Da der GC1 keinen Mikrofonanschluss mitbringt, kann man O-Ton nur mit dem eingebauten Mikro aufnehmen. Doch selbst wenn man dieses direkt auf die Schallquelle richtet, wirkt der Klang blechern und gedämpft.

Überdies vermindert jede Art von Bewegung die Videoqualität noch mehr. Der Clip wirkt dann verschwommen, verwackelt und unscharf. Die Filme des GC1 mögen in einem winzigen Youtube-Fenster ganz annehmbar aussehen – auf dem Fernseher oder im Vollbild aber nicht.

Bildqualität

Die 5-Megapixel-Schnappschüsse des GC1 sind nicht besonders hochwertig, für einen Pocket-Camcorder sehen sie aber überraschend gut aus. Die Kamera fotografiert auch ziemlich schnell. In den meisten Situationen liegt die Auslöseverzögerung unter einer Sekunde. Selbst mit eingeschaltetem Blitz lassen sich im Test mehrere Aufnahmen hintereinander in annehmbarer Zeit schießen.

Im Allgemeinen gelingen Porträt- und Landschaftsaufnahmen mit dem GC1 ganz gut. An Motiven mit feinen Details, wie etwa Text- und Grafikabbildungen oder Fellzeichnungen von Haustieren, scheitert er jedoch. Sein enttäuschendes Objektiv und der niedrig auflösende Sensor können feine Strukturen oder kleine Buchstaben einfach nicht annähernd so gut einfangen wie eine genuine Digitalkamera.

Die Standfotos leiden beim GC1 unter den gleichen Bewegungsproblemen wie die Videos. Das geringste Wackeln der Kamera oder eine kleine Bewegung des Motivs kann die Aufnahmen beeinträchtigen oder völlig ruinieren. Der High-Speed-Auslösemodus beugt zwar einem Verwackeln vor. Das funktioniert aber nur, wenn man bei direktem Sonnenlicht oder mit Blitz fotografiert. Der High-Speed-Auslöser ist zu schnell und die ISO-Empfindlichkeit erreicht nur ISO 400. Damit geraten Innenaufnahmen ohne Blitz extrem dunkel.

Die Bilder des GC1 sind gut genug, um per E-Mail verschickt, ins Internet gestellt oder auch im Format 152 mal 102 Millimeter ausgedruckt zu werden. Für größere Abzüge oder irgendeine Art von Fotobearbeitung eignet sich der GC1 jedoch nicht.

Fazit

Der Preis des Sony NSC-GC1 ist deutlich höher als der konkurrierender Pocket-Camcorder. Und er ist immer noch etwas höher als jener von wesentlich umfangreicher ausgestatteten Einsteiger-Digitalkameras, wie beispielsweise der Sony Cybershot DSC-W55. Nicht zuletzt deshalb kann man diesen ungeschickt designten, zweitklassigen Pocket-Camcorder einfach nicht empfehlen.

Wenn man lediglich schnell Youtube-Videos aufnehmen möchte, ist der RCA EZ105 nach wie vor die beste Wahl. Sucht man jedoch eine solide Kamera, die zugleich auch Youtube-taugliche Videoclips aufnimmt, sollte man einer genuinen Digitalkamera den Vorzug geben. Eine angemessene SD-Speicherkarte vorausgesetzt,empfielt sich hier die Canon Digital IXUS 70. Sie ist etwas teurer als dieses Sony-Gerät. Doch sie fällt nur unwesentlich größer aus, liefert vergleichbare Videoqualität und dazu noch ordentliche 7-Megapixel-Standfotos.

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