Schon getestet: Luxus-Handy Nokia 8800 Arte

von Andrew Lim und Daniel Schraeder am , 00:00 Uhr

Pro
  • erstklassige Verarbeitung
  • Design
Con
  • teuer
  • Kamera ohne Blitz
Hersteller: Nokia Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Das Nokia 8800 Arte ist ganz offensichtlich ein High-End-Handy - das verrät bereits der hohe Preis. Dementsprechend fühlt es sich auch an, aber in Anbetracht der ansonsten knappen Ausstattung ist es eigentlich zu teuer. Wir haben mehr erwartet.

Das Nokia 8800 Arte ist ein absoluter Hingucker. Es gehört mit zu den edelsten Handys eines Serienherstellers. Dementsprechent teuer ist es auch – schließlich soll es exklusiv bleiben. Neben UMTS bringt es eine 3,2-Megapixel-Kamera mit, doch die Ausstattungsliste endet früh. Ob das Arte seinen hohen Preis rechtfertigen kann, zeigt der Test.

Das Nokia 8800 Arte sieht aus wie ein Handy, das genau weiß, was es will. Und es fühlt sich auch so an. Wie der Vorgänger, das originale 8800 (ohne Arte), besteht es aus High-End-Materialien und setzt sich damit in den Luxus-Bereich der Mobiltelefone ab.

Design

Im Bereich der Handys gibt es zwei Arten von Gewicht. Es gibt die großartige Schwere hoher Qualität auf der einen Seite und den schweren Plastik-Klotz in der Hosentasche auf der anderen. Das Gewicht des Nokia 8800 Arte gehört zur ersten Variante – die Verarbeitungsqualität ist einfach großartig. Es fühlt sich zwar schwer an, aber auch so, als würde es lange halten. Eigentlich ist es schwach, dass nicht alle hochpreisigeren Telefone einen so guten Eindruck hinterlassen.

Um an die Tastatur zu kommen, muss man den Slider nach oben schieben. Im Vergleich zum alten 8800 sorgen weder Display noch Tastenfeld auf Anhieb für Sprachlosigkeit, aber die Elemente passen zu Design und Ausstattung. Die Tasten sind gut zu erfühlen und haben einen angenehmen Druckpunkt – an der Bedienung haben wir nicht auszusetzen.

Allerdings würden wir für den hohen Preis etwas Einmaligeres erwarten. Es muss nicht gerade ein Swarovski-Kristall auf jeder Taste sein, aber das Arte sieht einfach nicht besonders genug aus. Im Dunkeln bemerkt man nicht viel von „Premium“ am 8800 – aber vielleicht ist das ja auch eine Stärke. Understatement eben.

Ausstattung

Für den Premium-Preis erwarten wir eine Premium-Ausstattung. In der Praxis enttäuscht das 8800 in dem Bereich aber etwas. Zwar bietet es eine 3,2-Megapixel-Digicam, doch die kommt ohne Blitz: Von romantischen Fotos bei Kerzenschein müssen wir uns wohl verabschieden (wenn nicht gerade der Vorhang Feuer fängt, werden Fotos einfach zu dunkel). Anderes Beispiel: Zwar kommt das 8800 Arte mit UMTS und Browser, doch das Display ist für ausführliche Surfsessions, die über das Abrufen von Fahrplänen hinausgehen, einfach zu klein.

Einige Funktionen sind einfach nur bizarr. Klingelt das Handy, kann man es beispielsweise stumm schalten, in dem man es einfach umdreht. Das ist zwar eine nette Spielerei, aber wo ist der Vorteil gegenüber einer Mute-Taste? Genauso unsinnig wirkt die analoge Uhr, die das Arte nach zweifachem Antippen des Displays anzeigt. Tippt man nicht, befindet sich eine Digitaluhr oben rechts.

Auch die Speicherausstattung ist nicht wirklich Premium. Zwar kommt das Gerät mit einem Gigabyte internem Flash, doch eine Erweiterungsmöglichkeit gibt es nicht. Ohnehin ist das 8800 kein Ipod-Konkurrent: So fehlt ihm auch eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse.

Leistung

Die Audioqualität des Arte passt zum preislichen Umfeld – es ist eher etwas für eine zivilisierte Cocktailparty denn für das Oktoberfest. Es ist frei von Störungen und klingt gut, tönt aber nicht besonders laut. Fürs Auto empfehlen wir ein Bluetooth-Headset.

Solange bei der Cocktailparty nicht alle Lichter eingeschaltet sind, wird es dort aber nichts mit dem Fotografieren. Wie bereits angesprochen gibt es keinen Blitz, und Fotos in dunklen Umgebungen sind voll von Bildrauschen. Für einen kleinen Schnappschuss oder einen kurzen Urlaubsgruß per MMS reicht die integrierte Kamera immerhin aus.

Aufgrund des kleinen Displays und des fehlenden Kopfhöreranschlusses haben wir das Arte beim Test nur selten für Ausflüge ins Netz beziehungsweise als MP3-Player eingesetzt – das kommt der Akkulaufzeit zugute. Bei mäßiger Nutzung hält das Gerät in der Praxis gut zwei Tage durch. Nokia gibt 300 Stunden Standby beziehungsweise 3 Stunden Dauergespräch an.

Fazit

Bei so einem teuren Handy erwarten wir eigentlich etwas Besonderes. Insgesamt sind wir vom 8800 Arte etwas enttäuscht. Zwar überzeugen Verarbeitung, Materialqualität und Design auf Anhieb, aber dem Premium-Preis und den Premium-Materialien sollten auch Premium-Features folgen. Dennoch dürfte der Luxus-Slider im entsprechenden Umfeld – zumindest unter Kennern – für neidische Blicke sorgen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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