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DVB-T-Antenne für 5 Euro: So klappt der Eigenbau

Bau der eigenen Antenne

Nach dem Berechnen der Länge geht es nun an den Bau. Ein altes Antennenkabel bildet die Grundlage für den Eigenbau. Das eine Ende bildet später die Antenne, das andere steckt im Empfänger.

Der erste Schritt ist folglich das Abschneiden des unnötigen Steckers. In diesem Fall ist das die Kupplung, also der „weibliche“ Stecker mit dem Loch.

Als nächstes geht es an das Entfernen der äußeren Kabelisolation. Um nicht zu wenig Isolation zu entfernen, kommen zur oben errechneten Innenleiterlänge zehn Zentimeter hinzu. Wer diese Länge vom offenen Kabelende aus abmisst, erhält den richtigen Punkt für das Abisolieren. Markieren Sie diesen Punkt mit einem Stift und biegen Sie das Kabel an der markierten Stelle. Schneiden Sie es nun an der durch die Biegung gespannten Stelle leicht mit einem scharfen Messer ein. Achten Sie darauf, dass Sie dabei das Metallgeflecht unter der Isolation nicht beschädigen. Das machen Sie so lange, bis der Schitt einmal um die Isolation herumreicht. Jetzt lässt sich die Isolationsschicht einfach abziehen.


Nach dem Entfernen der äußeren Isolation kommt das Metallgeflecht zum Vorschein.

Nun liegt das Drahtgeflecht frei. Sie können es ganz nach hinten über den nicht abisolierten Teil des Antennekabels schieben. Falls sich unter dem Drahtgeflecht noch eine Metallfolie befindet, muss diese entfernen werden.


Das Metallgeflecht sollte möglichst straff über den noch isolierten Teil des Kabels geschoben werden.


Die Isolation des Innenleiters behindert den Empfang.

Jetzt liegt der Innenleiter mitsamt Plasikhülle frei. Lösen Sie diese nun vorsichtig. Schneiden Sie die Plastikisolation dazu wieder vorsichtig mit dem Messer ein. Falls sie sich nicht auf einmal abziehen lässt, entfernen Sie sie Stück für Stück.


Entfernt man die Isolation des Innenleiters, wird der blanke Kupferdraht sichtbar.

Nun müssen Sie nur noch die Längen von Innenleiter und Metallgeflecht anpassen. Kürzen Sie dazu beide auf die jeweils errechneten Längen. Danach wird das Metallgeflecht noch mit einem Stück Klebestreifen unter Spannung fixiert, und fertig ist die Eigenbauantenne.


Ist die Antenne fertig, hängt man sie je nach Polarisationsrichtung des Signals horizontal oder vertikal auf.

Beim Aufhängen gilt die Regel: je höher, desto besser. Außerdem müssen Sie die Ausrichtung des DVB-T-Signals Ihrer Region beachten. Bei einem horizontal polarisierten Signal muss man die Antenne für optimalen Empfäng parallel, bei vertikaler im rechten Winkel zum Horizont ausrichten.

Fazit

Die Selbstbau-Antenne ist schnell und einfach zu fertigen. Die benötigten Materialien finden sich in jedem Haushalt. Ihre Empfangsqualität ist durch die regionale Anpassung sehr gut. In unseren Tests konnten sowohl eine gekaufte passive als auch eine teure aktive Antenne nicht mithalten. Falls Ihnen beim nächsten Champions-League-Spiel wieder ein Sturm den Abend zu versauen droht, retten Sie ihn doch einfach selbst.

Update

Unser Leser Rainer Persé hat ein Excel-Sheet zur Berechnung der Antennenlängen gebastelt. Nachdem sich die Anfragen nach der Rechenhilfe gehäuft haben, war er so freundlich, es uns zur Verfügung zu stellen. Vielen Dank!

Update

Nachdem einige unserer Leser selbst mit der Eigenbau-Antenne keinen guten Empfang haben, findet sich im Praxis-Bereich von CNET.de unter Wochenend-Projekt nun eine zweite Bastelanleitung. In diesem Fall wird der Bau einer Doppelquad-Antenne für den DVB-T-Empfang beschrieben. Diese erreicht eine noch höhere Leistung. Im Vergleich zur hier beschreibenen Antenne ist der Empfang in unseren Tests um rund 30 bis 40 Prozent besser und somit in nahezu jeder Situation bei 90 bis 100 Prozent.

Update

Einige unserer Leser empfangen sogar mit der Doppelquad-Antenne noch nicht alle Sender. Besonders in Empfangsbereichen mit weit gefächerten Sendefrequenzen kommt es zu Problemen. Deshalb haben wir nun eine Multi-Doppelquad-Antenne gebaut. Sie besitzt für jede Sendefrequenz ein eigenes Doppelquad. In unserem Test liegt die Signalstärke jedes Kanals so sogar noch im Keller bei 100 Prozent.

Update

Wir haben eine weitere DVB-T-Antenne angefertigt, die dank eines Reflektors noch besseren Empfang bietet.

Update

Wer auch mit unseren Eigenbau-Antennen noch Empfangsprobleme hat, sollte sich unseren DVB-T-Antennenverstärker zum selberbauen ansehen. Er verstärkt das Signal und sorgt so für störungsfreies Fernsehen.

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CNET.de Redaktion

View Comments

  • ey leute dickes lob an euch...hammer einfach nur hammer...
    RESPECT
    eine frage noch in der #liste war jetzt nihct Remscheid NRW aufgeführt, heißt das dass es da kein dvbt empfang möglich ist? ich zieh bald nach da deswegen. vielen dank nochmal.
    mfg
    yanik

    • N'schönen Tag,

      habe heute an meinen Flat eine Antenne quasi für umsonst gebaut, und schau nun fern und habe super Empfang. So geht es: Ich habe einen Krokodilklemmen Kabel genommen, und damit den Antennenanschluss am Fernseher bzw. Receiver kurzgeschlossen, fertig.

  • schon antenne für 5€ gebaut und zusätlich 30€ für eine funtionierende Antene, da häte ich mir die Bastelantenne auch Sparen können.

  • Aaaargh.. die Excel Tabell ist nicht mehr auf dem Server zu finden. Just in dem Moment wo ich sie bräuchte.

    Könnte man dieser wieder zur Verfügung stellen?

    • ja, die Datei ist nicht mehr auf dem Server (ungewöhnlich bei CNET ;) bräuchte sie auch um Rechenfehler beim Selbstbau des Sheets zu vermeiden :)

  • funktioniert
    Hallo,
    danke für die Bauanleitung.
    Anfangs nahm ich Schweißdraht, der ist aus Eisen und verkupfert, der ging nicht so gut.
    Dann kaufte ich einen 2,5 mm Draht, isolierte ihn ab und hatte wesentlichen besseren Empfang. Alles mit Reflektor.
    Aber ich empfange nur österreichische Sender, hätte gerne bayrische Sender auch. Vielleicht liegt es daran weil ich es als Zimmerantenne benütze. Wenn ich es am Dachboden probiere funktioniert es dann besser?

  • Niedrigste Frequenz münchen
    Hallo ich hab heute eine Doppelquadantenne gebaut. Echt tolle sache!!!
    Jedoch hab ich ein Problem ich wohne ca 90km vom Olympiateam entfernt in kaufbeuren im Allgäu und möchte pro7 RTL SAT1 usw empfangen und nicht nur ZDF Neo und kika:-)
    Also hab ich die Frequenzen rausgesucht und mit denen verglichen die ihr in eurer Anleitung verwendet und verstehe einfach nicht woher ihr die 212,5 bekommt!? Die niedrigste die ich finde ist 578!!!??? Oder haben die sich schon geändert?

    Oder sind das auch immer nur die mittleren Frequenzen der einzelne channels so wie bei der dipolantenne beschrieben.

    Bitte helft mir lg ausm allgäu

  • Empfang in Berlin
    Hallo!
    Ich wohne in Berlin Schöneberg und habe in einem Altbau mit dicken Wänden seit gestern wundervollen Empfang am Rechner dank Dipolantenne (Kern14,7 cm/ Mantelgeflecht14,4 cm/ nicht genau nach Berechnung) . Ich empfange alle Sender (und das sind echt viele) ganz wunderbar, nur mit denen auf der niedrigsten Frequenz von 506MHz habe ich Probleme, dabei ist die Antenne doch genau dafür ausgelegt ?! Laut der Tabelle ist die Ausrichtung (H) auch richtig.... Hat jemand ne Idee?

  • Entfernung Antenne - Empfangsgerät
    Ich habe die Doppelquad-Antenne nachgebaut und damit ganz gute Emfangseigenschaften.
    In unserem Haus haben wir einen Plastik-Kabelrohr, das vom Keller bis unters Dach reicht und dessen oberes Ende am Dach aber leider nicht ohne weiteres zugänglich ist.
    Da Platz in dem Rohr kein Thema ist, würde ich gerne eine Lamda-2 oder Lamda-1-Antenne nach dem Dipol-Muster bauen und einfach in dem Rohr so weit wie möglich hochschieben. Dann wären (inkl. der Antenne) ca. 15m Kabel in dem Rohr und von dort müsste ich eine bereits vorhandene Verkabelung von etwa 15-20m zum Empfangsgerät nutzen.

    Ist es realsitisch, dass ich nach über 30m Kabel mit der Dipol-Antenne noch ein brauchbares Signal bekomme?

  • DVB-T in Dortmund
    Mein Mann und ich haben nach Anweisung eine Antenne gebastelt mit den Maßen 10/41 und sind hochglücklich damit. Wir haben 25 Programme und alle in sehr guter Qualität. Vielen Dank für die Anleitung!!

  • Drahtgeflecht lässt sich nicht überstülpen
    Es gelingt mir nicht, das Drahtgeflecht nach hinten über den nicht abisolierten Teil des Antennekabels zu schieben. Ist zu eng. Bei einem anderen Kabel mit Kupfergeflecht hat das gut gelappt, aber bei diesem nicht. Gibt es einen Trick? Gruß und Dank

    • AW: Drahtgeflecht lässt sich nicht überstülpen
      Hallo Michael,

      wenn Sie das Geflecht zusammenstauchen, sollte es weiter werden. Zur Not können Sie es auch an einer Seite anschlitzen, darüberschieben und anschließend mit Klebeband fixieren.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Pascal Poschenrieder, CNET.de

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CNET.de Redaktion

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