Die 40D bringt auch einige neue Funktionen mit. Am interessantesten dürfte der Live-View-Modus sein. Er ist besser und flexibler implementiert als in der 1D Mark III – und übrigens auch in den meisten anderen Kameras. Im Unterschied zur großen Schwester funktioniert der Autofokus auch im Live-View-Modus. Wenn man die AF-ON-Taste drückt, klappt die Kamera den Spiegel herunter, fokussiert und klappt den Spiegel wieder nach oben. Auf diese Weise kann man das scharf gestellte Bild auf dem Display sehen. Das Scharfstellen konzentriert sich allerdings nur auf den zentralen AF-Bereich. Und unabhängig vom Fokussiermechanismus arbeitet die Kamera nur mit evaluierender Messung.

Wie bei einer Schnappschusskamera lässt sich ein Bildausschnitt vergrößern, um das manuelle Scharfstellen zu erleichtern. Darüber hinaus ermöglichen drei sogenannte „Silent-Shooting“-Optionen die Kontrolle über das Zurücksetzen des Verschlussvorhangs. Dadurch werden Geräusche gedämpft und die Vibrationen minimiert. Absolut lautlos spielt sich das freilich nicht ab. Aber die 40D verfügt immerhin über einen der leisesten Live-View-Modi. Zusätzlich kann man einstellen, wie lange die Kamera die Messwerte nach dem Loslassen des Auslösers noch speichern und anzeigen soll. Zwischen vier Sekunden und 30 Minuten sind möglich. Diese Funktion sollte generell zur Verfügung stehen, nicht nur im Live-View-Modus.

Ansonsten bleiben Live-View-Aufnahmen doch eher eine Nischenanwendung für digitale Spiegelreflexkameras. Eigentlich ist die Anwendung nur sinnvoll, wenn man ein Stativ verwendet. Optimal erweist sich dabei ein angeschlossener PC für die Fernsteuerung. Es gilt überdies zu beachten, dass der Sensor sich in diesem Modus erwärmen kann. Canon weist darauf hin, dass eine Erwärmung zu verstärktem Bildrauschen führen kann.

Zu den eher unspektakulären Innovationen zählt, dass die 40D jetzt neben der Vollautomatik auch Auto-ISO in allen Modi unterstützt. Das mag sich bisweilen als nützlich erweisen. Das neue Suchersystem unterstützt auswechselbare Fokussier-Bildschirme. Für Brillenträger sind sicherlich die relativ hohe Sucheröffnung (22 Millimeter) und ein leicht angehobener Vergrößerungsfaktor (0,95, zuvor 0,9) interessant. Canon hat außerdem das S-RAW-Format hinzugefügt. Damit kann man kleine 2,5-Megapixel-RAW-Bilder schießen. Der Nutzen dieses Features ist nicht ganz einsichtig. Besser, man ignoriert es einfach. Der vergrößerte Spot-Messbereich lässt sich allerdings nicht so einfach übergehen. Er nimmt jetzt 3,8 Prozent des Sucherfeldes ein (zuvor 3,5 Prozent).

Die übrigen Funktionen – von denen die 40D eine ganze Menge zu bieten hat – sind im Wesentlichen unverändert geblieben. Hierzu zählen unter anderem drei 9-Punkt-Autofokus-Modi: Single-Shot, AI-Servo-Tracking-Autofocus und AI-Focus. Letzterer wechselt zwischen Single- und AI-Servo, falls sich ein Motiv bewegt. Leider kann aber der AI-Focus-Modus nicht zwischen einem bewegten Motiv und einer neuen Motivwahl des Fotografen unterscheiden. Deshalb bleibt man in der Regel besser beim Single- oder Servo-Modus. Vier Modi für die Belichtungsmessung sorgen für ausreichend Flexibilität: evaluierende und partielle (etwa 9 Prozent des Sucherfeldes) Messung, die bereits erwähnte Spotmessung (3,8 Prozent) sowie mittengewichtete Durchschnittsmessung.

Zum Weißabgleich gibt es eine ganze Reihe von Einstellmöglichkeiten. Sie umfassen Bracketing und individuelle Korrekturen entlang der Farbachsen Blau, Orange, Magenta und Grün. Daneben gibt es eine Auswahl nach Farbtemperatur und manuelle Einstellungen. Einige Motivmodi – Porträt, Landschaft, Makro, Sport und Nachtporträt – ergänzen die halbmanuellen Programme, wie Blenden- und Verschlussautomatik, automatische Tiefenschärfe-Einstellung und manuelle Belichtungsmodi. Zu den wichtigen Grenzwerten gehören die minimale Verschlusszeit von 1/8000 Sekunde und die minimale Zeitdauer für die Blitzsynchronisierung von 1/250 Sekunde.

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