42-Zoll, DVB-T und Festplattenrekorder: LG 42LT75

von Alex Jennings am , 00:00 Uhr

Pro
  • praktische Aufnahmefunktionen
  • benutzerfreundliches Betriebssystem
  • moderater Preis
  • hervorragende Bildqualität
Con
  • Signal wird auf dem Weg zum zweiten Tuner schwächer
  • nachlassende Bildqualität bei größeren Blickwinkeln
Hersteller: LG Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der DVB-T-Festplattenrekorder wertet den ohnehin guten Fernseher zusätzlich auf.

Es hat sich herausgestellt, dass eine Festplatte ein echter Pluspunkt für DVB-T-Geräte ist. Deshalb kann der 42LT75 fast zu einem der Spitzengeräte in dieser Kategorie gezählt werden. Außerdem liefert der Fernseher die bislang besten Bilder aller LCD-Modelle von LG.

Wie auch schon die 32-Zoll-Version bringt der LG [1] 42LT75 einen 160 GByte großen Festplattenrekorder zum direkten Aufzeichnen digitaler und analoger Sendungen mit. Das ist die längst fällige Antwort auf die externen digitalen Festplattenreceiver. Doch bietet diese Funktionalität bei dem im Online-Handel ab etwa 1200 Euro erhältlichen Fernseher wirklich entscheidende Vorteile?

Stärken

Das Wichtigste zuerst: Die Kombination aus hochglänzendem Schwarz und eleganten Kurven macht den 42LT75 zu einem echten Augenschmaus.

Noch interessanter ist das Innenleben. Im schlanken LCD-Rahmen des Geräts findet neben zwei Hybrid-Tunern (DVB-T und Analog) sowie all den üblichen LCD-Komponenten auch eine 160 GByte große Festplatte Platz. Das ist eine überraschend großzügige Ausstattung, die für etwa 60 Stunden an Digitalaufnahmen oder 45 bis 90 Stunden an Analogaufnahmen Platz bietet.

Woher rühren die unterschiedlichen maximalen Aufnahmezeiten? Der 42LT75 zeichnet digitale Daten direkt auf, während er bei analogen Quellen das Signal erst digitalisieren muss, ehe es aufgenommen werden kann. Für diesen Prozess bietet er zwei unterschiedliche Standards an: hohe oder normale Qualität. Der Benutzer kann also zwischen optimaler Bildqualität oder möglichst geringem Speicherplatz wählen.

Außerdem hat man durch die integrierte Festplatte die Möglichkeit, digitale wie analoge Sendungen zeitgesteuert oder über die EPG-Funktion (Electronic Programme Guide) aufzunehmen. Ebenso lassen sich Live-Sendungen unterbrechen und zeitversetzt weiterschauen (Time Shift). Dank der beiden Hybrid-Tuner kann man auch gleichzeitig einen Sender aufnehmen, während man einen anderen sieht.

Besonders erfreulich bei all diesen Funktionen ist es, dass die Einstellungen problemlos zugänglich sind. Der 42LT75 zielt offensichtlich auf technisch weniger versierte Benutzer ab. Denn wahre Technikfreaks dürften mittlerweile längst mit einem externen digitalen Fesplattenrekorder ausgestattet sein, der womöglich sogar HD-Qualität bietet. Deshalb hat LG sich beim Betriebssystem des Geräts sichtlich Mühe gegeben. Auch der größte technische Laie wird so schon bald digitale Aufnahmen machen und bearbeiten, als hätte er nie etwas anderes getan.

Nicht zuletzt kann der 42LT75 auch durch seine Bildqualität überzeugen. Bisherige LCD-Fernseher von LG hatten große Schwierigkeiten, Bilder in Standardauflösung sauber wiederzugeben. Doch inzwischen scheint der Hersteller seine Hausaufgaben gemacht zu haben. Die Bilder von digitalen Quellen wirken klar, ausreichend scharf, mit lebhaften und natürlichen Farben. So gut schnitt hier bislang kaum ein anderer LCD-Fernseher ab.

Vermutlich hat die intensive Arbeit an der Aufzeichnungssoftware des 42LT75 dazu geführt, dass LG endlich die Bildverarbeitung für das Digitalfernsehen optimiert hat. Die HD-Bilder können sich übrigens ebenfalls durchaus sehen lassen.

Schwächen

So mancher wird enttäuscht sein, wenn er feststellt, dass der 42LT75 kein Full-HD-Fernseher ist. Das ist jedoch keineswegs so ein großer Haken, wie er auf den ersten Blick erscheint. Die niedrigere 720p-Auflösung harmonisiert sogar besser mit der Standardauflösung von DVB-T. Und hierauf liegt schließlich das Hauptaugenmerk dieses Fernsehers.

Eine definitive Schwäche des Geräts ist jedoch ein Kontrast- und Farbverlust, wenn der optimale Blickwinkel nicht eingehalten wird. Das ist generell ein häufiger Nachteil der LCD-Technologie. Doch Geräte anderer Hersteller schneiden in dieser Hinsicht besser ab als der 42LT75.

Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass digitale Signale an Stärke zu verlieren scheinen, wenn sie vom ersten Tuner an den zweiten weitergeleitet werden. So ist es durchaus möglich, dass man in Gegenden mit schwachem Empfang über den ersten Tuner ein gutes Bild erhält, während der zweite mit Signalunterbrechungen oder gar totalem Signalausfall zu kämpfen hat. Ein potenzieller Käufer sollte also sicherstellen, dass er über ausreichenden DVB-T-Empfang verfügt, ehe er sich für den 42LT75 entscheidet.

Fazit

Der LG 42LT75 ist sicher kein Fernseher für jedermann. Wer etwa an Bezahlfernsehen interessiert ist, sollte besser zu einer entsprechenden Settop-Box und einem anderen Fernseher greifen. Aber für die zunehmende Zahl an Haushalten, die in irgendeiner Weise auf Digitalfernsehen umstellen, ist der 42LT75 eine hervorragende Wahl – und außerdem erstaunlich preiswert. So ist man jedenfalls gut gerüstet, wenn eines Tages auch über Kabel kein analoges Fernsehen mehr möglich sein wird.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/