Kleines Video-Wunder: Cowon A3

von Nate Lanxon am , 00:00 Uhr

Pro
  • fairer Preis
  • ausgezeichnete Bild- und Tonqualität
  • verarbeitet zahlreiche Video- und Audio-Codecs
  • unterstützt DVD-VOB-Dateien
  • Direktaufzeichnung auf Festplatte
Con
  • unbrauchbarer Mini-Joystick
  • enttäuschende HD-Videowiedergabe
  • kein ausklappbarer Standfuß
Hersteller: Cowon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,2 von 10 Punkte
Fazit:

Der A3 ist der derzeit wohl leistungsfähigste mobile Videoplayer.

Der Cowon ist der leistungsfähigste tragbare Videoplayer, den wir bislang getestet haben. Sein hervorragendes Display, die unerreichte Codec-Unterstützung, die Möglichkeit zur Direktaufnahme sowie seine Fähigkeit, DVD-Videos ohne Umcodierung wiederzugeben, machen Cowons A3 zu einem preiswerten Universalgerät für alle mobilen Videofans. Die angepriesene HD-Video-Unterstützung ist aber leider ziemlich enttäuschend.

Cowons A3 ist ganz offensichtlich ein naher Verwandter des Q5W [1]. Auch der ist ein extrem leistungsfähiger tragbarer Media-Player, der sogar WLAN und Windows CE 5.0 mitbringt. Aber wenn auch der A3 dem Q5W in Vielem ähnelt, gibt es dennoch einige deutliche Unterschiede, vor allem beim Preis: Das 30-GByte-Modell des A3 erhält man ab 350 Euro, den Q5W mit 40 GByte hingegen erst ab 650 Euro. Interessanterweise gibt es trotzdem bei den Kernfunktionen deutliche Gemeinsamkeiten.

Der Cowon A3 steht mit einer Festplattenkapazität von 30 beziehungsweise 60 GByte (ab 400 Euro) zur Auswahl. In beiden Versionen bringt er einen Dual-Core-Prozessor sowie Unterstützung für High-Definition-Video mit. Damit ist er derzeit wahrscheinlich der fortschrittlichste mobile Medienplayer. Ob dieses südkoreanische Universalgenie sein Geld wirklich wert ist und auch alles hält, was es verspricht, wird sich im Test zeigen.

Design

Das 4 Zoll (10 Zentimeter) große Display mit einer Auflösung von 800 mal 480 Pixeln dominiert die glänzende Vorderseite des A3. Rechts davon befinden sich vier Tasten sowie ein winziger Joystick für die Navigation. Bis auf die Zurück-Taste ändern sich die Funktionen der Bedienelemente je nach gewähltem Modus. On-Screen-Informationen geben Auskunft über die jeweiligen Einstellungen. Das erleichtert die Bedienung erheblich. Doch das kann nicht über den winzigen Joystick hinwegtrösten: Er ist fürchterlich umständlich zu bedienen, nicht zuletzt, weil er schlicht nicht präzise genug funktioniert.

Der Player selbst ist solide, kompakt und sinnvoll gestaltet, wenn auch nicht ganz so attraktiv wie der Q5W. USB-Anschlüsse, Composite- und Component-Ein- und Ausgänge befinden sich hinter einer kleinen Klappe an der linken Seite. Darüber liegt eine 3,5-Millimeter-Buchse für die Kopfhörer.

Wie auch beim Q5W fehlt bei diesem Player ein ausklappbarer Ständer, mit dessen Hilfe man seine Videos freihändig ansehen könnte. Über dieses Manko kann man eigentlich nur verwundert den Kopf schütteln.

Funktionsumfang

Dank Unterstützung für H.264, Divx, Xvid, WMV, MPEG-4, MKV und VOB – um nur einige Formate zu nennen – ist der A3 ein wirklich vielseitiger Videoplayer. Und sogar das VOB-Format taucht auf dieser Liste auf. Dementsprechend lassen sich Dateien von fast jeder gängigen DVD einfach auf die Festplatte des Players verschieben. Anschließend spielt er sie ganz ohne DVD-Ripping und Umcodierung ab. Das ist an sich schon ein erstaunliches Feature. Zusätzlich kann man auch noch Videos von jeder beliebigen Quelle per Composite-Kabel direkt auf den A3 aufnehmen.

Dasselbe gilt für Audio. Sendungen können vom UKW-Radio live mitgeschnitten und gleichzeitig angehört werden. Und auch Stereoaufnahmen in MP3 oder FLAC sind möglich. Außerdem unterstützt der Player die bislang umfangreichste Liste an Audioformaten, darunter MP3, WMA, Lossless-WMA, FLAC, OGG, Apple [2] Lossless, AAC, Monkey’s Audio und WAV, um nur einige zu nennen. Fernerhin zeigt das Display Bilder mit bis zu 15 Megapixeln Auflösung an, die sich bei Bedarf auch zoomen lassen.

Das Gerät bietet einen 10-Band-Equalizer zur Feineinstellung, justierbare Wiedergabegeschwindigkeiten, Unterstützung für mehrere Audiospuren und sogar Untertitel. Zudem lassen sich alle Medien ganz einfach per Drag and Drop unter Windows oder OS X über den Mini-USB-Port verwalten. Sämtliche benötigten Kabel werden mitgeliefert, einschließlich Component- und Composite-Video-Kabel.

Performance

Zuerst die schlechten Nachrichten: Die Navigation erscheint auf den ersten Blick einfach. Doch an den extrem nervigen Mini-Joystick wird sich wohl kaum jemand gewöhnen. ID3-Tag-Informationen werden aus unersichtlichen Gründen nicht aus den Musikdateien ausgelesen. Deshalb muss man seine Musik mittels Ordner- und Dateinamen sortieren. Auch eine übergangslose Wiedergabe unterstützt der A3 leider nicht.

Die Audioqualität hingegen ist praktisch perfekt. Das gilt besonders für die Wiedergabe verlustfreier Formate. Doch seine wahren Stärken spielt der Player bei Videos aus. Erst einmal verfügt er über das beste Display, das man bislang bei einem Media-Player gesehen hat. Es ist an Schärfe kaum zu überbieten – eine wahre Freude!

Die Wiedergabe der meisten Videos erfolgt gleichmäßig und ohne Ruckler. Bedauerlicherweise liefert HD-Material jedoch eher schlechte Ergebnisse. Bei einigen HD-XviD-Videos, die mit 1280 mal 720 Pixeln bei 6 MBit/s codiert sind, geht im Test der Ton zwar in Ordnung, aber das Bild ruckelt. Dasselbe passiert mit HD-WMV und H.264 – eine echte Enttäuschung.

Doch bei Material in Standardauflösung kann diesem Player niemand das Wasser reichen, weder der Q5W noch Archos‘ 605 WiFi [3]. Sogar der Ipod Touch [4] verblasst dagegen. Divx- und Xvid-Videos wirken überwältigend. Ihre Wiedergabe über einen Fernseher ist gleichermaßen einfach wie auch lohnend.

Die Aufzeichnung von Videos liefert ebenfalls ansprechende Ergebnisse. Unter Verwendung des mitgelieferten Composite-AV-Kabels nehmen wir im Test „Mission: Impossible“ in voller Länge mit einer Auflösung von 720 mal 480 Pixeln bei 3 MBit/s von DVD auf. Dabei erreicht der Cowon eine durchaus akzeptable Qualität. Dennoch dürfte das direkte Übertragen der DVD mithilfe von VOB-Dateien wohl die bessere Methode sein.

Fazit

Der Cowon A3 ist anscheinend wirklich der derzeit anspruchsvollste tragbare Videoplayer auf dem Markt. Angesichts seines Preises bleibt er vorerst unschlagbar. Der Benutzer muss allerdings irgendwie mit der Joystick-Navigation klarkommen. Was Preis und Funktionalität angeht, schlägt der A3 seinen Vetter, den Q5W, bei Weitem. Dem Archos ist er in Sachen Performance und Dateiunterstützung überlegen. Und er hängt den Ipod Touch bei der Bildqualität ab.

Es gibt aber auch Bereiche, in denen die Konkurrenz stark ist: Wer mehr Speicherplatz wünscht, der sollte sich den Archos 605 Wifi [5] anschauen. Wer eine kinderleichte Bedienung möchte, ist mit dem Ipod Touch gut bedient. Doch wer den leistungsfähigsten mobilen Videoplayer der Welt haben möchte, sollte sich den Cowon A3 gönnen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39188448/kleines-video-wunder-cowon-a3/

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[1] Q5W: https://www.cnet.de/tests/mp3/0,39030934,39188124,00/phaenomenaler+festplatten_pmp+cowon+q5w+video.htm

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] 605 WiFi: https://www.cnet.de/tests/mp3/0,39030934,39157379,00/portabler+media_player+mit+webbrowser+archos+605+wi_fi+video.htm

[4] Ipod Touch: https://www.cnet.de/tests/mp3/0,39030934,39157803,00/schon+getestet+ipod+touch+musik_+und+videoplayer+im+iphone_look+video.htm

[5] Archos 605 Wifi: https://www.cnet.de/tests/mp3/0,39030934,39157379,00/portabler+media_player+mit+webbrowser+archos+605+wi_fi.htm