Gestochen scharfe HD-Projektion: Sony VPL-VW40

von Alex Jennings am , 11:11 Uhr

Pro
  • außergewöhnliche Bildschärfe
  • beachtlich wenig Videorauschen
  • gutes Design
  • annehmbarer Preis
Con
  • Farben wirken manchmal verwaschen
  • nicht sehr helles Bild
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,9 von 10 Punkte
Fazit:

Auch wenn bei den Farben noch Verbesserungen möglich sind, liefert der VW40 eindrucksvolle Argumente für die SXRD-Technologie.

Es war lange nicht sicher, ob Sony es schafft, seine fraglos beeindruckende SXRD-Technologie auch auf das Segment unterhalb von 3000 Euro zu übertragen. Es sieht gut aus: Das Einstiegsmodell VPL-VW40 bringt all das mit, was SXRD auszeichnet. Lediglich mit ein oder zwei Unzulänglichkeiten in anderen Bereichen müssen Käufer leben.

Sonys SXRD-Technologie ist imposant. Der VPL-VW200 [1] arbeitet damit. Doch das Problem: Er kostet über 10.000 Euro. Daher ist die Einführung seines kleinen Bruders VPL-VW40 so spannend. Denn auch er kommt mit SXRD, Sonys Version von LCoS [2], und das zu einem weitaus annehmbareren Preis: nämlich schon ab 2100 Euro.

Stärken

Der VW200 ist wirklich ein ansehnlicher Projektor. Und auch wenn der VW40 nicht ganz so attraktiv daherkommt, sieht er immer noch mächtig gut aus. Seine elliptische Form mit dem großen, zentral montierten Objektiv und dem zweifarbigen Finish in Weiß und Grau macht ihn zu einem echten Blickfang.

Auch seine Anschlussmöglichkeiten überzeugen. Dazu zählen unter anderem zwei HDMI-Eingänge und ein 12-Volt-Ausgang, um motorisierte Leinwände anzusteuern. Einer der Hauptvorteile der SXRD-Technologie liegt in der Anzahl der Pixel, die sie auf wenig Platz unterbringt. So erscheint es nicht überraschend, dass der VW40 die Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln schafft.

Andere Spezifikationen, die auf dem Papier stehen, sind ebenfalls beeindruckend. Insbesondere das angegebene Kontrastverhältnis von 15.000:1 und Sonys Verarbeitungsmodus 24p True Cinema für die verbesserte Wiedergabe von reinen 1080p/24 Blu-ray-Quellen versprechen viel.

Beim VW40 fehlen unvermeidlich einige der wirklich innovativen High-End-Bildoptionen, über die der VW200 verfügt. Dennoch besitzt er immer noch mehr als genug Trümpfe, um den durchschnittlichen Heimkinofan glücklich zu machen. Beispielsweise verbessert eine Auto-Iris-Funktion die Schwarzwerte. Es gibt auch die Möglichkeit, die Gamma-Einstellungen mittels der PC-Software Image Director 3 feinzujustieren.

Glücklicherweise haben die Entwickler die wichtigsten Vorteile der SXRD-Technologie vom VW200 überraschend gut auf das weitaus niedrigere Preissegment des VW40 übertragen. Was besonders erstaunt, ist die Bildschärfe. Bei HD-Quellen sorgt der Projektor dafür, dass nicht ein einziges Pixelchen zwischen der Quelle und der Leinwand verloren geht. Ebenso liefert er dramatische, oft atemberaubende Ergebnisse bei Sequenzen wie den Venedig-Szenen in „Casino Royale“ auf Blu-ray.

Was noch besser ist: Die herausragende Schärfe wird durch keinerlei Videorauschen begleitet. Weder Körnigkeit noch Dot Crawl [3], Skalierungsartefakte, Bewegungsunschärfe oder Technologie-Probleme wie der Regenbogeneffekt bei DLP oder der Fliegengittereffekt von LCDs stören das Bild. In diese perfekt klare Projektion kann der Betrachter förmlich eintauchen.

Der VW40 erzeugt auch solide Schwarzwerte, vorausgesetzt, man reduziert die Helligkeitseinstellungen. Die Farben profitieren von einigen wirklich feinen Tönen und Übergängen. Und schließlich leistet die eingebaute Videoskalierung des VW40 gute Arbeit, wenn sie Inhalte in Standardauflösung auf die 1080p-Auflösung des Projektors hochrechnet.

Schwächen

Die extreme Schärfe des VW40 bringt ziemlich rücksichtslos alle Schwächen der Quellen zum Vorschein. Doch das ist dann der Fehler der jeweiligen Quelle, nicht des VW40. Allerdings muss sich der Beamer eine leichte Blässe seiner Farben vorwerfen lassen. Die Farben knallen nicht so satt von der Leinwand wie beim VW200. Bei diesem kommt eine teure Xenon-Lampe zum Einsatz, eben um seinen Farben mehr Schwung zu verleihen. Mehr ins Gewicht fällt jedoch, dass manche Konkurrenzmodelle, die auf DLP-Technologie setzen, hier ebenfalls bessere Ergebnisse liefern.

Es ist etwas schade, dass der VW40 seine besten Schwarzwerte nur mittels eines dynamischen Iris-Systems erzielt. Das reduziert die Lichtleistung in dunklen Szenen, damit die Schwarztöne noch dunkler aussehen. Diese Technik lässt dunkle Szenen manchmal instabil und trübe erscheinen.

Kalibriert der Benutzer das Bild auf möglichst gute Schwarzwerte, fehlt tatsächlich viel Helligkeit. Damit ist der VW40 bei Umgebungslicht fast nicht mehr zu gebrauchen. Besonders schlimm ist das allerdings nicht, denn es empfiehlt sich keinesfalls, einen Heimkinoprojektor bei etwas anderem als völliger Dunkelheit zu benutzen. Aber es ist ein Punkt, den Gelegenheitsnutzer berücksichtigen sollten.

Fazit

Zwar lässt der VW40 wegen seiner etwas trüben Farbsättigung keine völlig uneingeschränkte Empfehlung zu. Doch die Schärfe und Genauigkeit seiner Bilder schlägt alle anderen in seiner Klasse. Darüber hinaus ist er aufgrund des nicht auftretenden Technologierauschens für jeden interessant, der das Problem des Regenbogeneffekts hasst, das viele DLP-Modelle zu einem ähnlichen Preis plagt.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39194922/gestochen-scharfe-hd-projektion-sony-vpl-vw40/

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[1] VPL-VW200: https://www.cnet.de/tests/display/39161734/erstklassiger+full_hd_projektor+sony+vpl_vw200.htm

[2] LCoS: http://de.wikipedia.org/wiki/LCoS

[3] Dot Crawl: http://de.wikipedia.org/wiki/Cross_Luminance