Ausstattung

Der HTC Shift wird mit zwei Betriebssystemen ausgeliefert: Man kann zwischen Windows Vista Business und einer PDA-artigen Oberfläche namens SnapVue wählen. Letztere ist gelegentlich nützlich, da sie in wenigen Sekunden startet und den schnellen Zugriff auf Kalender, Outlook-E-Mail, Kontakte, SMS-Nachrichten und die lokale Wettervorhersage ermöglicht. Ihre Flexibilität ist allerdings beschränkt. Es lassen sich nämlich keine neuen Anwendungen installieren. Meistens wird man Vista starten müssen, um etwas Sinnvolles mit dem Gerät anfangen zu können.

Dies ist jedoch die größte Schwachstelle des Shift. Denn das neueste Microsoft-OS ist für die schwache Hardware des UMPC einfach zu fett. Der Celeron läuft mit 800 MHz und ist über einen 400-MHz-Bus angebunden. Die neuen Core-2-Duo-Chips mit mehreren GHz und 800-MHz-Bus spielen einfach in einer anderen Liga. Entsprechend präsentiert sich Vista auf dem Shift sehr zäh. Es mach keinen Spaß, damit zu arbeiten.

Als Massenspeicher setzt HTC statt eines Flash-Laufwerks eine herkömmliche Festplatte mit einer Kapazität von 40 GByte ein. Dadurch bleiben die Kosten je GByte auf sehr niedrigem Niveau. Die Kapazität ist zwar nicht gerade weltbewegend, reicht aber aus, um Office-Dateien, ein paar Dutzend DivX-Filme und ein paar hundert MP3-Dateien darauf abzulegen. Bild und Ton lassen sich mit Hilfe der analogen Monitorbuchse hinten und des 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschlusses links an externe Geräte weitergeben.

Wer mit dem Shift Videos abspielen möchte, wird nicht enttäuscht. Der 7-Zoll-Schirm ist klar, hell und – besonders hervorzuheben – nicht mit einer spiegelnden Beschichtung versehen. Inhalte bleiben selbst bei direktem Sonnenlicht noch lesbar. Der Screen ist berührungsempfindlich und regiert somit sowohl auf Fingerdruck als auch auf Eingaben des mitgelieferten Stylus. Letzterer ist ideal für die Texteingabe direkt auf der Anzeige. Zum Glück arbeitet die Handschriftenerkennung von Windows Vista annähernd fehlerfrei. Der integrierte Fingerabdruckleser vereinfacht die Authentifizierung. Für zusätzliche Sicherheit sorgt das Trusted Platform Module (TPM).

Der HTC Shift verfügt über HSDPA-Unterstützung. Die SIM-Karte wird unter dem Akku eingesetzt. So kann man mit diesem Gerät von fast überall aus ins Internet gehen – und genau dafür ist es perfekt geeignet. Allerdings muss man dafür rund 1100 Euro hinblättern – eine Menge Geld.

Das größte Manko des HTC Shift ist seine dürftige Leistung: Egal ob Surfen im Internet oder die Arbeit mit Office, alles fühlt sich zäh an. Das kompakte Gerät ist mit dem leistungshungrigen Vista schlichtweg überfordert. Nicht umsonst setzt Intel für die Mobile Internet Devices (MID) mit Atom-CPU auf ein deutlich schlankeres Linux-OS.

Die Akkulaufzeit des Shift sieht im Vergleich zur Leistung kaum besser aus. Bei gelegentlicher Nutzung hält er zwei Stunden durch. Dabei befindet sich das Gerät meist im Leerlauf und wird nur gelegentlich für Textverarbeitung genutzt. Beim prozessorintensiven Testprogramm BatteryMark fällt die Laufzeit auf 1 Stunde und 20 Minuten.

Fazit

Trotz einigen interessanten Merkmalen wie dem integrierten HSDPA-Modul oder dem guten Display überzeugt der HTC Shift nicht. Er erfüllt nicht einmal die Systemanforderungen des installierten Betriebssystems. So arbeitet der UMPC nur sehr langsam. Eine Alternative für mobiles Computing wäre der Samsung Q1 – oder ein aufgerüsteter Eee PC.

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