und bräuchte weder AACS- und HDCP-Verschlüsselung noch HDMI-Schnittstellen, um aufs Display zu gelangen. Die Filmindustrie will mit diesem Katalog an Sicherheitsmaßnahmen aber sicherstellen, dass man ihre kostbaren, hochauflösenden Filme nicht kopieren kann. Dennoch zahlt man letztlich für Hardware, die für die HD-Wiedergabe gar nicht nötig wäre.

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