Funktionsumfang

Eigentlich ist es gar nicht so tragisch, dass so viele Knöpfe gedrückt werden müssen, um all diese Einstellungen vorzunehmen. Denn die meisten davon wirken sowieso recht sinnlos. Mit dieser Kamera möchte wohl kaum jemand Aufnahmen mit mehr als ISO 400 machen. Deshalb scheint der High-ISO-Modus ziemlich überflüssig. Zudem sind mit der Matrix- und mittenbetonten Belichtungsmessung offensichtlich keine verschiedenen Belichtungen bei den Aufnahmen möglich. Die fehlende Spot-Messfunktion wäre hier sicherlich eine bessere Alternative.

Die Best-Shot-Auswahl kann dagegen recht nützlich sein. Bei anhaltend gedrücktem Auslöser nimmt die S600 zehn Bilder auf. Das schärfste davon wird gespeichert. Aber auch bei diesem Modus bleibt zu wünschen, dass er viel schneller zu- und abschaltbar wäre, als das der Fall ist.

Der Autofokus der Gesichtserkennung wirkt zu lahm und fahrig, um ihn ernst zu nehmen. Wie bei den meisten Schnappschusskameras stellt der Autofokus auf das falsche Objekt scharf. Besteht das Motiv zum Beispiel aus zwei Menschen auf einer Bank, entscheidet sich der Autofokus für die Bank. Wie fast immer ist es ratsamer, von sämtlichen Autofokus-Modi die Finger zu lassen. Stattdessen sollte der Bildmitte-Autofokus verwendet und entsprechend eingestellt werden. Bei der Auswahl des Objekts ist der Fotograf dann immer noch schneller als die Kamera.

Die S600 hat ein gutes, optisch stabilisiertes Weitwinkelobjektiv für Brennweiten zwischen 28 und 112 Millimetern (f/2,7 bis 5,8) mit einem vierfachen optischen Zoom. Das Fotografieren wird allerdings durch die eingeschränkte Reichweite des Teleobjektivs rasch frustrierend. Die Lumix-TZ-Serie von Panasonic und ein paar Modelle aus der W-Serie von Sony machen da mehr Spaß. Ein Pluspunkt der Kamera ist das mit 69 Millimetern (2,7 Zoll) angenehm große Display. Auch noch bei recht flachem Blickwinkel und bei direkter Sonneneinstrahlung lässt es ein ordentliches Bild erkennen.

Performance

Die S600 gehört immerhin zu den schnelleren Exemplaren der Coolpix-S-Reihe, die wir in letzter Zeit im Test hatten. Dennoch ist sie manchmal ganz schön schwerfällig. Ihre Einschaltzeit ist noch beeindruckend: lediglich 0,8 Sekunden. Auch bei individueller Scharfstellung löst sie rasch aus: 0,4 Sekunden bei guten Kontrastverhältnissen und 1,1 Sekunden bei schlechten.

Für die Aufnahme von zwei Bildern nacheinander braucht sie dann aber lange 2,1 Sekunden. Damit liegt sie ungefähr auf gleicher Höhe mit der dürftigen Digital Ixus 80 IS von Canon. Den meisten anderen Konkurrenten hinkt sie somit weit hinterher. Immer mal wieder erscheint eine Sanduhr auf dem Display. Wird der Blitz zugeschaltet, bremst sie das nicht mehr viel ab. Mit 2,5 Sekunden schießt sie hier sogar schneller als die Mehrzahl ihrer Klasse.

Eine eher mittelmäßige Bildrate von 1,3 Bildern pro Sekunde, ein enttäuschend schwacher Akku und der recht hohe durchschnittliche Zeitabstand zwischen den Aufnahmen kommen der S600 in ihrer Bewertung nicht gerade zugute.

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