Sony Ericsson K850 im Test: Kamerahandy oder Handykamera?

von Andrew Lim am , 00:00 Uhr

Pro
  • 5-Megapixel-Kamera
  • sehr helles Xenon-Blitzlicht
  • HSDPA
Con
  • fummelige Softkeys
  • heikle Navigationstasten
  • knifflige Tastatur
Hersteller: Sony Ericsson Listenpreis: 599 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,9 von 10 Punkte
Fazit:

Das K850i bietet eine fantastische Kamera. Tastatur und Navigationstasten lassen jedoch zu wünschen übrig.

Das Sony Ericsson K850i Cybershot bringt eine der besten Kameras mit, die es derzeit für Handys gibt. Doch die berührungsempfindlichen Softkeys sind gewöhnungsbedürftig und die Nummerntasten etwas zu klein geraten.

Sony [1] Ericsson ist für einige der besten auf dem Markt erhältlichen Kamerahandys verantwortlich. Umso dringender stellt sich die Frage, was das neue Cybershot-Handy von Sony Ericsson, das K850i, bietet. Hat sich Sony Ericsson wieder einmal selbst übertroffen und einen weiteren Shootingstar entwickelt?

Das K850i ist derzeit ohne SIM-Karte für gut 500 Euro erhältlich.

Design

Auf den ersten Blick sieht das K850i recht klobig aus. Doch bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass es genauso groß ist wie sein Vorgänger, das K810i [2]. Aber gegenüber diesem – oder eigentlich jedem anderen Sony-Ericsson-Kamerahandy – hat das K850i ein umfangreiches Facelifting im Bereich der Tastatur erfahren.

Der obere Tastaturbereich, unterhalb des Displays, umfasst drei berührungsempfindliche Bereiche. Sie sind durch weiße Punkte gekennzeichnet. Zum Navigieren im Menüsystem tippt man mit dem Daumen auf diese weißen Punkte. Manchmal funktioniert das hervorragend, gelegentlich aber überhaupt nicht: Ärger ist also vorprogrammiert.

Die Vier-Wege-Navigationstaste ist auch nicht leicht zu bedienen. Sie liegt inmitten des Tastenfelds, und nicht wie üblich darüber. Und dann sind da noch die Nummerntasten. Sie lassen sich zwar recht leicht drücken, fallen jedoch etwas zu klein aus, um bequem zu tippen. Besonders wenn es schnell gehen soll.

Abgesehen von diesen kleinen Designmängeln der Tastatur ist das Handy attraktiv gestaltet. Insbesondere die Integration der Kamerafunktion kann überzeugen. Das K850i kommt den Gebrauchsbedingungen einer vollwertigen Digitalkamera von allen bisher getesteten Modellen am nächsten.

Auslöser und Zoomschalter sind wohlproportioniert. Die Modustaste, die vom Kamera- in den Video-Modus schaltet oder die Galerie aufruft, ist leicht zu bedienen. Ebenso verhält es sich mit der Ein-Aus-Taste, die die Kamera aktiviert und die Objektivabdeckung öffnet.

Es ist ungewöhnlich, dass die mechanische Objektivabdeckung von einer weiteren Abdeckung geschützt wird. Auf Rückfrage erklärt Sony Ericsson, dass das einem versehentlichen Öffnen der mechanischen Abdeckung entgegen wirken soll. Kopfzerbrechen bereitet die Frage, ob dieses Extra nicht womöglich beschädigt wird und den Sichtbereich des Objektivs beeinträchtigt. Und wird die automatische Abdeckung dadurch nicht überflüssig? Doch das lässt sich wohl erst nach längerem Gebrauch feststellen.

Einen unerwarteten, aber überzeugenden Designkniff stellt die gefederte Abdeckung an der Unterseite dar. Sie lässt sich leicht öffnen und bietet einen bequemen Zugriff auf Akku, Speicher- und SIM-Karte. Interessanterweise akzeptiert das K850i Micro-SD- ebenso wie Memory-Stick-Micro-Karten (M2). Das ist besonders praktisch, wenn man noch Micro-SD-Karten von einem alten Handy übrig hat.

Es dürfte bereits offensichtlich sein, dass das markanteste Feature des K850i seine Kamera ist. Daher sollte es schon fast als Handykamera und nicht als Kamerahandy bezeichnet werden: Die Kamera bietet einen 5-Megapixel-Sensor, Autofokus und Xenon-Blitzlicht.

Alle genannten Features funktionieren gut. Mancher wird eher einem leistungsfähigeren Objektiv gegenüber vielen Megapixeln den Vorzug geben. Doch der Qualitätsunterschied zu einer 3,2-Megapixel-Kamera, beispielsweise der des K810i, ist deutlich sichtbar.

Ist die Kamera besser als die im Nokia N95 [3], Samsung G600 [4] oder LG KU990 Viewty [5]? Bei Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen auf jeden Fall – dank des unglaublich hellen Xenon-Blitzlichts. Bei Tageslicht hingegen ist die Leistungsfähigkeit der einzelnen Kameras durchaus vergleichbar.

Ein sehr willkommenes neues Feature ist ihr LED-Fotolicht, das als Hilfslampe zum Scharfstellen fungiert. Es sorgt dafür, dass die Motive bei wenig Licht richtig fokussiert werden. Was die internen Einstellmöglichkeiten betrifft, so sind die üblichen Verdächtigen vorhanden. Es gibt unter anderem veränderbare ISO-Werte und den Cybershot-Serienbildmodus für bis zu neun hintereinander aufgenommene Fotos.

Fertige Aufnahmen lassen sich im Galerie-Modus betrachten. Das K850i erkennt, wie die Kamera gehalten wird, und das große, helle Display wechselt entsprechend vom Hoch- ins Querformat. Das funktioniert ganz ähnlich wie die Fotogalerie des Iphone [6].

Das Senden von Fotos und Videos ist unkompliziert. Direkt nach der Aufnahme lädt man sie in ein eigenes Blog oder schickt sie als MMS an einen Freund. Für die Übermittlung per Bluetooth muss man allerdings in die Galerie wechseln.

Dorthin gelangt man über die Modustaste oder über die Startseite des neuen Medien-Menüs. Es erinnert an das PSP-Menüsystem und ordnet Musik, Fotos und Videos in einem einfachen Menü als Gruppen an.

Neben seinen Fähigkeiten als Musik-Player sowie Video- und Bildbetrachter bringt das K850i außerdem ein UKW-Radio und Java-Spiele wie „Marble Madness 3D“ mit. Das bringt richtig Spaß. Man kann eine Kugel durch mechanische Bewegungen des Handys zum Rollen bringen und manövrieren.

Das K850i unterstützt HSDPA (3.5G) und bietet einen ordentlichen Webbrowser. Beide zusammen ermöglichen einen schnellen Zugriff auf Websites und RSS-Feeds. Der Browser funktioniert überwiegend gut. Er wirkt jedoch etwas träge, wenn man Seiten vergrößern oder verkleinern will. Beim Iphone klappt das um einiges besser. Es ist jedenfalls wünschenswert, dass noch mehr Handyhersteller diese Funktion integrieren.

Anrufe sind im Test klar und gut verständlich, ohne Sprachverzerrungen oder Geräuschdämpfung. Der Lautsprecher gibt ebenfalls einen klaren Klang von sich. Auf der Rückseite des Handys gibt es zwei Kunststoffschienen, die den Lautsprecher von der Unterlage abheben. Dadurch ist der Klang viel besser, als wenn es flach auf einer Oberfläche aufläge.

Die Bildqualität der 5-Megapixel-Kamera ist bei Tageslichtaufnahmen gut. Bei schlechten Lichtverhältnissen ist sie herausragend – dem leistungsstarken Xenon-Blitz sei Dank. Der wird allerdings leicht versehentlich von den Fingern verdeckt. Das verhindert dann natürlich gute Aufnahmen bei wenig Licht. Am besten hält man das Gerät zum Fotografieren also an den Außenkanten fest.

Die Testfotos weisen einige verräterische Spuren von JPEG-Komprimierung auf. Doch insgesamt zeichnen sie sich durch beeindruckende Farbtiefe und Klarheit aus. Wer auf der Suche nach einem vollwertigen Kameraersatz ist, sollte sich dieses Modell unbedingt genauer ansehen. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass das Objektiv nicht so leistungsstark wie das einer wirklich hochwertigen 5-Megapixel-Kamera ist.

Aber verglichen mit anderen 5-Megapixel-Kamerahandys übertrifft das K850i alle. Vor allem, wenn es ums Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen geht. Es bringt einfach die bisher beste Lösung zum Ausleuchten von Motiven mit.

Die Akkulaufzeit wird vom Hersteller mit neun Stunden Sprechzeit und 400 Stunden Standby-Zeit im GSM-Betrieb angegeben. Bei HSDPA-Nutzung sind es dreieinhalb Stunden Sprechzeit und 350 Stunden Standby. Im Test hält der Akku bei moderatem Gebrauch mehr als zwei Tage durch. Bei häufiger Nutzung des Webbrowsers samt HSDPA-Verbindung und der Kamera wird daraus jedoch weniger als ein Tag.

Fazit

Die Kamera des K850i könnte als die nahezu beste je in einem Handy getestete bezeichnet werden. Dafür verdient Sony Ericsson ein dickes Lob. Schwachpunkte des ansonsten rundum gelungenen Modells sind das fummelige Navigationssystem und das schwierige Tastenfeld. Für eine uneingeschränkte Topbewertung reicht es daher bedauerlicherweise nicht.

Ein alternatives 5-Megapixel-Kamerahandy mit einer benutzerfreundlicheren Tastatur und GPS wäre das Nokia N95 [3]. Das schießt unter schlechten Lichtverhältnissen jedoch längst nicht so gute Fotos. Wer mehr Wert auf Videofunktionen legt, sollte sich das LG KU990 Viewty [5] näher anschauen. Wenn es hingegen ein etwas schlankeres Kamerahandy sein soll, könnte das Samsung G600 [4] die richtige Wahl sein.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] K810i: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39154102,00/cybershot_handy+mit+blitz+sony+ericsson+k810i.htm

[3] Nokia N95: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39153448,00/das+ueberhandy+nokia+n95.htm

[4] Samsung G600: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39156996,00/schon+getestet+samsung+sgh_g600.htm

[5] LG KU990 Viewty: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39157540,00/schon+getestet+lg+ku990_+foto_handy+mit+5+megapixeln+und+youtube_uploader.htm

[6] Iphone: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39155943,00/schon+getestet+apple+iphone.htm