Walkman-Handy für Einsteiger: Sony Ericsson W350i

von Nate Lanxon am , 11:26 Uhr

Pro
  • einfach zu bedienen
  • ordentliche Klangqualität
  • hervorragendes Tastenfeld
  • leichte Texteingabe
  • gutes Display
  • UKW-Radio
Con
  • langsame Datenübertragung
  • beschränkte Unterstützung für Audioformate
  • wackliges Klapp-Panel
  • kein Navigieren über die Walkman-Tasten möglich
Hersteller: Sony Ericsson Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,2 von 10 Punkte
Fazit:

Das W350i bietet zwar keinen vollwertigen Ersatz für einen MP3-Player, ist aber ein ganz ordentliches und einfach zu verwendendes Musik-Handy für Einsteiger.

Das W350i ist wirklich ein nettes Einsteiger-Handy mit einfach zu verwendenden Features, guter Walkman-Funktionalität und ordentlichem Klang. Doch die mangelhafte Unterstützung für Audioformate ist einfach ärgerlich. Es spielt keine DRM-geschützten Titel und benötigt zudem für normale Kopfhörer einen Adapter. Ansonsten scheint es aber ein hervorragendes Musikhandy zu sein.

1999 brachte Ericsson das klassische und beliebte Klapphandy T28 [1] auf den Markt. Als Reminiszenz an den einstigen Erfolg hat Sony Ericsson [2] nun ein neues preiswertes Walkman-Handy herausgebracht.

Das Sony [3] Ericsson W350i versteht sich als Walkman-Handy für Einsteiger. Es kommt im Retro-Look und in einem Pseudo-Schokoriegelformat daher.

Design

Der Retro-Look des W350i verdankt sich einem inzwischen selten zu sehenden Klappendesign. In geöffnetem Zustand wird ein einfach zu bedienendes glänzendes Tastenfeld mit recht großen, glatten Tasten sichtbar. Bei geschlossener Klappe bleibt das Tastenfeld verborgen. An der Außenseite befinden sich einige spezielle Walkman-Tasten. Dadurch sieht das Handy im Bereitschaftsmodus eher wie ein Sony MP3-Player [4] aus.

Das Aufklapp-Panel funktioniert eigentlich recht gut. Es ist aber etwas klapprig und sogar leicht verbiegbar. Das ist wohl darauf zurückzuführen, dass Sony Ericsson das Profil des Handys bei nur 11 Millimetern halten wollte. Der Rest des Geräts ist aber ausreichend robust. Damit übersteht es auch unvermeidliche kleine Stürze.

Das Handy lässt sich insgesamt angenehm benutzen. Es ist ergonomisch gebaut, recht leicht und in mehreren attraktiven Farben erhältlich. Das Display fällt mit 176 mal 220 Pixeln eher klein aus. Dafür ist die Anzeige aber hell und deutlich.

Ein kleiner Kritikpunkt: Die Walkman-Tasten an der Vorderseite des Klapp-Panels ermöglichen zwar das Abspielen, Unterbrechen und Überspringen von Tracks. Um jedoch ein anderes Album oder einen anderen Künstler auszuwählen, muss der Benutzer das Handy aufklappen.

Funktionsumfang

Außerdem erscheint es etwas ärgerlich, dass im Unterschied zu fast allen MP3-Playern [5] weder geschützte noch ungeschützte WMA-Dateien unterstützt werden. Nur MP3- und AAC-Dateien sind nutzbar, einschließlich DRM-freier iTunes-Plus-Downloads.

Zur Synchronisierung seiner Inhalte kann der Benutzer den Windows Media Player oder Sony Ericssons mitgelieferte Software verwenden. Letztere unterstützt auch Podcast-Abos. Inhalte lassen sich aber auch einfach per Drag and drop unter Windows übertragen.

Abgesehen von der dürftigen Audio-Kompatibilität bietet das Handy an der Rückseite immerhin eine 1,3-Megapixel-Kamera ohne Blitz und nur für Fotos. Darüber hinaus gibt es ein UKW-Radio, Stereo-Bluetooth, E-Mail- und RSS-Unterstützung und einige Spiele. Einen 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss sucht man jedoch vergebens. Das ist trotz aller Beschwerden leider in der gesamten Branche immer noch üblich.

Es gilt auch zu bedenken, dass das W350i nach dem EDGE [6]-Standard funkt und UMTS nicht unterstützt. Daher hauen einen die Geschwindigkeiten beim Surfen im Internet nicht gerade um. Wer häufiger mit diesem Handy im Internet unterwegs sein will, sollte eine Installation von Opera Mini [7] in Erwägung ziehen.

Performance

Natürlich verdankt sich die langsame Netzwerk-Performance der Tatsache, dass das W350i trotz spärlicher Audioformat-Unterstützung hauptsächlich auf die Musikwiedergabe ausgelegt ist.

Die Dateiübertragung dauert im Test ungefähr 15 bis 20 Sekunden pro Musiktitel. Das macht etwa drei Minuten pro Album und erscheint uns ziemlich langsam. Doch die abgespielten Songs liefern eine recht ordentliche Klangqualität. Das gilt freilich nur für MP3-Dateien mit einer ausreichenden Bitrate von mindestens 192 KBit/s. Im Test kommen hochwertige Referenzkopfhörer [8] von Denon zum Einsatz. Auf jeden Fall sollten die unzulänglichen mitgelieferten Kopfhörer durch ordentliche ersetzt werden.

Die wunderbare Aufnahme „Fever Dreams“ von Dashboard Confessional [9] gefällt durch warmen Klang und hohen Detailreichtum beim Abspielen auf dem W350i. Die allgemeine Klangqualität kann es durchaus mit einem guten MP3-Player aufnehmen.

„Take Away My Pain“ von Dream Theater [10] liefert jedoch auf dem Creative Zen [11] einen klareren Klang, mit subtilen Hintergrundtönen. Beim W350i hört sich das etwas weniger klar definiert an. Wer aber keine besseren Kopfhörer als die mitgelieferten verwendet, wird das leider ohnehin niemals bemerken.

Es macht Spaß, dieses Handy zu benutzen. Die Menüs sind übersichtlich und ausreichend groß beschriftet. Sowohl erfahrene Handy-Benutzer als auch Anfänger kommen gleichermaßen damit zurecht. Die Anrufqualität wirkt ebenfalls ordentlich. Einige andere Handys sind jedoch lauter. Daher eignet sich dieses Modell vielleicht nicht ideal für vorwiegend geräuschvolle Umgebungen.

Als Taschenkamera reicht das W350i für gelegentliche Schnappschüsse aus. In Sachen Bildqualität kann es mit anderen Handys aber nicht mithalten. Dabei gilt es auch anzumerken, dass kein Blitz vorhanden ist.

Fazit

Angesichts seines Preises, der Benutzerfreundlichkeit und der insgesamt recht ordentlichen Performance kann dieses kompakte, kleine Handy durchaus überzeugen. Es stellt allerdings dennoch keinen Ersatz für einen separaten MP3-Player dar. Ein solcher bleibt für echten Musikgenuss unterwegs immer noch dem W350i vorzuziehen.

Leider bieten bislang nur wenige Handys Musikwiedergabefunktionen, die es mit MP3-Playern tatsächlich aufnehmen können – abgesehen vielleicht vom iPhone [12]. Wer aber eine bessere Kamera und mehr Handy-Funktionen sucht, wird mit Sony Ericssons teureren Modellen gut bedient. Denn das sind immer noch die besten Musik-Handys.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39193632/walkman-handy-fuer-einsteiger-sony-ericsson-w350i/

URLs in this post:

[1] T28: http://www.retrobrick.com/ericssont28.html

[2] Sony Ericsson: https://www.cnet.de/tests/handy/archiv/c20000018/

[3] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[4] Sony MP3-Player: https://www.cnet.de/tests/mp3/39154569/eleganter+ipod_konkurrent+sony+nw_a808.htm

[5] MP3-Playern: https://www.cnet.de/tests/mp3/archiv/a3T0/

[6] EDGE: https://www.cnet.de http://de.wikipedia.org/wiki/Enhanced_Data_Rates_for_GSM_Evolution

[7] Opera Mini: https://www.cnet.de/downloads/mobile/77059/opera+mini+fuer+handy.htm

[8] Referenzkopfhörer: https://www.cnet.de http://www.cnet.de/tests/mp3/39193051/hochwertige+ohrenschmeichler+denon+ah_d2000.htm

[9] Dashboard Confessional: http://de.wikipedia.org/wiki/Dashboard_Confessional

[10] Dream Theater: http://de.wikipedia.org/wiki/Dream_Theater

[11] Creative Zen: https://www.cnet.de/tests/mp3/39158807/respektabler+ipod_konkurrent+creative+zen.htm

[12] iPhone: https://www.cnet.de/tests/handy/39193346/endlich+da+und+schon+getestet+iphone+3g.htm