Fernsehen in HD: ja, aber keine Fußball-EM

Empfang von HDTV

Die unkomplizierteste Art, HDTV zu empfangen, besteht in der Verwendung einer digitalen Sat-Anlage und eines geeigneten Receivers. Der aktuelle Standard zur Übertragung von digitalem Sat-Fernsehen nennt sich DVB-S2. Im Vergleich zum älteren DVB-S-Standard ist DBV-S2 unter anderem für höhere Datenraten und effizientere Kompressionsverfahren ausgelegt, was besonders speicherhungrigem HD-Material zugutekommt. Der Kabelempfang von HD-Sendern ist generell auch möglich, jedoch gibt es nicht allerorts dieselben Sender im Kabelnetz. Es lohnt sich sehr wohl, sich vor der Anschaffung eines Kabelanschlusses über die verfügbaren Sender zu informieren. Premiere bietet beispielsweise für seine Pakete Premiere HD und Discovery HD einen Verfügbarkeitscheck an.


Der DVB-S2-Receiver UFS 910si von Kathrein ist ab etwa 250 Euro zu haben. Gut zu erkennen sind die beiden CI-Slots für Smartcards links am Gerät. Glückliche Österreicher führen hier eine ORF-Smartcard ein (näheres dazu weiter unten).

Neben Receivern für TV-Geräte existieren auch für PCs geeignete Erweiterungskarten, um HDTV empfangen zu können. Wer das Öffnen des PCs scheut oder flexibel sein will, entscheidet sich für externe DVB-S2-Boxen, die einfach über die USB-Schnittstelle angeschlossen werden. Derartige Geräte sind ab rund 70 Euro erhältlich.


DVB-S2 am PC. Möglich macht dies zum Beispiel die Erweiterungskarte WinTV Nova HD-S2 von Hauppauge. Eine Fernbedienung ist im Lieferumfang enthalten. Preis: ab circa 70 Euro.

Nicht nur Fernsehsender bieten hochauflösendes Filmmaterial an, On-Demand-Dienste im Internet haben HD ebenfalls für sich entdeckt. T-Online stellt beispielsweise sogenannte Entertain-Pakete bereit, die Zugang zum Online-Filmportal Videoload beinhalten. Das HD-Angebot ist mit rund 120 Titeln jedoch noch dringend ausbaufähig, sehenswerte Blockbuster sind kaum vorhanden. Die ProSiebenSat.1-Tochter Maxdome verkündete vor kurzem, dass sie den HD-Sendebetrieb Mitte 2008 aufnehmen will. Wer bereits einen Receiver für das Maxdome-Angebot sein Eigen nennt, hat allerdings schlechte Karten: Für den Empfang ist ein neues, HD-fähiges Gerät vonnöten.

Wer hauptsächlich aktuelle Kinofilme in HD-Qualität genießen möchte, ist angesichts des schmalen Fernseh-Angebots mit Blu-ray-Discs am besten bedient. Die Auswahl an Titeln wächst kontinuierlich, die Qualität von Bild und Ton stellt Online-Angebote in den Schatten. Bleibt zu hoffen, dass nach dem gewonnenen Formatkrieg gegen HD-DVD die Preise fallen, denn wer zahlt schon gerne 20 bis 30 Euro für einen einzigen Film?

Das nötige Equipment

Wer HD-Material wiedergeben möchte, kann den alten Röhrenfernseher mitsamt VHS-Recorder endgültig in den Ruhestand schicken. Eine Reihe neuer Geräte ist notwendig. Das wichtigste ist der HD-taugliche Fernseher. Beim Kauf eines zeitgemäßen Geräts sollte man darauf achten, dass zumindest das offizielle HD-ready-Logo den Fernseher ziert. Die damit versehenen, günstigeren HD-Geräte bieten immerhin eine Auflösung von 720 Bildzeilen. Um das volle Potenzial von HD auszuschöpfen, sollte das Gerät ein HD-ready-1080p-Logo aufweisen. Solche Bildschirme sind in der Lage, die volle HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten darzustellen. Allerdings ergibt die nur bei Bilddiagonalen jenseits der 42 Zoll wirklich Sinn. Andernfalls fällt der Unterschied zur „kleinen“ HD-Auflösung kaum auf. Lesen Sie unseren weiterführenden Artikel, um einen genauen Überblick über moderne Flachbildfernseher zu bekommen.


Eines der beiden HD-ready-Logos ist beim Neukauf von Fernsehgeräten Pflicht. Andernfalls können Probleme mit Kopierschutzverfahren auftreten.

Um richtiges Kino-Feeling aufkommen zu lassen, führt für Enthusiasten kein Weg an Projektoren vorbei. Denn Full-HD hat auch im Projektor-Sektor Einzug gehalten. Die fünfmal so hohe Auflösung im Vergleich zur Wiedergabe einer DVD über einen Projektor macht sich angesichts der hohen Bilddiagonale besonders positiv bemerkbar: Kleinere Bildpunkte sorgen für ein detaillierteres und homogeneres Bild. Zudem rufen moderne HD-Video-Kompressionsverfahren wie H.264 oder VC-1 unauffälligere Kompressionsartefakte hervor als etwa das MPEG-2-Kompressionsverfahren, das die DVD einsetzt. Die berüchtigte Klötzchenbildung, die bei großen Projektionsflächen besonders störend wirkt, verringert sich so um einiges. Näheres über die Technik von Projektoren erfahren Sie im Artikel Von LCD bis DLP – wie Heimkino-Projektoren funktionieren.

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