Schon getestet: Neuer Asus Eee PC 900 mit 8,9-Zoll-Display

von Jason Jenkins am , 00:00 Uhr

Pro
  • Multitouch-Touchpad
  • 8,9-Zoll-Display
  • mehr Speicher als der Vorgänger
Con
  • kein integriertes optisches Laufwerk
  • kleine Tastatur
Hersteller: Asus Listenpreis: 399 Euro
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,7 von 10 Punkte
Fazit:

Der Eee PC 900 ist eine gute Weiterentwicklung des 701. Das größere 8,9-Zoll-Display mit 1024 mal 600 Bildpunkten Auflösung und der auf 1 GByte verdoppelte Arbeitsspeicher rücken ihn vom Nutzwert her näher an ein klassisches Notebook.

Mit dem Eee PC 701 hat Asus eine Revolution eingeläutet. Das günstige Notebook mit akzeptabler Ausstattung setzt weiterhin Maßstäbe. Nun will der Hersteller dies mit dem großen Bruder Eee PC 900 wiederholen und greift dafür tief in die Trickkiste: Das Gerät kommt nun endlich mit größerem Display, mehr Flash-Speicher und RAM, besserer Webcam sowie Multitouch-Touchpad. Wie sich der Eee PC 900 in der Praxis schlägt, zeigt der erste Test.

Asus [1] legt mit dem Eee PC 900 eine weitere Variante seines erfolgreichen Billig-Notebooks auf. Es bringt mehrere Verbesserungen, etwa ein 8,9-Zoll-Display, mehr Speicher und ein Multitouch-Touchpad. CNET hat getestet, ob der Hersteller so die herannahende Konkurrenz auf Abstand halten kann.

In Deutschland soll der Eee PC 900 im zweiten Quartal für 399 Euro auf den Markt kommen. Getestet wurde die englische Version, deren Spezifikationen sich vermutlich nicht von der in Deutschland verkauften unterscheiden werden. Asus hat dies aber noch nicht offiziell bestätigt. Der Eee PC 701 soll weiterhin im Programm bleiben.

Zumindest äußerlich unterscheidet sich der Eee PC 900 kaum von seinem Vorgänger: Das Gehäuse ist nach wie vor weiß und hat die Größe eines gebundenen Buchs. Der neue Eee PC misst 6 Millimeter mehr in der Länge und bringt 100 Gramm zusätzlich auf die Wage.

Die bislang neben dem 7-Zoll-Screen untergebrachten Lautsprecher sind an den Boden des Eee PC gewandert, was sich negativ auf die Soundqualität auswirkt – insbesondere dann, wenn man das Gerät auf dem Schoß nutzt. Über diesen Lapsus kann man aber hinwegsehen, da auch beim 701 die Qualität der Lautsprecher zu wünschen übrig lässt.

Asus Eee PC 900
Dank der größeren Displayauflösung passen Webseiten nun ohne vertikales Scrollen ins Bild.

Die Hoffnung auf eine größere Tastatur hat sich nicht erfüllt. So fällt das Tippen mit zehn Fingern nach wie vor etwas schwer. Mit vier Fingern pro Hand klappt es etwas besser. Zwar leidet die Geschwindigkeit, aber man gewöhnt sich daran.

Das Touchpad hat Asus hingegen deutlich verbessert. Es ist breiter geworden und spiegelt so das Verhältnis des Displays wieder. Die Maustasten sind jetzt silbern und lassen sich einfacher drücken.

Wie die neuen Apple [2]-Notebooks unterstützt der Eee PC Multitouch, das heißt, er verarbeitet mehrere Eingaben auf dem Touchpad gleichzeitig. Das Scrollen erfolgt durch die Auf- und Abwärtsbewegung zweier Finger, das Zoomen durch eine Veränderung der Spreizung.

Asus Eee PC 900
Das Touchpad ist jetzt nicht mehr quadratisch, hat an Breite zugelegt und unterstützt Multitouch.

Bei den Schnittstellen hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts getan: Auf der linken Seite sind ein Ethernet-Port, ein USB-Port sowie Anschlüsse für Mikrofon und Headset zu finden. Auf der rechten Seite sind der VGA-Anschluss, zwei weitere USB-Ports sowie eine SD-Kartenleser untergebracht. Letzter nimmt SDHC-Karten auf. Damit kann der Speicher um 32 GByte erweitert werden, in Zukunft dürften auch Versionen mit mehr Platz zur Verfügung stehen.

Das neue 8,9-Zoll-Display ist eine große Verbesserung im Vergleich zum vorherigen 7-Zoll-Eee-PC. Die Auflösung wächst von 800 mal 480 auf 1024 mal 600 Bildpunkte. Auch die Qualität ist lobenswert – insbesondere angesichts des Preises.

Asus Eee PC 900
Die integrierte Webcam löst nun 1,3 Megapixel auf – beim kleinen Bruder Eee PC 701 sind es lediglich 0,3 Megapixel.

Wer Intels neue Atom-CPU im Eee PC 900 erwartet, wird enttäuscht. In dieser Version kommt nach wie vor der Celeron mit 900 MHz zum Einsatz. Allerdings ist der Hauptspeicher von 512 MByte auf 1 GByte gewachsen. Bis ein Atom-getriebener Eee PC auf den Markt kommt, wird es wohl noch etwas dauern. Man darf sich allerdings freuen, dass Asus nicht die langsame C7-M-CPU von Via integriert hat.

Die Größe des Samsung [3]-Solid-State-Drive hängt von der Modellvariante ab: Die Linux-Version bietet großzügige 20 GByte, die mit Windows XP nur 12 GByte. Der deutliche Unterschied ergibt sich daraus, dass Asus den gleichen Preis für beide Geräte verlangen möchte, gleichzeitig aber die Lizenzkosten für Windows abgedeckt werden müssen.

Asus Eee PC 900
Der integrierte SD-Kartenleser kommt mit SDHC-Speicherkarten bis 32 GByte Kapazität klar.

Wer unbedingt das Microsoft [4]-OS benötigt, kann sich allerdings auch die Linux-Version kaufen und eine bereits vorhandene Windows-Lizenz, beispielsweise von einem alten Rechner, nutzen. Wie schon beim Vorgänger liefert Asus die nötigen Treiber mit.

Wer sich für die Linux-Version des Eee PC 900 entscheidet, findet dasselbe linuxbasierte OS wie auf dem 701 vor. 40 Applikationen sind vorinstalliert. Natürlich kann man weitere Anwendungen nutzen, im Prinzip ist aber fast alles bereits auf dem Rechner, darunter Openoffice, Firefox und ein Mediaplayer. Die Programme werden über Tabs angesteuert: Internet, Work, Learn, Play, Settings und Favorites.

Auch der Eee PC 900 wurde nicht zur Nutzung als Hauptrechner entwickelt – auch wenn Fans etwas anderes sagen. Er kann seine Stärken als Zweitrechner oder Gerät für webbasierte Tätigkeiten ausspielen (Intel nennt diese Gerätekategorie Netbooks).

Dafür ist er auch gut ausgestattet: Neben dem Ethernet-Port hat er ein 802.11b/g-Modul für WLAN, mit dem man heutzutage an vielen Orten drahtlos online gehen kann. 802.11n wird noch nicht unterstützt, was angesichts der noch geringen Zahl an Hotspots keine große Schwäche darstellt.

Der getestete Eee PC 900 mit Linux fühlt sich flinker an als sein Vorgänger. Das dürfte hauptsächlich auf den doppelt so großen Arbeitsspeicher zurückzuführen sein. Die 1 GByte RAM helfen insbesondere bei der Arbeit mit mehreren Applikationen. Während man im Internet surft, kann man beispielsweise in einem anderen Fenster noch ein Video ansehen – ruckelfrei. Möglich ist dies freilich erst dank des höher auflösenden Bildschirms.

Asus Eee PC 900
Linux auf dem Eee PC ist kein Kompromiss: Bedienung und Geschwindigkeit überzeugen.

Auch in der neuen Version ist der Eee PC nicht das ideale Gerät für Spiele. Es gibt aber tatsächlich einige Titel, die keine höheren Ansprüche an die Hardware stellen. Allerdings muss man dann wahrscheinlich XP installieren, das den zur Verfügung stehenden Platz auf dem SSD weiter einschränkt.

Nach Aussagen von Asus hält der Eee PC 900 mit einer Akkuladung rund drei Stunden – 30 Minuten weniger als der 701. Im Test bei der Wiedergabe eines DivX-Videos wird nach 1:29 Stunden der Bildschirm schwarz. Bei weniger CPU-intensiven Anwendungen mit ausgeschaltetem WLAN ist noch etwas mehr drin. Das hängt aber immer von den jeweiligen Nutzungsszenarien ab.

Fazit

Der Eee PC 900 ist eine gute Weiterentwicklung des 701. Zwar lässt sich die Tastatur nach wie vor etwas schwer nutzen. Aufgrund des größeren Bildschirms mit höherer Auflösung, des Multitouch-Touchpads und des größeren Speichers verteidigt er dennoch seine Position als Nummer 1 in diesem Segment.

Man sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass die Produktzyklen sehr kurz sind. Schon in wenigen Monaten könnte eine Version mit Intels neuer Atom-CPU und Touchscreen erscheinen. Wer nicht warten kann oder möchte, bekommt mit dem Eee PC 900 aber ein kompaktes Gerät zu einem sehr guten Preis.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Asus: http://www.asus.de

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[4] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/