Zuverlässiger Begleiter: Nikon Coolpix P60

von Rich Trenholm am , 11:12 Uhr

Pro
  • einfache Bedienung
  • zuverlässige Bildqualität
Con
  • Sucher und Blitz ungünstig positioniert
  • langweiliges Design
Hersteller: Nikon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,5 von 10 Punkte
Fazit:

Die P60 wirkt eher schwerfällig als sexy, erweist sich aber dennoch als fähige Schnappschusskamera.

Eher schwerfällig als sexy, eher kompetent als cool: Dennoch ist die etwas klobige Nixon Coolpix P60 eine zuverlässige Schnappschusskamera. Sie sieht zwar wirklich nicht besonders aufregend aus, liefert aber erfreulich gute Bilder.

Das waren Zeiten, als eine Kamera noch wie eine Kamera aussah. Die Nikon Coolpix P60 erinnert auffallend an diese Ära. Sie bringt ganze 8 Megapixel mit und wird zu einem absolut vernünftigen Preis von 170 Euro angeboten. Aber ist ihr Design vielleicht doch zu veraltet?

Design

Das kantige Retrostyling der P60 sieht einfach nur nach Kamera aus. Sie fällt weder durch neumodische schicke Elemente noch durch knallige Farben auf. Lediglich einige silberfarbene Akzente und ein Gummigriff für die rechte Hand zieren das einfache schwarze Gehäuse. Die Bedienelemente sind angenehm übersichtlich verbaut. Ihre Beschriftung ist groß genug, um gut lesbar zu sein. Es bleibt aber natürlich dem Betrachter überlassen, ob er das Design der Kamera als klassisch schlicht oder als langweilig rustikal empfindet.

Die Stromversorgung erfolgt praktischerweise über zwei AA-Batterien. Sie lassen sich problemlos auswechseln. Der Benutzer wählt die Szenenmodi für Porträt- und Landschaftsaufnahmen über das Modus-Einstellrad aus. In den Menüs stehen dann noch mehr Optionen zur Verfügung. Hier lassen sich auch seltener benutzte Optionen finden, etwa die Uhrzeit- und Datumseinstellungen. Dadurch wird die Menütaste für den Schnellzugriff auf häufig gebrauchte Aufnahmeoptionen freigehalten.

Auf der Rückseite der Kamera befindet sich ein 64 Millimeter (2,5 Zoll) großer LCD-Bildschirm. Der Zoom wird über einen flachen Kippschalter eingestellt. Dieser fällt allerdings noch flacher und wackliger aus, als das ansonsten schon üblich ist.

Auch die Positionierung des Suchers in der oberen linken Ecke überzeugt nicht. Zwar drückt dadurch die Kamera nicht auf die Nase, wenn der Benutzer mit dem rechten Auge hindurchschaut. Der Sucher fällt jedoch einfach viel zu klein aus. Nähert sich ihm das Auge also nicht bis auf wenige Millimeter, gerät auch die Umgebung ins Blickfeld. Das stört dann doch ein wenig. Außerdem muss die linke Hand erst einmal ihren Platz auf der Kamera finden.

Auch der Blitz ist mit Hinblick auf den Rote-Augen-Effekt ungünstig positioniert. Er sitzt direkt über dem Objektiv.

Funktionsumfang

Die P60 kennzeichnet eine ausgewogene Balance zwischen grundlegenden Funktionen und einfacher Bedienung. Herausragendes Merkmal ist das Nikkor-Objektiv mit einem 5-fachen optischen Zoom. Die kleinbildäquivalente Brennweite von 36 bis 180 Millimetern ist im Hinblick auf Weitwinkelaufnahmen nicht gerade der Renner. Ein großer Zoom leistet jedoch bei Porträtaufnahmen gute Dienste.

Auch eine optische Bildstabilisierung ist immer zu begrüßen. Die maximale Empfindlichkeitseinstellung von ISO 2000 bringt dagegen kaum etwas. Denn bei diesem ISO-Wert verunstaltet Bildrauschen alle Aufnahmen mit hässlichen Flecken.

Auch manuelle Bedienungseinstellungen sind durchaus von Vorteil. Selbst wenn es so wenige sind wie hier. Bei der P60 laseen sich lediglich die minimale und die maximale Blende einstellen. Dafür steht aber eine ganze Reihe von Verschlussgeschwindigkeiten zur Auswahl. Die Optionen reichen von 1/1200 Sekunde bis zu 8 Sekunden. Auch eine Programmautomatik ist vorhanden. Aber seltsamerweise gibt es keine Blenden- oder Verschlussautomatik.

Performance

Die Belichtungsautomatik funktioniert recht ordentlich. Allerdings neigt die Kamera dazu, helle Bereiche überzubelichten. Die Option zur manuellen Einstellung erweist sich vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen oder starken Kontrasten, etwa im Fall einer Horizontlinie, als nützlich. In kostrastreichen Bereichen lassen sich leichte Farbsäume feststellen. Sie kommen allerdings erst bei einer Vergrößerung am Computerbildschirm zum Vorschein.

Der längere Zoombereich verursacht eine gewisse tonnenförmige Verzerrung. Dadurch erscheinen die Bildränder von Weitwinkelaufnahmen leicht gebogen. Aber auch das fällt kaum ins Gewicht, wenn nicht gerade geometrisch aufgebaute Muster, wie eine Backsteinmauer, als Motiv dienen.

Die Farben sehen natürlich aus. Ebenso lebendig und warm wirken die Porträtaufnahmen. Das Rauschverhalten entspricht in etwa dem Durchschnitt. Bei ISO 400 fallen durch das Rauschen bedingte Flecken auf. Das schlägt aber bei kleineren Ausdrucken noch nicht ins Gewicht.

Wie immer empfiehlt es sich, die maximale ISO-Einstellung bei schlechten Lichtverhältnissen zu begrenzen. Dann wählt die Kamera nicht direkt den Maximalwert. Denn das würde nur sämtliche Nachtaufnahmen ruinieren.

Fazit

Die Nikon Coolpix P60 ist fraglos eine solide Schnappschusskamera. Allerdings stellt sie nicht gerade das kleinste, schnellste oder schickste Marktangebot dar. Wer ein Kompaktmodell mit großem Zoom sucht, sollte sich die Sony Cybershot DSC-W170 [1] einmal ansehen. Sie wirkt auf jeden Fall viel schnittiger. Wer dagegen keine Probleme mit dem nichtssagenden Design der P60 hat, bekommt mit ihr eine tüchtige Kamera mit anständiger Performance.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39193627/zuverlaessiger-begleiter-nikon-coolpix-p60/

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[1] Sony Cybershot DSC-W170: https://www.cnet.de/tests/digicam/39193629/unscheinbar_+aber+flexibel+sony+cybershot+dsc_w170.htm