Flinker Performer: Canon EOS 450D

von Lori Grunin am , 00:00 Uhr

Pro
  • hervorragende Bildqualität
  • überdurchschnittliche Geschwindigkeit
Con
  • maximal ISO 1600
  • Spotmessung belegt zu viel Platz
Hersteller: Canon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Design und Funktionsumfang sind nicht gerade berauschend, dafür aber Performance und Bildqualität.

Die Canon EOS 450D bietet weder ein besonders Design noch viele Funktionen. Dafür kann sie aber mit einer schnellen Performance und hervorragender Bildqualität punkten.

Canons EOS 400D [1] aus dem letzten Jahr war eher eine Enttäuschung. Sie ist zwar eine solide Kamera, hat aber gegenüber ihrem Vorgängermodell keine wesentlichen Verbesserungen zu bieten. Die Canon EOS 450D bildet nun einen willkommenen Einschnitt, bei dem sich ein Wechsel von der alten 350D [2] wirklich lohnt. Sie ist in puncto Design ein wenig farblos und bringt auch nicht allzu viele Funktionen mit. Aber bei den Kriterien, auf die es wirklich ankommt, also Performance und Bildqualität, ist sie vielen Konkurrenzmodellen weit voraus.

Design

Canon bietet die 450D mit zwei verschiedenen Gehäusevarianten an: Eine sehr elegante Version ist in Schwarz gehalten, eine weniger schicke in Schwarz mit Silber. Beide Varianten sind als Kameragehäuse ohne Objektiv (ab 650 Euro) oder als Komplettpaket (ab 750 Euro) mit einem einzelnen EF-S-Objektiv (18 bis 55 Millimeter, f/3,5 bis 5,6 IS) erhältlich. Das ist ein wenig ungewöhnlich, denn die meisten anderen Hersteller bieten auch Kits mit zwei Objektiven an. Im Test kommen deshalb das Komplettpaket sowie eine Kombination mit einem neuen EF-S-Objektiv (55 bis 250 Millimeter, f/4,0 bis 5,6 IS) zum Einsatz.

Die 450D ist ein bisschen größer als ihre Vorgängerin, wiegt aber mit 524 Gramm etwas weniger. Die ebenmäßige Kunststoffoberfläche wirkt noch immer ein wenig billig. Außerdem liegt die Kamera nicht besonders gut in der Hand. Es lässt sich nicht genau sagen, woran das liegt: Die 450D ist nicht übertrieben flach, und Canon bietet diesmal auch eine griffigere Oberfläche als bei der 400D. Trotzdem sind die meisten anderen digitalen Spiegelreflexkameras handlicher.

Das größere 76-Millimeter-LCD (3 Zoll) erfordert einige Veränderungen gegenüber der 400D in der Anordnung der Bedienelemente. Dieses neue Layout ist auf jeden Fall praktischer. Fast alle Knöpfe sind mit der rechten Hand erreichbar. Sie fühlen sich unterschiedlich an und lassen sich ohne hinsehen zu müssen gut ertasten. Keine der Funktionen erfordert eine Bedienung mit zwei Händen. Drückt man die Taste für ISO-Einstellung, Weißabgleich, Messung und so weiter, bleibt das Menü sichtbar, während man durch die Optionen navigiert.

Der größte praktische Vorteil der 450D gegenüber Konkurrenzmodellen ist die Registerkarte ‚Mein Menü‘, die der Hersteller von früheren Modellen übernommen hat. Unter ‚Mein Menü‘ lässt sich eine Liste mit häufig benutzten Einstellungen anlegen, etwa Format- und Live-View-Einstellungen. Die Menüs sind allerdings mitunter ein wenig inkonsistent und verwirrend.

So kann der Benutzer beispielsweise die ISO-Empfindlichkeit über das Auswahlrad oder über das Menü einstellen, während die Messoptionen nur im Menü zu finden sind. Ebenso lässt sich bei zweispaltig angeordneten Einstellungen, etwa bei den Picture-Styles, nicht zwischen der rechten und linken Spalte springen. Man muss stattdessen bis zum Ende der ersten Spalte gehen, um die Einstellungen in der zweiten Spalte zu erreichen.

Funktionsumfang

In einigen Punkten bietet die 450D recht beeindruckende Spezifikationen, besonders mit dem 12-Megapixel-CMOS-Sensor im APS-C-Format (für den herkömmlichen 1,6-fachen Brennweitenmultiplikator von Canon) und dem benutzerdefinierten 9-Punkt-Autofokus. Letzterer wäre nicht weiter erwähnenswert, hätte nicht Nikon bei der D60 einen Dreifeld-Autofokus eingesetzt.

Positiv zu vermerken ist auch der Wechsel von Compactflash zu SDHC. Die Kamera besitzt außerdem den gleichen Tonwert-Priorität-Modus wie die EOS-1D Mark III [3]. Damit lässt sich auch in besonders hellen Bildbereichen eine gute Detailtreue erreichen. Darüber hinaus verfügt die 450D über den Auto-Lighting-Optimiser von Canon, der bei nicht ganz perfekten Aufnahmen automatisch Kontrast und Helligkeit korrigiert. Letztes Jahr mit der 40D [4] eingeführt, ist der Auto-Lighting-Optimiser jetzt in allen Belichtungsmodi verfügbar. Er setzt auch eine Gesichtserkennung ein, um bei von hinten beleuchteten Gesichtern eine Unterbelichtung zu vermeiden.

Die übrigen Spezifikationen entsprechen denen des Vorgängermodells. So reichen beispielsweise die Verschlussgeschwindigkeiten von 30 Sekunden bis zu 1/4000 Sekunde, bei einer Blitzsynchronisationszeit von 1/200 Sekunde. Die Kamera verwendet eine TTL-Messung mit 35 Feldern. Canon bietet außerdem auch den Akkugriff BG-E5 an.

Auf der anderen Seite fehlen der 450D gängige Funktionen, die Sony [5], Pentax und Olympus bei ihren Kameras sehr wohl bieten. Dazu zählen eine im Gehäuse integrierte mechanische Stabilisierung oder eine drahtlose Blitzsteuerung, die sich oft als recht nützlich erweist. Auch das mitgelieferte Objektiv mit Bildstabilisator gleicht das nicht ganz aus. Denn weitere optisch stabilisierte Objektive gehen auf längere Sicht ins Geld. Die maximale ISO-Empfindlichkeit der 450D beträgt 1600. Andere Kameras haben dagegen häufig sogar ISO 3200 zu bieten. Und schließlich belegt die Spotmessung ganze vier Prozent des Bildsuchers – also noch mehr als die 3,8 Prozent, die wir bereits im Test der EOS 40D bemängeln mussten.

Der Nutzen des Live-View-Aufnahmemodus mit kontrastabhängigem Autofokus wird durch das Fehlen eines beweglichen LCD geschmälert. Zudem scheinen alle Hersteller fälscherlicherweise anzunehmen, dass Funktionen wie Canons Picture-Styles, also benutzerdefinierte Einstellungen für Kontrast, Schärfe, Sättigung und Farbtöne, in diesem Marktsegment wichtiger sind als die Möglichkeit, individuell gruppierte Voreinstellungen für Belichtung, Weißausgleich, Messung und Serienmodus abspeichern zu können.

Performance

In den Tests ist die 450D bei der Aufnahmegeschwindigkeit der Konkurrenz deutlich voraus. Bis zur ersten Aufnahme verstreichen gerade einmal 0,2 Sekunden. Unter günstigen Bedingungen liegt die Aufnahmeverzögerung bei JPEG-Formaten mit 0,5 Sekunden ein wenig über den Resultaten anderer Modelle. Bei schlechten Lichtverhältnissen erreicht die 450D dagegen 1,2 Sekunden. In diesem Segment entspricht das ungefähr dem Durchschnitt.

Nach der Fokussierung beträgt der Aufnahmeabstand für RAW- oder JPEG-Formate etwa 0,4 Sekunden. Einschließlich Blitzladezeit sind es 0,7 Sekunden, was unabhängig vom Segment ein sehr guter Wert ist. Dazu kommt der schnellste Serienbildmodus unter den DSLR-Einsteigermodellen: erstaunliche 3,4 Bilder pro Sekunde für mehr als 60 JPEGs. Der Zwischenspeicher ist nach sechs RAW-Aufnahmen allerdings voll. Deshalb benötigt man eine höherwertige Kamera, wenn man beispielsweise Fußballspiele professionell ablichten möchte.

Bildqualität

Einmal abgesehen von den übrigen Vor- und Nachteilen der 450D liefert sie unbestritten höchste Bildqualität. In Anbetracht des hochauflösenden Sensors ist das nicht erstaunlich. Allerdings neigt sie zur Unterbelichtung. Deshalb empfiehlt sich in vielen Fällen die Nutzung des Belichtungsausgleichs. Außerdem dürften manche Benutzer ein wenig höhere Schärfeeinstellungen bevorzugen.

Doch mit seiner Farbtreue, seinem Kontrastumfang und dem durchweg guten Rauschprofil bis hin zum Maximalwert von ISO 1600 sticht dieses Modell die Konkurrenz klar aus. Mit und ohne integrierten oder externen Blitz liefert die 450D gleichmäßige Belichtungsqualität. Und auch die Objektive produzieren eine hervorragende Schärfe über den ganzen Bildbereich.

Fazit

Zwar kostet sie ein wenig mehr als Konkurrenzmodelle, zum Beispiel die Sony Alpha DSLR-A200 [6] oder die Nikon D60 [7]. Doch dafür liefert die Canon EOS 450D eine etwas bessere Performance sowie eine deutlich höhere Bildqualität. Und damit kann sie durchaus als eine lohnende Anschaffung gelten.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39190417/flinker-performer-canon-eos-450d/

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[1] EOS 400D: https://www.cnet.de/tests/digicam/0,39030924,39156061,00/entbehrliches+nachfolgemodell+canon+eos+400d.htm

[2] 350D: http://lifestyle.cnet.de/canon-eos-350d-digitalkamera-mit-ef-s-18-55mm--aqu.html

[3] EOS-1D Mark III: https://www.cnet.de/tests/digicam/0,39030924,39188908,00/exzellente+profi_dslr+canon+eos_1ds+mark+iii.htm

[4] 40D: https://www.cnet.de http://www.cnet.de/tests/digicam/0,39030924,39158535,00/blitzschnelle+dslr_kamera+canon+eos+40d.htm

[5] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[6] Sony Alpha DSLR-A200: https://www.cnet.de/tests/digicam/39189869/durchschnittliches+einsteigermodell+sony+alpha+dslr_a200.htm

[7] Nikon D60: http://lifestyle.cnet.de/nikon-d60-af-s-dx-18-55-35-56-ii-digitalkamera--ag7o.html