Erster Blu-ray-Camcorder im Test: Hitachi DZ-DB70E

von Daniel Schraeder und Rich Trenholm am , 00:00 Uhr

Pro
  • nimmt auf Blu-ray-Discs auf
  • Sucher
  • Zubehör-Schuh
Con
  • klobiges Gehäuse
  • langsam beim Bearbeiten des Materials
Hersteller: Hitachi Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,6 von 10 Punkte
Fazit:

Hitachi kann mit seinen Blu-ray-Camcordern im Moment ordentlich Punkten. Der Standard hat sich durchgesetzt und die Geräte kombinieren die Einfachheit des Aufnehmens auf wechselbare Scheiben mit der Qualität von HD-Bildern. Der DZ-BD70E hat zwar vereinzelt Probleme mit der Bildqualität, sieht aber stylisch aus und verfügt über diverse interessante Funktionen.

Bisher zeichnen HD-Camcorder ihre Inhalte auf Flash-Speichermedien oder auf Festplatten auf – die bislang gebräuchlichen kleinen DVD-Rohlinge haben einfach zu wenig Kapazität für hochauflösendes Material. Hitachi bietet nun die ersten Camcorder, die Filme in High Definition auf kleine Blu-ray-Scheiben brennen. Ob das Konzept überzeugt, zeigt der Test.

Bei Hitachi haben vermutlich die Sektkorken geknallt, als der Formatkrieg sich zu Gunsten von Blu-ray entschieden hat – schließlich baut das Unternehmen bereits HD-Camcorder, die auf 8 cm kleine Blu-ray-Scheiben aufzeichnen. Einer davon ist der DZ-BD70E – eine portable Hightech-Filmmaschine, die mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln Full-HD schafft.

Design

Die BD70E kommt in elegantem Silber und Grau mit ein paar blauen Nuancen. Ein Nachteil von Kameras mit optischem Laufwerk ist das klobige Gehäuse – schließlich müssen Scheiben ja irgendwo untergebracht werden. Der Camcorder ist zwar größer als Festplatten-Geräte; das Gewicht ist aber angenehm balanciert und nicht zu hoch. Die Tasten haben einen angenehmen Abstand und der Zoom-Schalter reagiert überraschend gut.

Der integrierte Monitor ist ausklappbar und im 16:9-Format gehalten. Seine 2,7 Zoll sind zwar eine respektable Größe, im Vergleich zum Gehäuse wirkt er aber etwas mickrig. Alternativ zeigt ein ausziehbarer, elektronischer Sucher, was man gerade filmt.

Im Lieferumfang sind HDMI- und USB-Kabel enthalten. Außerdem kommt der Blu-ray-Camcorder mit einem Rohling – praktisch, denn noch sind die Scheiben im BD-R- und BD-RE-Format (wiederbeschreibbar) relativ teuer. Darüber hinaus gibt es einen Blitz-Schuh, an den sich weiteres Zubehör anschließen lässt.

Die Laufwerksschublade ist strombetrieben. Ist die Kamera ausgeschaltet, kommt man nicht an die Disk. Das nervt vor Allem bei leerem Akku.

Ausstattung

Im Inneren der BD70E steckt ein 5,3-Megapixel-CMOS-Sensor. Damit sind auch ordentliche Fotos möglich – allerdings nicht, solange die Kamera ein Video aufzeichnet. Beeindruckend ist der optische 10fach-Zoom.

Ein tolles Merkmal ist der Interactive Guide. Er zeigt die verschiedenen Optionen auf, welche Stecker, Kabel und Buchsen es ermöglichen, das Bild auf einen Fernseher zu übertragen. Dank hilfreicher Illustrationen ist das eine praktische Sache für Einsteiger. Zu den weiteren Themen des Guides gehören der Mode-Schalter der Kamera sowie welche Rohlinge es gibt und wofür sie sich eignen. Nur schade, dass das Programm nicht durch den gesamten Funktionsumfang des Camcorders führt.

Ein Rohling fasst 7,5 GByte Videomaterial. In Full-HD-Qualität entspricht das einer Stunde, mit geringerer HD-Auflösung lassen sich zwei Stunden aufzeichnen. Einmal beschreibbare Mini-Blu-ray-Scheiben (BD-R) kosten derzeit knapp unter 20 Euro, die wiederbeschreibbaren BD-RE-Varianten gibt es für um die 25 Euro.

Nervig ist allerdings die lange Reaktionszeit des Blu-ray-Brenners. Selbst wenn man nur fünf Sekunden Videomaterial aufzeichnet, ist der Hitachi-Camcorder 20 bis 30 Sekunden damit beschäftigt, die Daten zu schreiben. So lange erscheint die Meldung Disc access auf dem Display und weitere Aufnahmen oder der Zugriff auf andere Funktionen sind nicht möglicht.

Leistung

Schaltet man den Camcorder ein, vergehen etwa 6 Sekunden, bis das Display die ersten Informationen anzeigt. Weitere 6 Sekunden später ist der DZ-BD70E bereit, mit dem Aufnehmen zu beginnen. Ist man unterwegs, etwa auf einer Safari in Afrika oder auf einer Bergtour, hilft ein Schnellstart-Modus. Er hält die Kamera eine gewisse Zeit im Standby-Modus und beschleunigt das Aktivieren – Aufnahmen sind so deutlich schneller möglich.

Das HD-Bildmaterial wirkt ordentlich und scharf – nur gelegentlich stören Kompressions-Artefakte im Bild. Beim schnellen Schwenken der Kamera kommt es zu Unschärfen. Der Autofokus reagiert problemlos auf Zoomen und Bewegen der Kamera. Allerdings nur bis zu einer gewissen Geschwindigkeit – darüber hinaus verliert das Bild schnell an Schärfe und die Hitachi benötigt einige Zeit, um das Objekt im Bild wieder zu fokussieren.

Die automatische Helligkeitskorrektur kommt erstaunlich schnell durcheinander. Wenn man etwa von einer dunklen Straße in Richtung Himmel schwenkt, gehen dort durch Überbelichtung viele Details verloren. Bei Innenaufnahmen kommt es zwar gelegentlich zu Bildrauschen, grundsätzlich arbeitet die Helligkeitskorrektur dann aber problemlos.

Fazit

Als einziger Hersteller von Blu-ray-Camcordern ist Hitachi in diesem Segment Quasi-Monopolist. Bislang hat das wenig genützt – der Formatkrieg hat zu viele potentielle Kunden von einem Kauf abgehalten. Das sieht jetzt anders aus: Aufs falsche Pferd setzt man damit nicht.

Der DZ-BD70E hat deutlich mehr Speicherkapazität zu bieten als alle DVD-Camcorder. Wir sind uns allerdings nicht sicher, ob optische Medien zu Zeiten von Camcordern mit großen Festplatten (etwa Sony [1] HDR-SR7 [2]) noch zeitgemäß sind. Dennoch handelt es sich beim Hitachi um einen zwar etwas klobigen, aber ansonsten stylischen Begleiter mit ordentlicher Ausstattung.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39188176/erster-blu-ray-camcorder-im-test-hitachi-dz-db70e/

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[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] HDR-SR7: https://www.cnet.de/tests/camcorder/0,39030920,39158948,00/zukunftsorientierter+festplatten_camcorder+sony+handycam+hdr_sr7e.htm