Leicht und praktisch: Griffin Evolve

von Nate Lanxon am , 11:35 Uhr

Pro
  • erstaunliche Übertragungsperformance
  • allgemeine Brauchbarkeit
  • Benutzerfreundlichkeit
  • gut implementierte Funktionen
Con
  • dürftige Klangqualität
  • etwas hoher Preis
Hersteller: Griffin Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,7 von 10 Punkte
Fazit:

Das Evolve ist trotz durchschnittlicher Klangleistungen ein fabelhaftes kleines Audiosystem.

Das Griffin Evolve ist eine brillante Idee und angenehm zu benutzen. Seine Klangqualität bleibt zwar eher durchschnittlich, aber alles in allem bekommt man ein hübsches kleines Audiosystem mit zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten.

Es gibt viele Ansätze für die drahtlose Nutzung von Audiomaterial. Manche Lösungen erfordern Netzwerke, manche kosten einfach ziemlich viel Geld. Griffins Evolve ist dafür konzipiert, direkt nach dem Auspacken zu funktionieren, ohne dass man sich mit drahtlosen Netzwerken, Medienservern oder gar umständlichen Kabeln abplagen muss. Es soll ab Mitte März für einen Preis von etwa 330 Euro verfügbar sein.

Im Grunde ist das Evolve ein Ipod [1]-Lautsprechersystem. Doch die Stereolautsprecher lassen sich auch problemlos abnehmen. Damit ist es womöglich eine Traumanlage für jene Benutzer, die mobil bleiben wollen.

Design

Das Evolve besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten: einer Basisstation und einem Paar kubischer Lautsprecherboxen. Jeder dieser Würfel hat ein stabiles, glänzend schwarzes Gehäuse. Alle Kanten sowie Rückseite und Grundplatte sind mit einer massiven Gummierung versehen. Im Inneren befindet sich ein einzelner Lautsprecher. Daher muss alles, vom wummernden Bass bis zu kristallinen Höhen, synchron von einem einzigen Treiber wiedergegeben werden. Es gibt auch keine Bassreflexöffnung auf der Rückseite. Deshalb hat die vom Treiber nach hinten verdrängte Luft keine Möglichkeit zu entweichen.

Die Basiseinheit selbst weist das gleiche glänzende Kunststoffgehäuse auf. Sie fällt allerdings nicht so massiv aus wie bei den Lautsprechern. Tatsächlich fühlt es sich ziemlich unvollständig und leer an. Das ist wirklich merkwürdig, wenn man an die solide Konstruktion von Griffins exzellentem Amplifi [2] denkt. Dennoch: Ist die Basis erst einmal aufgestellt, erledigt sie ihre Aufgabe – wenn auch auf eine Art und Weise, die an Lego-Objekte erinnert.

Doch das Evolve funktioniert einwandfrei. Es wäre auch völlig unpraktisch, etwas aus massivem Holz zu bauen, das möglichst tragbar bleiben soll. An der Rückseite der Basisstation befindet sich eine Reihe von Anschlüssen. Darunter sind auch einige Anschlüsse für andere Geräte als Ipods. Aber einen Kopfhöreranschluss gibt es nicht. Man wird das Evolve also nie dazu verwenden, ganz für sich Musik zu hören.

Funktionsumfang

Sieht man über das merkwürdige Plastikdesign hinweg, merkt man, wie reizvoll dieses System ist. Ein junger Musikfan würde wohl fast alles dafür tun, das Evolve zum Geburtstag geschenkt zu bekommen. Es beamt die Musik von der Basisstation, etwa im Schlafzimmer, sagen wir nach unten in die Küche. Wenn man ein zweites Paar Lautsprecher kauft, lässt sich die Musik auch in den Garten beamen. Man kann so viele kaufen, wie man will, und die Musik simultan in jedem Raum laufen lassen. Das ist ideal für Hauspartys.

Die Lautsprecher holen 12 Watt Leistung aus dem eingebauten Verstärker. Voll aufgeladen arbeiten sie etwa zehn Stunden lang. Zum Aufladen setzt man sie einfach auf die Basisstation. Durch die Metallkontakte an der Grundplatte der Lautsprecher und an der Basisstation fließt der Strom kabellos in die Akkus. Das ist eine großartige Idee und funktioniert vorzüglich.

Das Andocken ermöglicht den Lautsprechern auch, zu entscheiden, welcher den linken und welcher den rechten Kanal wiedergibt. Falls Stereo nicht gewünscht wird, lässt sich die Wiedergabe natürlich auch auf Mono stellen. Auf diese Weise kann man in zwei Zimmern gleichzeitig je einen Lautsprecher benutzen.

Performance

Gleichgültig, ob man das Design mag oder nicht, Bequemlichkeit und Bedienungsfreundlichkeit des Evolve sind außerordentlich. In weniger als 30 Sekunden lässt sich eine drahtlose Musikanlage aufstellen: den Ipod einstecken, die Lautsprecher irgendwo im Haus aufstellen und auf der Fernbedienung Play drücken. Das ist alles.

Im Test wird die Basisstation am anderen Ende des Büros aufgestellt. Das heißt, sie befindet sich etwa zwei Hausbreiten von den Lautsprechern entfernt und ist durch zwei Wände getrennt. Die Fernbedienung arbeitet mit einer geringfügig niedrigeren RF-Frequenz und funktioniert aus jeder Richtung über die gleiche Distanz zur Basisstation wie die Lautsprecher.

Die Audioübertragung funktioniert mittels RF-Signalen in einer begrenzten Bandbreite. Die Lautsprecher selbst sind auch nur durchschnittlich. Beides zusammen produziert keine besonders überragende Klangqualität. Der Bass wirkt etwas schwach, und klare Höhen sind nirgends zu finden. Im Allgemeinen dominieren die Mitten. Doch die sind laut genug und völlig in Ordnung für jeden, der einfach überall in Haus oder Büro Musik haben möchte, ohne dazu drahtlose Musikserver einrichten zu müssen.

Eigentlich sollte sich vom Ipod über den Composite-Anschluss an der Basisstation Video ausgeben lassen. Da im Test ein sehr frühes Probemodell läuft, funktioniert die Videoausgabe mit den neuen Ipods allerdings noch nicht. Der Hersteller hat uns jedoch versichert, dass zum Verkaufsstart im März ein Update installiert wird. Neue Modelle sollen also voll funktionstüchtig sein.

Fazit

Das Griffin Evolve mag für viele Nutzer ein reizvolles Produkt sein, trotz seines heftigen Preises von 330 Euro. Es ist unglaublich bequem zu bedienen, hinreichend hübsch anzuschauen und voller Partypotenzial.

Wenn man den Gipfel im Bereich des kabellosen Audio-Streamings anstrebt, sollte man aber auf jeden Fall das mittlerweile legendäre Angebot von Sonos [3] nicht außer Acht lassen.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - iPod-/iPhone-Dock
  • Kommunikation - Dock

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39187786/leicht-und-praktisch-griffin-evolve/

URLs in this post:

[1] Ipod: https://www.cnet.de/tests/mp3/0,39030934,39157620,00/schon+getestet+ipod+classic+apple_player+mit+bis+zu+160+gbyte+speicher+video.htm

[2] Amplifi: https://www.cnet.de http://www.cnet.de/tests/mp3/0,39030934,39158541,00/2_1_lautsprechersystem+fuer+ipods+griffin+amplifi+video.htm

[3] Sonos: https://www.cnet.de/tests/mp3/0,39031606,39146272,00/starkes+audiosystem+fuer+nicht+geschuetzte+musik+sonos+zp80+testbericht.htm