Zukunftsorientierter Festplatten-Camcorder: Sony Handycam HDR-SR7E

von Lori Grunin am , 00:00 Uhr

Pro
  • passable Fotoqualität
  • ausreichend manuelle Einstellmöglichkeiten für die angepeilte Zielgruppe
  • Dockingstation im Lieferumfang
Con
  • kein Windfilter
  • kein USB-Anschluss direkt am Camcorder
  • Kabel für Mini-HDMI-Anschluss sind selten erhältlich
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die SR7E trumpft mit exzellenter Videoqualität und Leistung auf. Die Bedienung per Touchscreen ist gewöhnungsbedürftig.

Als festplattenbasierte Version der HDR-HC7 bietet die Sony Handycam HDR-SR7E endlich eine hervorragende HD-Videoqualität. Doch leider gibt es auch ein paar frustrierende Probleme mit dem Videoformat und der Kompatibilität.

Die Handycam HDR-SR7E verdient einen Spitzenplatz in Sonys HD-Camcorder-Produktlinie für Privatanwender. Sie verbindet fortschrittliche Funktionen mit ihrer primären Aufgabe, nämlich hochwertige HD-Videos aufzunehmen.

Diese Vorzüge haben allerdings ihren Preis und erfordern einiges an Ausdauer in der EInlern-Phase. Doch wer das Geld und die Geduld aufbringt, wird von der SR7E zu einem Preis von etwa 1150 Euro nicht enttäuscht sein.

Design

Die SR7E liefert wirklich eine sehr gute HD-Videoqualität. Was Design und Bedienung betrifft, übernimmt sie alle positiven Eigenschaften der HDR-HC7 [1]. Sie wiegt mit 530 Gramm (ohne Akku) zwar etwas weniger, liegt aber beim Aufnehmen ähnlich gut in der Hand. Nur die Benutzung des LCD-Touchscreens erfordert eine umständliche Bedienung mit beiden Händen.

Für die Navigation in den Menüs ist das Display zwar unbequem, funktioniert aber ansonsten gut und bleibt auch bei hellem Umgebungslicht einwandfrei ablesbar. In der Regel ist das Aufnehmen mit einem Sucher jedoch angenehmer. Daher wäre es schön gewesen, wenn Sony [2] die Augenmuschel aus Hartplastik etwas gepolstert hätte.

Über die Touchscreen-Schnittstelle, die Sony bei den meisten Privatanwender-Modellen verwendet, kann man streiten. Angesichts des 69 Millimeter (2,7 Zoll) kleinen 16:9-Displays der SR7E fällt das Urteil eher negativ aus – die Bedienung gerät mitunter fummelig.

Die SR7E ist relativ großzügig mit Anschlussbuchsen ausgestattet. Darunter finden sich ein Mini-HDMI-1.3-Anschluss, Component- und AV-Ausgänge sowie eine 2,5-Millimeter-Klinkenbuchse für das Kabel der Fernbedienung.

Leider hat das Camcordergehäuse selbst keinen USB-Anschluss. Ein solcher ist nur an der Dockingstation vorhanden. Dort gibt es auch eine Taste zum Brennen der Videos auf DVD. Es wäre praktisch, wenn Sony an der Dockingstation auch einen ausgewachsenen HDMI-Anschluss untergebracht hätte – zumindest bis der Mini-Anschluss weitere Verbreitung gefunden hat.

Funktionsumfang

So wie ihre drei Geschwister, die bandbasierte HC7 [1], die flashbasierte CX7 [3] und die DVD-basierte UX7E [4], verwendet die HDR-SR7E Sonys 1/2,9 Zoll großen 3,2-Megapixel-Clear-Vid-CMOS-Sensor. Damit produziert sie Videos mit 2,3 Megapixeln (HD) oder 1,7 Megapixeln (SD) Auflösung, ehe das Material heruntergerechnet und im 1080i-HD-Format (1440 mal 1080 Pixel) oder im SD-Format (720 mal 480 Pixel) codiert wird.

Die HD-Handycam nimmt Fotos mit einer nativen Auflösung von 2,3 Megapixeln (16:9) oder 3 Megapixeln (4:3) auf. Auf dem Gehäuse ist von grandiosen 6 Megapixeln die Rede – das bezieht sich aber nur auf die maximale interpolierte Auflösung. Die Kamera verfügt über ein 10-faches Zoomobjektiv mit T*-Beschichtung von Zeiss und erlaubt Tonaufnahmen mit 5.1-Dolby-Surround-Sound.

Falls man seine selbst aufgenommenen Videos nur auf einem HDTV-Fernseher ansehen will, ist die SR7E eine hervorragende Wahl. Vor einer Bearbeitung des Videomaterials gilt es aber noch einige Hürden zu nehmen. Am schwersten wiegt die Tatsache, dass das von Sony, Panasonic und Canon für dateibasierte HD-Aufnahmen verwendete AVCHD-Format bislang kaum Softwareunterstützung findet.

Sony könnte auch durchaus auf das dürftige Softwarepaket Picture Motion Browser verzichten. Stattdessen sollte eine ordentliche Videoschnittlösung wie Vegas Video Movie Studio Platinum Edition mitgeliefert werden. Wenn Käufer um die 1200 Euro für eine HD-Handycam ausgeben, erwarten sie das eigentlich.

Ein weiterer Fallstrick hypermoderner Technologie ist der bereits erwähnte Mini-HDMI-Anschluss (Typ C). Er verlangt ein Kabel, das noch nicht sonderlich weit verbreitet ist. Auch hapert es an Unterstützung für den bislang immer noch fast nirgendwo verwendbaren x.v.Colour-Farbraum (xvYCC).

Performance

In den Menüs finden sich acht Szenenmodi, Belichtungsanpassungen in 24 Schritten, Weißabgleich (manuell, Kunstlicht, Tageslicht und automatisch) sowie manuelle Einstellungen der Belichtungszeit zwischen 1/2 und 1/500 Sekunde. Spot-Fokus und Spotmessung nutzen die Vorteile des Touchscreens: Man kann buchstäblich auf das gewünschte Motiv zeigen.

Eine fixe Aufnahmeeinstellung lässt sich dem etwas wackeligen CAM-CTL-Wählrad zuweisen. Sie umfasst manuelles Scharfstellen, Belichtungsausgleich und -anpassung, Weißabgleichanpassung (Richtung Rot oder Blau) sowie die Verschlussgeschwindigkeit.

Für das bequemere Aufnehmen bietet Sony seine exzellente optische Bildstabilisierung Super-Steadyshot und einen Active-Interface-Shoe. Der Infrarotmodus Super-Nightshot hilft bei Aufnahmen im Dunkeln.

Zu den weiteren Pluspunkten gehören eine integrierte elektronische Objektivabdeckung sowie ein Blitz für Fotoaufnahmen.

Auf der 60 GByte großen Festplatte bringt die SR7E bis zu acht Stunden HD-Video in bester Qualität unter (2,1 MBit/s). Diese Videos können sich wirklich sehen lassen. Wie auch bei der HC7 könnte der automatische Weißabgleich etwas neutraler sein. Doch insgesamt werden die Farben ausreichend naturgetreu und gesättigt wiedergegeben. Fotos sollte man möglichst nicht größer als DIN A4 ausdrucken, denn dann werden sie pixelig.

Wie von Zeiss T*-Objektiven nicht anders gewohnt, werden Videos scharf wiedergegeben. Besonders bei Aufnahmen in Verbindung mit Sonys hervorragender optischer Bildstabilisierung Super-Steadyshot ist das der Fall. Es ist von deutlichem Vorteil, dass das Zoomobjektiv nicht über den Faktor 10 hinausgeht. Dadurch werden weder das optische System noch die Stabilisierung vor unzumutbare Herausforderungen gestellt.

Autofokus und Belichtungsmessung funktionieren recht gut. Die SR7E liefert in unterschiedlichsten Situationen korrekt belichtete Bilder, vom wolkenverhangenen Abendhimmel bis zu prallem Sonnenlicht an einem Sommertag.

Bei typischen Innenaufnahmen mit einer einzelnen Lichtquelle sind die Ergebnisse in puncto Schärfe, Bildrauschen und Farbwiedergabe vielen Konkurrenzmodellen überlegen. Der Autofokus passt sich auch relativ schnell Veränderungen von Position oder Zoom an.

Fazit

Wie schon das Vorgängermodell HDR-SR1E ist die Sony Handycam HDR-SR7E ein exzellenter HD-Camcorder, der die versprochenen Bequemlichkeiten von Festplattenaufzeichnungen wahrmachen will. Leider bleibt die bislang mangelhafte Softwareunterstützung aber eine erhebliche Unbequemlichkeit. Damit lässt sich dieses Modell eigentlich nur wirklich ausgebufften Videofans empfehlen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39158948/zukunftsorientierter-festplatten-camcorder-sony-handycam-hdr-sr7e/

URLs in this post:

[1] HDR-HC7: https://www.cnet.de/tests/camcorder/0,39030920,39154577,00/3+megapixel+in+hd_qualitaet+sony+handycam+hdr_hc7.htm

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] CX7: https://www.cnet.de http://www.cnet.de/tests/camcorder/0,39031622,39157878,00/superschlanker+avchd_camcorder+sony+hdr_cx7.htm

[4] UX7E: http://shopping.cnet.de/digital-lifestyle/camcorder-c_1053/sony-hdr-ux7e-p_7768237-0014.html