Für Fotos stehen drei Belichtungsmodi zur Verfügung: evaluative, mittenbetonte Integralmessung und Spotmessung. Außerdem gibt es Einstellungen für Serienbildmodus und Belichtungsreihen sowie die Fotogröße.

Es wäre allerdings schön, wenn sich einige dieser Funktionen schneller erreichen ließen. Das trifft besonders auf die Focus-Priority zu. Damit wird die Auswahl zwischen Canons AiAF und mittenbetontem AF-Modus, Instant-AF sowie normalem Fokus bezeichnet. Auch die Zoomgeschwindigkeit, die eine variable und drei konstante Einstellungen aufweist, gehört hier dazu.

Diese Funktionen werden häufig benutzt. Sie sollten also nicht tief in den Menüs versteckt sein. Falls der Benutzer nicht weiß, dass es sie überhaupt gibt und wie sie benannt sind, kann er sie sogar ganz übersehen. Und wie beim HV20 lässt sich während der Aufnahme der Weißabgleich nicht ändern. Bei Szenen mit unterschiedlichen Lichtquellen ist das ein echtes Ärgernis.

Leistung

Das 10-fach-Zoomobjektiv ist mit Canons Super-Range Optical Image Stabiliser ausgestattet. Er verbessert die Bildstabilität, indem er dem System laufend Feedback liefert. Die Technik funktioniert sehr gut, immerhin besser als bei anderen Modellen mit höheren Zoomwerten.

Canons Instant-AF arbeitet mit einer Bereicherkennung: Diese nutzt ein vom Motiv reflektiertes Messsignal, um dem AF-System den groben Aufenthaltsort des Motivs mitzuteilen. Dadurch muss das Objektiv auf einen kleineren Bereich scharfstellen.

Man kann den IAF ausschalten, um Strom zu sparen, wenn er gerade nicht gebraucht wird. Vor allem bei Motiven, die sich nur wenig bewegen, etwa bei Menschen im Gespräch oder einer Schultheateraufführung, ist das sinnvoll. Mit IAF fokussiert der Camcorder bei schlechten Lichtverhältnissen minimal schneller.

Die Aufnahmen ruckeln zwar zwischen den Einstellungen immer noch etwas hin und her. Doch insgesamt ist die Performance bei schlechten Lichtverhältnissen, was Fokus und Videoqualität betrifft, etwas besser als die von vergleichbaren früheren Canon-Camcordern für Privatanwender. Außerdem bringt der HG10 einen der bisher am angenehmsten zu bedienenden Zoomschalter mit.

Die Audioqualität kann da leider nicht ganz mithalten. Stellt man den Windschutzfilter auf „Auto“, nimmt das eingebaute Stereomikrofon den Ton von hinten recht gut auf. Aber Stimmen von vorne klingen gedämpft und Gespräche von der Seite werden fast gar nicht aufgezeichnet. Bei abgeschaltetem Windschutz sind die Aufnahmen von vorne besser.

Doch die Reichweite des Camcorders scheint recht begrenzt zu sein. Sie beträgt etwa einen Meter und eine Zoommikrofon-Funktion fehlt gänzlich. Den Eingangspegel kann man ebenfalls nicht regeln. Zur Verbesserung der Audioqualität gibt es einen externen Mikrofoneingang sowie einen Zubehörschuh – allerdings nur gegen Aufpreis.

Bildqualität

An der Bildqualität gibt es kaum etwas zu bemäkeln. Der HG10 liefert gut belichtete, gesättigte und scharfe Videos und Fotos. Bei schlecht beleuchteten Szenen machen sich leichtes Bildrauschen und Unschärfen bemerkbar. Auch einige überbelichtete helle Bereiche bei gut ausgeleuchteten Szenen tauchen auf. Das ist jedoch in dieser Preisklasse nichts Besonderes.

Fazit

Am Canon HG10 sind die frustrierende Ergonomie sowie die Probleme bei der Audio-Performance zu bemängeln. Jeder potenzielle Käufer sollte den Camcorder erst einmal ausprobieren, um zu sehen, was er selbst von der Anordnung der Bedienelemente hält. Auch ein Vergleich mit der – eher schwachen – Alternative, dem Touchscreen der Sony SR7, liegt nahe. Falls die Audio-Qualität ebenfalls ein Problem darstellt, dann sollte man die Anschaffung eines externen Mikrofons oder eben doch eines Touchscreen-Modells in Erwägung ziehen.

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