Blu-ray-Brenner ab 300 Euro

von Pascal Poschenrieder am , 13:11 Uhr

Das Ende der DVD ist nah. Die optische Disk ist zu klein, um HD-Filme zu speichern. Die Nachfolger HD-DVD und Blu-ray stehen in den Startlöchern und blasen zum Formatkrieg. Das bringt Vorteile für den Benutzer: Jetzt passen 50 GByte auf eine Scheibe. Der Preisradar stellt drei Blu-ray-Brenner ab 300 Euro vor, mit denen die persönliche Datensicherung wieder Spaß macht.

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Die optischen Speichermedien Blu-ray [1] und HD-DVD [2] kämpfen immer noch um die Vorherrschaft auf dem Markt. Eines der beiden Formate wird hoffentlich bald die DVD ablösen. DVDs gibt es mit Kapazitäten von 4,7 und 8,4 GByte. Da das bei weitem zu wenig ist, um High-Definition-Filme ohne störende Komprimierungsartefakte zu speichern, braucht es ein neues Format. Blu-ray-Discs fassen 25 oder 50 GByte. HD-DVDs bringen es auf Speicherkapazitäten von 15, 30 oder 51 GByte.

Doch die neuen optischen Medien eignen sich nicht nur, um Filme auf ihnen zu speichern. Auch Datensicherungen, gerade von großen Dateien, erleichtern sie: Auf eine Dual-Layer-Blu-ray- oder Triple-Layer-HD-DVD-Disc passt der Inhalt von über zehn DVDs.

Allerdings sind für das Selberbrennen der neuen Medien spezielle Laufwerke notwendig. Derzeit gibt es noch keine Standalone-HD-DVD-Brenner auf dem deutschen Markt. Dafür werden die Anfangs so teuren Blu-ray-Brenner immer günstiger. Mittlerweile bekommt man sie schon ab 300 Euro. Der Preisradar stellt drei Blu-ray-Brenner vor und erklärt, worauf man beim Kauf achten sollte.

Technische Details

Vor dem Kauf eines Blu-ray-Brenners sollte man sich bewusst machen, dass die benötigten Rohlinge noch recht teuer sind. 25-GByte-Blu-ray-Rohlinge gibt es zwar bereits ab 10 Euro, für einen 50-GByte-Rohling sind allerdings mindestens 35 Euro fällig. Außerdem muss eine Brenn-Software installiert sein, die das Beschreiben von Single- und Dual-Layer-Blu-ray-Medien unterstützt. Lösungen wie die aktuelle Version von Nero Burning ROM [3] oder Cyberlinks [4] BD Solutions sind ab rund 40 Euro erhältlich.

Anschließend muss sichergestellt werden, dass sich am heimischen Computer noch ein freier SATA [5]-Anschluss befindet. Die meisten Blu-ray-Brenner werden über diese Schnittstelle mit dem Rechner verbunden. IDE [6] nutzen nur sehr wenige Laufwerke, da der Bus die erforderlichen Datenraten kaum verkraftet.

Liteon LH-2B1S
Der LH-2B1S von Liteon wird über die SATA-Schnittstelle mit dem Rechner verbunden (Bild: Liteon).

Ist kein SATA-Steckplatz frei, muss eben neuer geschaffen werden. Die Blu-ray-Brenner beherrschen nämlich auch das Lesen und sogar Beschreiben von normalen CDs und DVDs. Es besteht also auch die Möglichkeit, das alte DVD-Laufwerk einfach durch einen Blu-ray-Brenner zu ersetzen. Dieser brennt die Blu-ray-Rohlinge BD-R [7] und BD-RE [8] (wiederbeschreibbare Blu-ray-Rohlinge) sowie sämtliche DVD- und CD-Scheiben. Bei einigen Blu-ray-Brennern handelt es sich sogar um Combo-Laufwerke, die sowohl BD-Rs und BD-REs beschreiben als auch die HD-DVDs lesen können.

Außerdem interessant ist, wie lange ein Brenner braucht, um einen 50 GByte großen Rohling zu befüllen. Einige Laufwerke brennen Blu-ray-Discs bereits mit sechsfacher Geschwindigkeit. Das bedeutet, dass sie die Scheiben mit einer durchschnittlichen Datenrate von 27 MByte pro Sekunde lasern. Eine 50-GByte-Disc zu beschreiben, dauert also rund eine halbe Stunde. Die meisten Brenner schaffen beim Schreiben allerdings lediglich zweifache Geschwindigkeit – sie brauchen also ganze 1,5 Stunden. Dafür klappt das Lesen bei den meisten Laufwerken bereits mit sechsfacher, in einigen Fällen sogar schon mit zwölffacher Geschwindigkeit.

Damit der Brennvorgang auch reibungslos ablaufen kann, benötigt das Laufwerk einen möglichst großen Cache [9]. Bei einer Datenrate von 27 MByte pro Sekunde muss ein 8-MByte-Cache mehr als drei Mal pro Sekunde neu befüllt werden. 4 MByte sind das absolute Minimum. Achtung beim Kauf im Elektromarkt: Die Cache-Größe wird oft nicht auf der Verpackung angegeben.

Philips SPD7000BD
Philips baut in den SPD7000BD 8 MByte Cache ein (Bild: Philips).

Ein letzter wichtiger Punkt ist die Zugriffszeit, also wie lange das Laufwerk braucht, um auf bestimmte Daten auf einer Disc zuzugreifen. Leider findet man diese Angabe nur äußerst selten, und wenn überhaupt, dann meistens nur für CDs und DVDs. Zu Zugriffszeiten auf BD-Rs und BD-REs machen nur wenige Hersteller Angaben. Bei Zugriffszeiten von 160 Millisekunden auf CDs und DVDs kann man aber davon ausgehen, dass auch ein Blu-ray-Zugriff schnell von statten geht. Um HD-Filme flüssig wiederzugeben, sind alle Blu-ray-Brenner schnell genug. Beim Kopieren von Daten selbstgebrannter BD-Rs auf den PC machen sich allerdings deutliche Geschwindigkeitsunterschiede bemerkbar.

Beispielgeräte

Der GGW-H20L von LG [10] ist ab einem Preis von 300 Euro erhältlich. Das SATA-Gerät verfügt über einen Cache von 4 MByte und einen Buffer-Underrun-Schutz. Neben dem Lesen und Beschreiben von Blu-ray-, DVD- und CD-Rohlingen liest es zusätzlich Single- und Dual-Layer-HD-DVDs. Single-Layer-BD-Rs beschreibt das Laufwerk mit sechsfacher, Dual-Layer-BD-Rs mit vierfacher Geschwindigkeit. Die wiederbeschreibbaren BD-REs brennt der GGW-H20L mit zweifachem Speed. DVDs beschreibt das Laufwerk mit maximal 16-facher Geschindigkeit, CDs lasert es maximal mit 40-fachem Speed. Das Lesen von Blu-ray-Scheiben findet mit sechsfacher, das von HD-DVDs mit dreifacher Geschwindigkeit statt. Die Zugriffszeit auf BD-Rs beträgt 180 Millisekunden, die auf DVDs 160 und die auf CDs 150 Millisekunden.

LG GGW-H20L
Der GGW-H20L von LG [11] beschreibt Single-Layer-BD-Rs mit sechsfacher Geschwindigkeit (Bild: LG).

Von Liteon [12] bekommt man den Blu-ray-Brenner LH-2B1S. Das rund 340 Euro teure Gerät beschreibt und liest BD-Rs und BD-REs mit zweifacher Geschwindigkeit. DVDs füllt es mit zwölffacher, CDs mit 32-facher Geschwindigkeit. Der Cache ist mit 4 MByte so groß wie der des LG-Laufwerks. Die Zugriffszeit auf alle Medien beträgt laut Hersteller 160 Millisekunden.

Philips [13] verkauft den Blu-ray-Brenner SPD7000BD zu einem Preis von rund 450 Euro. Das Laufwerk verfügt über 8 MByte Cache und greift in 160 Millisekunden auf CDs und in 170 Millisekunden auf DVDs zu. Die Blu-ray-Disc-Zugriffszeit nennt der Hersteller nicht. Das SATA-Laufwerk schreibt und liest BD-Rs und BD-REs mit zweifacher Geschwindigkeit. DVDs liest es mit 16-facher Geschwindigkeit. Das DVD-Brennen erfolgt maximal mit zwölffachem Speed. CDs verarbeitet es mit 32-facher Geschwindigkeit.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39159807/blu-ray-brenner-ab-300-euro/

URLs in this post:

[1] Blu-ray: http://de.wikipedia.org/wiki/Blu-ray

[2] HD-DVD: http://de.wikipedia.org/wiki/HD-DVD

[3] Nero Burning ROM: http://www.nero.com/deu/index.html

[4] Cyberlinks: http://de.cyberlink.com/

[5] SATA: http://de.wikipedia.org/wiki/Serial_ATA

[6] IDE: http://de.wikipedia.org/wiki/Integrated_Drive_Electronics

[7] BD-R: http://de.wikipedia.org/wiki/BD-R

[8] BD-RE: http://de.wikipedia.org/wiki/BD-RE

[9] Cache: http://de.wikipedia.org/wiki/Cache

[10] LG: http://de.lge.com

[11] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[12] Liteon: http://www.liteonit.eu/de/

[13] Philips: http://www.philips.de/