Schon getestet: UMTS-Smartphone HTC S730 Wings

von Daniel Schraeder und Sandra Vogel am , 00:00 Uhr

Pro
  • UMTS mit HSDPA
  • ausfahrbare QWERTZ-Tastatur
  • Slot für Micro-SD-Speicherkarten
Con
  • klobiges Gehäuse
  • schwer
  • Akkulaufzeit nicht überragend
Hersteller: HTC Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Insgesamt ist das S730 ein interessantes und gut ausgestattetes Smartphone. Als Nachfolger des HTC S710 enttäuscht es aber: Sein einziger Mehrwert ist UMTS. Dafür müssen Käufer ein schwereres Gerät und eine geringere Akkulaufzeit hinnehmen.

HTC führt die Reihe der Windows-Mobile-Smartphones mit Vollausstattung mit dem S730 fort, das nun endlich auch in Deutschland erhältlich ist. Die Vorteile gegenüber dem Vorgänger S710 halten sich allerdings in Grenzen. Der Test zeigt, ob das neue HTC-Smartphone in der Praxis überzeugt.

HTC [1] baut Windows-Smartphones. Ziemlich viele, denn regelmäßig stellt der Hersteller neue Produkte vor und bedient inzwischen so gut wie alle Nischen – vom schlanken Iphone-Killer Touch [2] bis hin zum vollausgestatteten Allrounder wie dem jetzt vorgestellten HTC S730 Wings. Dabei handelt es sich um den Nachfolger des S710, das bei seiner Vorstellung im letzten Jahr eine echte Innovation darstellte – als erstes Windows-Handy mit aufschiebbarer Tastatur.

Design

Das S730 ist für ein Smartphone [3] verhältnismäßig groß. Es ist im Vergleich zu durchschnittlichen Handys dicker, breiter und höher. Der Touch Dual des gleichen Herstellers fällt allerdings noch etwas größer aus. Der Hersteller nennt auf dem Datenblatt des S730 kein Gewicht. Wir haben 150 Gramm gemessen – damit wiegt das Gerät deutlich mehr als der Touch Dual (120 Gramm). Entsprechen seine Abmessungen – 50 mal 101 mm – noch dem durchschnittlichen Handy, sorgt die Bauhöhe von fast zwei Zentimetern (18 mm) für eine deutlich sichtbare Beule in der Tasche. „Schuld“ daran ist wohl die Tastatur, die sich seitlich herausziehen lässt.

Das Tastenfeld hat das übliche QWERTZ-Layout. Jede Taste verfügt über eine fühlbare Erhöhung, die die Trefferquote beim Tippen verbessert. Es gibt einen kleinen Größenunterschied zwischen den inneren und den äußeren Tasten, doch in der Praxis fällt das nicht ins Gewicht.

Zahlen sind doppelt belegt und lassen sich mittels der Function-Taste aufs Display bringen. Um genau zu sein, sind sogar alle Tasten doppelt belegt. Sie bieten neben den Ziffern auch Sonderzeichen sowie den direkten Zugriff auf Programme wie Internet Explorer oder den integrierten Messenger. Zwei weitere Tasten mit wechselnder Belegung (Soft-Buttons) sitzen oberhalb der Tastatur, in direkter Nachbarschaft zu den Status-LEDs für Function und Caps Lock. Zieht man das Tastenfeld aus dem Gerät, wechselt der Bildschirminhalt sofort vom Hoch- ins Querformat.

Ist die Tastatur im Gerät verborgen, sieht das S730 aus wie jedes andere Windows-Smartphone. Unterhalb des Displays befinden sich Zahlentasten sowie die üblichen Knöpfe für Windows Mobile: Anruf annehmen und auflegen, Home, Back und Navigationstasten.

Die Telefontasten wirken ziemlich gequetscht zwischen den anderen Buttons – ein Opfer, das der Hersteller zu Gunsten eines möglichst großen Displays gebracht hat. Es misst 6,1 Zentimeter in der Diagonalen und stellt Inhalte mit 320 mal 240 Pixeln dar.

Im Lieferumfang des HTC S730 sind ein Steckernetzteil sowie USB-Kabel, Headset, Bedienungsanleitung und eine CD mit Activesync enthalten.

Ausstattung

Auf dem S730 läuft Windows Mobile 6.0 Standard. Es ist ein Quad-Band-Handy mit GPRS und EDGE sowie mit UMTS und HSDPA-Datenoptionen für schnelle Surfsessions im Internet. Eine zweite Kamera auf der Oberseite ermöglicht Videotelefonie über UMTS, auf der Rückseite befindet sich eine 2-Megapixel-Digicam für Fotos und Videoclips. Auf Foto-LED oder Blitz müssen Käufer verzichten. Immerhin gibt es einen kleinen Spiegel für Selbstporträts. Auf der rechten Seite des Handys sitzt der Auslöser, der auch die Kamera-Applikation startet.

Sowohl WLAN nach 802.11b und 802.11g als auch Bluetooth 2.0 sind integriert. Eine Taste auf der linken Seite öffnet den Comm-Manager von Windows Mobile, in dem sich die verschiedenen Funkverbindungen aktivieren lassen. Auch ein Flugmodus ist hier verfügbar – er deaktiviert sämtliche funkenden Bauteile im Gerät.

Für ordentlich Rechenpower sorgt die integrierte MSM7200-CPU von Qualcomm, die mit 400 MHz getaktet ist. 64 MByte RAM und 256 MBye ROM sind ebenfalls integriert, von denen auf unserem Testgerät 124 MByte für Nutzerdaten zur Verfügung stehen. Reicht das nicht, lässt sich der Speicher mit Micro-SD-Karten erweitern. Der Einschub befindet sich, geschützt von einer Abdeckung aus Gummi, auf der rechten Seite.

Wie der HTC Touch unterstützt auch das S730 die Steuerung per Fingergesten über den Touchscreen. Der Hersteller nennt das Touch-Flo. Dabei ersetzt HTC den Home-Screen von Windows Mobile. Auch der HTC-Home-Screen zeigt anstehende Termine, ungelesene Nachrichten sowie verpasste Anrufe und ungelesene SMS-Nachrichten. Außerdem ermöglicht er den direkten Zugriff auf häufig verwendete Applikationen.

Wie bei Touch-Flo üblich ist auch der Wetterbericht auf dem S730 vorinstalliert. Auf dem Display erscheint dann nicht die große Digitaluhr, sondern die aktuelle Wetterprognose. Die Daten bezieht das Gerät aus dem Internet. Den Ort muss der Anwender allerdings selbst festlegen.

Neben den üblichen Anwendungen, die Windows Mobile 6 mitbringt, hat der Hersteller noch den PDF-Reader Acrobe Reader LE sowie einen RSS-Reader und einen Media-Player mit grafischem Equalizer vorinstalliert. Die Integration der MP3- und Videosoftware ist gelungen, wirkt allerdings etwas fehl am Platz: Das mitgelieferte Stereo-Headset taugt zwar zum Telefonieren, kann bei der Wiedergabe von Musik aber nicht überzeugen. Da es nicht per Klinkenbuchse, sondern über den Mini-USB-Port mit dem Handy verbunden wird, lässt es sich auch nicht einfach gegen ein hochwertigeres Headset austauschen.

Leistung

Das HTC S730 liefert in unseren Tests ordentliche Arbeit ab. Negativ fällt die gequetscht wirkende Zahlentastatur auf der Vorderseite auf – das Eintippen von Telefonnummern ist kein Vergnügen. Auch auf der QWERTZ-Tastatur vertippt man sich schnell. Sie ist dennoch eine große Hilfe, wenn man häufig E-Mails oder SMS-Nachrichten versendet.

Enttäuschend ist allerdings die Akkulaufzeit. Bei eingeschalteter Displaybeleuchtung spielt das S730 in unserem Test 5 Stunden und 55 Minuten Musik von der Micro-SD-Karte, danach geht der Saft aus. Sein Vorgänger, das S710, hält eine halbe Stunde länger durch.

Fazit

Das S730 ist ein weiterer Schritt nach vorne. Verglichen mit dem S710 allerdings kein allzugroßer: Abseits von UMTS und HSDPA gibt es kaum Unterschiede, aber einige Rückschritte. Das Gerät ist schwerer, die Tasten lassen sich nicht so gut bedienen, und der Akku hält nicht so lang. Auch die Kamera knipst weiterhin nur Bilder mit zwei Megapixeln. Das ist okay, aber kein Vergleich zu 5-Megapixel-Handys wie dem Sony Ericsson K850i [4]. Ob man das S730 wirklich braucht, hängt davon ab, ob man nicht auf UMTS verzichten kann. Ansonsten würde auch der Vorgänger S710 ausreichen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39161637/schon-getestet-umts-smartphone-htc-s730-wings/

URLs in this post:

[1] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[2] Touch: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39155559,00/htc+touch+sexy+windows_smartphone+mit+gestensteuerung.htm

[3] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[4] Sony Ericsson K850i: https://www.cnet.de/tests/handy/0,39030932,39159104,00/sony+ericsson+k850+im+test+kamerahandy+oder+handykamera.htm