Enorm benutzerfreundliche DSLR-Kamera: Olympus E-3

von Rich Trenholm am , 00:00 Uhr

Pro
  • exzellente Bilder
  • leicht verständliches Bediensystem
  • gekonnte Implementierung von Live-View
  • leistungsfähiger Serienbildmodus
Con
  • vergleichsweise geringe Auflösung
  • umständliche Blitzbedienung
  • Display wirkt etwas klein
Hersteller: Olympus Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,6 von 10 Punkte
Fazit:

Die E-3 ist eine benutzerfreundliche und äußerst leistungsfähige professionelle DSLR-Kamera mit intelligenter Live-View-Funktion und hervorragender Bildqualität.

Leicht verständliche Bedienelemente sowie eine vielseitige Live-View-Funktion machen die Olympus E-3 benutzerfreundlicher als andere High-End-Modelle. Ein leistungsfähiger Serienbildmodus sowie die bewundernswerte Bildqualität lassen diese Kamera aber auch für Profifotografen durchaus erwägenswert erscheinen. Sie ist zwar etwas schwer und das Display ist nicht besonders groß. Es lässt sich aber wie bei einem Camcorder ausklappen und die Vorschauoptionen der Live-View-Funktion tragen ein Übriges zum hervorragenden Gesamteindruck bei.

Die lang erwartete Olympus E-3 ist das Flaggschiffmodell der E-Serie mit digitalen Spiegelreflexkameras. Die E-3 bringt in ihrem staub- und spritzwassergeschützten Gehäuse eine Live-View-Funktion sowie eine Reihe weiterer interessanter Features mit. Mit ihren etwas dürftigen 10 Megapixeln sowie dem nur durchschnittlich großen Display stellt sich jedoch die Frage, ob die 1500 Euro teure E-3 es überhaupt mit der Konkurrenz aufnehmen kann.

Design

Das Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung ist mit witterungsresistenten Dichtungen ausgestattet, um das Innenleben vor Staub und Spritzwasser zu schützen. Im Vergleich zu anderen DSLR-Kameras, etwa der Nikon D300 [1], wirkt dieses Modell schwerer, wenn auch zugleich kompakter. Die E-Serie verwendet außerdem den 4/3-Objektivstandard. Dadurch bleibt sie zu Objektiven anderer Hersteller wie Panasonic oder Sigma kompatibel.

Trotz der zahlreichen Einstellmöglichkeiten kommt man mit der E-3 schnell zurecht. Die meisten Funktionen werden über zwei Einstellräder an der Vorder- und Rückseite des etwas klobigen, rechtsseitigen Griffs bedient. Damit kann der Zeigefinger die Blende mit dem vorderen Einstellrad kontrollieren, während der Daumen an der Rückseite die Belichtungszeit einstellt.

Wird eine der übrigen Tasten gedrückt, ändert sich die Funktion der Einstellräder. So lassen sich damit auch der Weißabgleich, die ISO-Empfindlichkeit, Blitz oder Fokus sowie die Programm-Modi einstellen. Auch die Kombination mehrerer Tasten stellt kein Problem für die Finger dar. Allerdings scheint das Daumenrad etwas zu weit links angebracht zu sein. Man sollte die Kamera vor dem Kauf also besser einmal in die Hand nehmen.

Der Sucher ist groß und klar und zeigt das aufzunehmende Bild vollständig an. Es gibt auch eine Abdeckung für den Sucher. Sie dient dazu, bei der Verwendung der Live-View-Funktion einen störenden Lichteinfall zu verhindern.

Olympus hat als erstes Unternehmen die Live-View-Technologie eingeführt. Trotz der etwas nervenden Erinnerung, die Sucherabdeckung zu schließen, bringt die E-3 eine der bislang besten Implementierungen dieses Konzepts mit. Bildstabilisierung und Tiefenschärfe können in der Voransicht betrachtet werden. Wie bei der Panasonic Lumix DMC-L10 [2] ist das Display wie bei einem Camcorder ausklappbar und kann gekippt oder vollständig verborgen werden.

Die E-3 ist außerdem mit einem Zubehörschuh sowie mit einem Ausklappblitz ausgestattet. Dieser lässt sich allerdings nicht ganz einfach verwenden. Man muss selbst im automatischen Blitzmodus die Blitzabdeckung manuell öffnen. Und statt einer separaten Zusatzleuchte fürs Scharfstellen bei schlechten Lichtverhältnissen blinkt der Blitz nur etwas nervig.

Funktionsumfang

Im Vergleich zu anderen professionellen digitalen Spiegelreflexkameras wirkt der MOS-Sensor der E-3 mit seinen 10 Megapixeln etwas dürftig. Aber dafür bietet die E-3 eine Vielzahl von Funktionen. Und die sind darüber hinaus dank des durchdachten Bediensystems auch leicht zugänglich.

Die Einstellungen werden auf einem kleinen Statusdisplay oben rechts angezeigt. Anfangs muss sich der Benutzer erst an die vielen Zahlen ohne weitere Erklärung gewöhnen. Doch mit etwas Übung kann er sich mit dem Display einen schnellen Überblick verschaffen.

Das „Super-Control-Panel“ auf dem Hauptdisplay ist einfacher zu benutzen, wenn man die Kamera nicht dicht am Auge haben will. Hier steht, was welche Einstellung bedeutet. Die Navigation in den Aufnahmeeinstellungen erfolgt über das Vier-Wege-Pad, geändert werden sie mit den Einstellrädern.

Es gibt zwei individuell justierbare „My-Mode“-Optionen. Wenn die Kamera nach den eigenen Wünschen konfiguriert ist, weist man die Einstellungen einfach einem dieser beiden Modi zu. Durch ein Drücken der Fn-Taste wird standardmäßig einer dieser individuellen Modi aktiviert, unabhängig von der aktuellen Betriebsart. Das Umschalten zwischen den beiden Modi könnte allerdings etwas einfacher vonstattengehen.

Neben der Bildstabilisierung per Sensor-Shifting gibt es eine Funktion zur vertikalen Stabilisierung beim Schwenken der Kamera. Dadurch lässt sich ein gewolltes Verwischen des Hintergrunds bei Bewegungen erzielen. Dieser Effekt kann im Live-View-Modus kontrolliert werden. Live-View ermöglicht außerdem eine 7- oder 10-fache Vergrößerung zur Feineinstellung des Fokus. Im Wiedergabemodus ist sogar eine bis zu 14-fache Vergrößerung möglich.

Zu den weiteren erwähnenswerten Features gehören ein Richtungssensor, eine minimale Belichtungszeit von 1/8000 Sekunde sowie ein Staubreduziersystem.

Leistung und Bildqualität

Die E-3 ist in weniger als anderthalb Sekunden betriebsbereit. Die Zeit zwischen zwei Aufnahmen ist sogar noch kürzer: Scharfstellen beansprucht 0,3 Sekunden, Fotografieren dann 0,6 Sekunden.

Olympus behauptet, die E-3 nehme fünf Bilder pro Sekunde auf. Dieser Wert wird im Test zwar nicht erreicht, aber immerhin blitzschnelle 4,5 Bilder pro Sekunde mit einer Compactflash-Karte von Kingston. Die Kamera kann diese beeindruckende Geschwindigkeit 30 Sekunden lang beibehalten, ehe sie etwas langsamer wird. Doch selbst dann nimmt sie mit einer soliden Geschwindigkeit auf, bis die 1-GByte-Karte voll ist.

Einige Modelle aus dem oberen Segment mögen zwar schneller sein, etwa die Canon EOS-1D Mark III mit zehn Bildern pro Sekunde. Aber die E-3 beeindruckt durch die Fähigkeit, ihr Tempo ohne Pause konstant beizubehalten, und das bei voller Auflösung. Sie kann in einem Rutsch sogar bis zu 19 Bilder im RAW-Format aufnehmen. Das sollte eigentlich mehr als ausreichend sein.

Die E-3 produziert Bilder von ausgezeichneter Qualität. Besonders die Farben wirken einwandfrei: präzise wiedergegeben und lebhaft. Der Weißabgleich funktioniert ordentlich, und die Rauschreduzierung verwischt die Bilder nicht. Das Rauschen selbst stört nicht besonders.

Auch die Akkulaufzeit ist gut. Mit einer einzigen Ladung schafft die Kamera im Test über 500 Aufnahmen. Eine intensive Nutzung der Live-View-Funktion verkürzt allerdings die Laufzeit merklich.

Fazit

Die Olympus E-3 ist wirklich eine exzellente Kamera. Leicht verständliche Bedienelemente, einfach zugängliche Einstellungen, die kompakte Bauweise sowie eine leistungsfähige Live-View-Funktion machen sie zu einer benutzerfreundlicheren Kamera, als das der Preis vermuten ließe. Und die exzellente Bildqualität, der wohldurchdachte Funktionsumfang sowie die leistungsfähige Serienbildfunktion lassen sie gleichermaßen für Voll- und Halbprofis attraktiv erscheinen.

Es fällt nicht leicht, den Verdacht aus dem Weg zu räumen, dass die lange erwartete E-3 von anderen Kameras wie der Nikon D300 [1] oder der Sony Alpha DSLR-A700 [3] mit ihren größeren Displays und jeweils 12 Megapixeln inzwischen schon überholt worden ist. Was die Benutzerfreundlichkeit und die Bildqualität betrifft, muss sich die E-3 aber wirklich nicht verstecken.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39189226/enorm-benutzerfreundliche-dslr-kamera-olympus-e-3/

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[1] Nikon D300: https://www.cnet.de/tests/digicam/0,39030924,39188437,00/grossartige+dslr_kamera+nikon+d300+video.htm

[2] Panasonic Lumix DMC-L10: https://www.cnet.de http://lifestyle.cnet.de/panasonic-lumix-dmc-l10-body-only-digitalkamera--abLn.html

[3] Sony Alpha DSLR-A700: http://lifestyle.cnet.de/sony-alpha-dslr-a700-with-lens-digitalkamera--a3Vp.html