Schon getestet: 8-Megapixel-Kamerahandy Samsung i8510

von Andrew Lim und Daniel Schraeder am , 15:44 Uhr

Pro
  • Top-Ausstattung mit GPS, WLAN und HSDPA
  • 16 GByte Flash-Speicher
  • 8-Megapixel-Kamera
  • praktische Foto- und Videofeatures
Con
  • berührungssensitives Navigationspad ist fummelig
  • kein Xenon-Blitz
  • Display könnte schärfer sein
Hersteller: Samsung Listenpreis: 649 Euro
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,9 von 10 Punkte
Fazit:

Das i8510 überrascht: Es macht einen erstklassigen Eindruck und wirkt, als hätte es der Mobiltelefon-Marktführer Nokia gebaut. Wer auf der Suche nach einem High-End-Smartphone ist, mit allem, was die Ausstattungslisten zur Zeit hergeben, sollte sich das i8510 unbedingt näher ansehen.

Der Megapixel-Rekord geht an Samsung: Die Kamera des neuen Smartphones i8510 knipst mit einer Auflösung von 8 Millionen Pixel. Auch ansonsten kann sich die Ausstattung sehen lassen – das Handy verfügt über GPS, WLAN und UMTS mit HSDPA. Ob das Gerät insgesamt überzeugt, verrät der Test.

Unsere britischen Kollegen haben es mal wieder geschafft: Sie haben bereits das 8-Megapixel-Handy Samsung [1] i8510 aufgetrieben und ausführlich getestet. Das Ergebnis präsentieren wir exklusiv auf Deutsch. Allerdings nennt Samsung Deutschland derzeit auch auf Nachfrage noch keinen Preis. Wir rechnen damit, dass das Samsung-Smartphone [2] noch ein gutes Stück teurer sein dürfte als das Nokia N95 (8 GByte) [3].

Apropos: Auf den ersten Blick erinnert das Smartphone stark an das N95. Es ist ebenso schwarz, klobig, viereckig und vollgestopft mit Funktionen. Wer näher hinsieht, erkennt allerdings das typische Samsung-Design.

Wenn wir Nokia wären, würden wir die Konkurrenz aus Südkorea genau beobachten – denn so nah wie das i8510 kam bislang noch kein Handy an die Professionalität und Ausgereiftheit eines finnischen Designs heran. Doch das reicht noch nicht – auch ansonsten hat der Alleskönner von Samsung so viel zu bieten, dass sogar überzeugte Nokia-Käufer über einen Wechsel nachdenken könnten.

Design

Das i8510 macht einen erstaunlich soliden Eindruck. Ein sanft arbeitender Slider-Mechanismus hält die beiden Hälften des Smartphones zusammen. Das Display sticht ins Auge, könnte aber durchaus etwas schärfer sein. Vor allem beim Betrachten von Videos fällt die mangelnde Detailtiefe auf.

Zur Navigation durch die Menüs stehen mechanische Tasten und ein kleines Touchpad in der Mitte zur Verfügung. Während die mechanischen Tasten gut erreichbar sind und einwandfrei arbeiten, sorgt das Touchpad gelegentlich für Ärger. Häufig aktiviert man eine Funktion ungewollt. Darüber hinaus ist die Bedienung etwas schwerfällig – lediglich beim Surfen im Netz ist sein Einsatz sinnvoll, um nämlich durch Webseiten zu scrollen. Im Gegensatz dazu kann die vom Slider verdeckte Telefontastatur voll und ganz überzeugen.

Die 8-Megapixel-Kamera ist das unangefochtene Highlight des Handys. Sie wirkt wie eine echte Kompaktkamera – inklusive Linsenschutz, der sich beim Start der Fotoapplikation automatisch öffnet und beim Beenden wieder schließt. Leider fehlt der Kamera ein echter Xenon-Blitz. Stattdessen hat der Hersteller zwei Foto-LEDs auf der Rückseite angebracht. Im Nahbereich reicht die Beleuchtung aus, doch alles, was ein paar Meter entfernt ist, bleibt dunkel.

Darüber hinaus überzeugt und das i8510 mit seiner 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Standard-Kopfhörers. Ganz ohne Kritik geht es aber nicht: Wie auch beim Nokia N95 sitzt die Buchse auf der Seite und nicht oben. Das nervt in der Praxis – denn der Stecker steht in der Hosentasche ein gutes Stück vom Gerät ab.

Ausstattung

Zugegeben: Im Vergleich zur restlichen Ausstattung des i8510 ist die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse nur ein winziger Bestandteil. Was wirklich zählt, ist die Kamera. Mit 8-Megapixel-Sensor, Autofokus und einer ganzen Reihe an Optionen wie einem coolen Panoramamodus, Gesichtserkennung oder Lächelerkennung setzt sie in einem Mobiltelefon Maßstäbe.

Für den Panorama-Modus beispielsweise wählt der Benutzer diese Option, drückt auf den Auslöser, und folgt den Anweisungen auf dem Display. Dort verrät das Samsung-Handy, wohin man sich drehen muss – und löst dann im richtigen Moment selbstständig aus. So ist also für eine 180-Grad-Aufnahme lediglich ein Tastendruck nötig.

Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit, Zeitlupenvideos aufzuzeichnen. Auf Wunsch nimmt das i8510 bis zu 120 Bilder pro Sekunde auf – so wie es das LG Viewty [4] vormacht. Gerade bei schnellen Bewegungen kommen erstaunliche bis lustige Ergebnisse heraus. Im Gegensatz zum Viewty klappt die Aufnahme auch in dunkleren Umgebungen. Ganz perfekt ist allerdings auch das Samsung-Handy nicht. So vermissen wir einen optischen Zoom – der digitale ist keine Alternative, da er die Auflösung reduziert und Bilder unscharf wirken. Darüber hinaus sollte bei so einer hohen Auflösung durchaus auch ein Xenon-Blitz an Bord sein.

Erstklassig ist hingegen die Speicherausstattung. Das i8510 kommt ab Werk bereits mit 16 GByte – und als wäre das nicht genug, lässt sich der Speicher mit MicroSDHC-Karten noch auf 32 GByte aufstocken. Das sollte für die eine oder andere Musiksammlung, hunderte Schnappschüsse und eine ganze Latte an Slow-Motion-Videos ausreichen.

Außerdem finden wir es klasse, dass sich Samsung für das Symbian-Betriebssystem entschieden hat. Schließlich gibt es haufenweise Programme dafür – etwa den Opera-Browser für Surfen im Netz oder Google [5] Maps. Apropos: Die Kartensoftware von Google arbeitet auch mit dem integrierten GPS-Empfänger zusammen. Sogar das Geotaggen von Fotos mit Koordinaten ist möglich.

Das reicht noch nicht? Samsung hat noch mehr in die Ausstattungsliste gepackt. Den UMTS-Turbo HSDPA zum Beispiel, aber auch WLAN und die Fähigkeit, DivX-Filme abzuspielen. Darüber hinaus gibt es ein UKW-Radio. All das zuammen bringt das i8510 auf das Niveau des heiß erwarteten Nokia N96.

Leistung

Die Sprachqualität ist gut – es gibt weder Störungen noch Rauschen. Auch der Lautsprecher fällt ordentlich groß aus und kann sich gegen den Lärm eines fahrenden Autos durchsetzen. Und die Bilder überzeugen ebenfalls. Allerdings sind sie nicht merklich besser als die 5-Megapixel-Aufnahmen, die etwa das N95 zu bieten hat.

Samsung gibt die Gesprächszeit mit 300 Minuten beim Einsatz von UMTS an – und mit 500 Minuten bei GSM. Im Standby soll das Gerät 330 Stunden durchhalten. In der Praxis kommt man mit einer Akkuladung etwa zwei Tage aus – es sei denn, man spielt viel mit Kamera, Intenet-Browser und GPS. Dann verlangt das i8510 bereits nach einem Tag wieder nach Strom.

Fazit

Das Nokia N96 haben wir leider noch nicht ausführlich getestet – denn es dürfte der härteste Konkurrent des vollausgestatteten Samsungs werden. Wer diesen Kampf gewinnt, können wir noch nicht sagen. Fest steht aber, dass wir hier das beste Samsung-Handy aller Zeiten in den Händen halten. Die Kombination aus ordentlichem Design, stabilem Gehäuse und Features bis zum Umfallen haben uns auf jeden Fall positiv überrascht.

Kurz und knackig: Das i8510 gehört zu den besten Smartphones, die es derzeit gibt. Selbst Nokia-Fans sollten einen Blick darauf werfen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39195725/schon-getestet-8-megapixel-kamerahandy-samsung-i8510/

URLs in this post:

[1] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[2] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[3] Nokia N95 (8 GByte): https://www.cnet.de/tests/handy/39153448/das+ueberhandy+nokia+n95.htm

[4] LG Viewty: https://www.cnet.de/tests/handy/39157540/schon+getestet+lg+ku990_+foto_handy+mit+5+megapixeln+und+youtube_uploader.htm

[5] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/