Schon getestet: 5-Megapixel-Handy Samsung SGH-G800 mit Blitz und Zoom

von Daniel Schraeder am , 00:00 Uhr

Pro
  • 5-Megapixel-Kamera
  • Autofokus
  • optischer Zoom
  • Gesichtserkennung
  • HSDPA
Con
  • kein WLAN
  • Xenon-Blitz nicht besonders hell
Hersteller: Samsung Listenpreis: 549 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das SGH-G800 wirkt auf den ersten Blick etwas klobig - ist aber in Wahrheit ein anschmiegsamer Begleiter mit hervorragender Kamera, die schon sehr nahe an die Qualität so mancher Kompakt-Kamera herankommt. Das Handy ist trotz seiner Größe angenehm in der Hand zu halten und leicht zu bedienen.

Samsung hat mit dem SGH-G800 die Latte für Kamera-Handys ein ordentliches Stück höher gehängt: Das Gerät kombiniert als erstes Mobiltelefon eine 5-Megapixel-Kamera, einen 3fachen optischen Zoom sowie einen Xenon-Blitz.

Das Nokia N95 [1] hat eine. Das K850i auch. So wie das LG KU990 Viewty [2]: eine Kamera mit 5 Megapixeln. LG [3] und Nokia bringen auch gleich einen echten Blitz anstelle einer funzeligen Leuchtdiode mit, um Licht ins Dunkle zu bringen. Doch was bislang allen 5-Megapixel-Handys fehlt, was sie alle nicht zu Konkurrenten von Kompaktkameras [4] macht, hat nur das Samsung [5] SGH-G800: optischen Zoom.

Design

Für einen Handy-Hersteller, der sich schon mit ultradünnen Handys wie dem U700 [6] einen Namen gemacht hat, ist das SGH-G800 schon fast eine Enttäuschung. Es ist alles, aber nicht schlank, hat sein Gehäuse doch etwa die gleichen Maße wie das Nokia N95 und ein nicht mehr besonders hosentaschenfreundliches Gewicht von 129 Gramm. Unabhängig vom klobigen Ersteindruck ist das SGH-G800 aber ein attraktives Handy mit glänzendem Finish und einem soliden Gehäuse aus Kunststoff und Metall – es erinnert ein bisschen an das LG Shine [7].

Auf den ersten Blick offensichtlich am G800 ist seine Nähe zu kompakten Digitalkameras. Auf der Rückseite befindet sich eine Abdeckung, die Linse und Xenon-Blitz vor Staub und Kratzern schützt. Schaltet man die Kamera ein, hält man das G800 horizontal – eben wie eine Digicam – und drückt den gut gelegenen Auslöser, um Fotos zu machen, und die Lautstärkeregler, um ein- und auszuzoomen.

Glücklicherweise folgt Samsung nicht dem Trend, berührungssensitive Tasten einzubauen – sowohl die Tastatur als auch die Navigationstasten sowie die Soft-Keys unterhalb des Displays sind mechanisch. Alle Tasten sind groß genug und leicht zu erreichen. Manchmal verlangt das G800 aber einen harten Druck auf seine Tasten, bevor es reagiert.

Ausstattung

Das SGH-G800 führt eine neue Kamera-Generation ein. Die Kombination aus 5-Megapixel-Sensor, Xenon-Blitz, Autofokus, LED-Licht für die Fokussierung, 3fachem optischen Zoom, digitaler Bildstabilisation und Blitz gegen den Rote-Augen-Effekt ist für ein Mobiltelefon einzigartig und findet sich ansonsten eher auf dem Datenblatt einer Kompaktkamera.

Wer ein Foto aufgenommen hat, kann es über Shozu [8] direkt in ein Blog hochladen, auf einer bis zu 4 GByte großen Micro-SD-Karte speichern oder über Bluetooth oder USB direkt ausdrucken. Eine simple Software zur Bildbearbeitung ist ebenfalls vorinstalliert. Sie erlaubt es unter anderem, Fotos zu beschneiden, Farben und Helligkeit anzupassen oder Effekte hinzuzufügen. Außerdem ist eine verhältnismäßig umfangreiche Software zum Schneiden von Videoclips vorhanden: Sie erlaubt die Kombination aus Audio-Spuren, Videos und Fotos.

Die Kamera ist aber nicht alles, was das SGH-G800 zu bieten hat. Es gibt einen ordentlichen Musikplayer, der mit MP3-, AAC- und WMA-Dateien zurechtkommt. Ebenso gehört ein UKW-Radio zur Ausstattung. An Bord des Handys befindet sich auch ein Webbrowser, der Surfen über UMTS und HSDPA mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde ermöglicht. Java fehlt ebenfalls nicht: Es ermöglicht das Spielen von kleineren Games auf dem Handy sowie die Installation von Anwendungen wie Google [9] Maps Mobile.

Leistung

Wir können es gar nicht erwarten, die Kamera des G800 zu testen. Ohne größere Verzögerung ist die Linse knipsbereit, nachdem man die schützende Abdeckung auf der Rückseite des Handys zur Seite geschoben hat. Das Wichtigste vorweg: Die Bilder sind nicht schlecht. Im Vergleich zu Nokia N95, LG Viewty und Sony [10] Eriocsson K850i überzeugen die Fotos des Samsung-Geräts und setzen qualitativ noch eins drauf. Allerdings hätten wir geschätzt, dass der Xenon-Blitz deutlich heller ist. So viel bringt er nicht in dunklen Umgebungen.

Die Qualität der Fotos hängt direkt vom Umgebungslicht ab. Ist es hell, überzeugen die gestochen scharfen Fotos mit tollen Farben. Im Dunkeln hilft der Blitz nur, Objekte in unmittelbarer Nähe zu erhellen. Was weiter von der Linse entfernt ist, wirkt blaustichig und unscharf.

Der dreifache optische Zoom leistet tolle Arbeit. Vor allem aber draußen – in Räumen ist es meist zu dunkel. Natürlich kommt er nicht heran an den von kompakten Kameras mit 10fach-Zoom wie Panasonics Lumix DMZ-TZ3, aber im Vergleich zum digitalen oder gar fehlenden Zoom der meisten anderen Mobiltelefonen schafft das Samsung-Handy einen Quantensprung.

Wirklich beeindrucken kann die integrierte Videoschnittsoftware. Sie erlaubt das Zusammenführen von Videoclips, Audiospuren und Fotos, ohne die Daten auf den PC übertragen zu müssen. Natürlich kommt sie nicht an die Ausstattungsmerkmale von Adobe Premiere heran, ist aber gigantisch für eine mobile Applikation.

Auch der Media Player überzeugt. Natürlich ist das SGH-G800 kein Iphone, aber man kann Lieder in Playlisten zusammenfassen oder nach Künstler oder Album sortieren. Die Software unterstützt diverse Dateiformate inklusive Windows-Media-DRM. Der im Handy verbaute Lautsprecher erzeugt einen ordentlichen und erstaunlich lauten Sound. Leider hat das Samsung-Handy keine Klinkenbuchse zum Anschluss eines guten Kopfhörers, der mitgelieferte ist nur mittelmäßig. Immerhin ist die Übertragung von Stereo-Audio auch kabellos per Bluetooth möglich.

Die größte Schwachstelle des SGH-G800 ist der Webbrowser. Zwar surft das Handy dank HSDPA wahrlich mit Vollgas im Netz, kann das aber nicht herüberbringen: Seiten sehen grausam aus und werden häufig nicht richtig dargestellt. Ein Vergleich mit Nokias Minimap-Browser oder dem Safari des Iphones ist quasi nicht möglich – hier muss Samsung dringend nachlegen. Man sollte das SGH-G800 eher als Modem für ein Notebook [11] einsetzen, als es selbst für Surf-Sessions im Netz zu verwenden.

Fazit

Vor dem Test hatten wir hohe Erwartungen an das G800. Den Großteil konnte das Samsung-Handy auch erfüllen – es ist ein attraktives, solides Handy mit simpler Bedienung und überzeugender Digicam. An manchen Punkten hat uns das Gerät allerdings enttäuscht. So dürfte der Blitz ein gutes Stück heller sein – im Vergleich zu dem des K850i von Sony Ericsson wirkt er fast schon wie eine Foto-LED.

Außerdem ist das Gerät einfach etwas zu klobig – vor allem im Vergleich zu anderen Samsung-Handys. Wer sein Handy in der Jackentasche transportiert, dürfte sich daran allerdings nicht stören. Die Taschen an hautengen Jeans hingegen sind fast schon ein bisschen zu eng.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39159625/schon-getestet-5-megapixel-handy-samsung-sgh-g800-mit-blitz-und-zoom/

URLs in this post:

[1] Nokia N95: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39153448,00/das+ueberhandy+nokia+n95.htm

[2] LG KU990 Viewty: https://www.cnet.de">K850i auch. So wie das

[3] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[4] nicht zu Konkurrenten von Kompaktkameras: https://www.cnet.de/praxis/specials/0,39038439,39159506,00/handys+mit+5+megapixeln+ersetzen+sie+die+kamera.htm

[5] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[6] U700: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39157529,00/elegantes+3g_handy+mit+einigen+schwachstellen+samsung+sgh_u700.htm

[7] LG Shine: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39152486,00/mehr+schein+als+sein+lgs+design_handy+shine+im+test.htm

[8] Shozu: http://www.shozu.com/portal/

[9] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[10] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[11] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/