Mini-Notebooks mit Leistung unter 500 Euro: der große Netbook-Vergleich

Speicher

Asus‘ Eee PC 4G hat eine technische Neuerung in den Notebook-Markt gebracht: Solid-State-Festplatten. Dabei handelt es sich um Speichermedien, die wie gewöhnliche Platten Daten des Betriebssystems und seines Nutzers speichern. Im Gegensatz zu Festplatten sind sie weit weniger anfällig und verkraften auch harte Stöße ohne Datenverlust. Das schaffen sie durch die Verwendung von Flash-Speicher. Die Flash-Speicherchips kommen vollkommen ohne bewegliche Teile – die Schwachstelle gewöhnlicher Festplatten – aus.

Allerdings haben Solid-State-Platten nicht nur Vorteile. Das Problem von Flash-Speicher ist – besonders bei großer Kapazität – sein hoher Preis. Deshalb setzen nicht alle Hersteller die unempfindlichen Speicherchips ein. Oft verkaufen sie auch zwei Versionen ihrer Netbooks. Die eine kommt mit Solid-State-Speicher und Linux, die andere mit einer in der Regel größeren Festplatte und Windows. Das liegt daran, dass die Hersteller die Mehrkosten des Flash-Speichers durch das kostenlose Linux-Betriebssystem wieder hereinholen. Wird die XP-Lizenz mitgekauft, müssen Anwender dafür mit der billigen Festplatte auskommen.


Im Inneren eines Solid-State-Laufwerks stecken Chips statt beweglicher Teile.

Wer sein Netbook überall hin mitnehmen möchte, also auch beim Skifahren oder bei der Mountainbike-Tour nicht auf Internet und seine Daten verzichten will, sollte unbedingt eines mit Solid State Drive wählen. Wer das Gerät vorwiegend zu Hause als Surfstation einsetzt und große Datenmengen speichert, sollte ein Modell mit Festplatte vorziehen.

Eine Möglichkeit gibt es allerdings, Flash-Laufwerk und große Speicherkapazität unter einen Hut zu bekommen. Die meisten Hersteller verbauen in ihre Netbooks einen Leser für Speicherkarten. Die SD-, MMC– oder MS-Speicherwinzlinge nutzen ebenfalls den unanfälligen Flash-Speicher und sind zudem noch billig. So kostet eine 4-GByte-Karte (Solid-State-Kapazität des ersten Eee PC!) von Transcend im Internet schlappe 7 Euro. Wer sich dort für 35 Euro fünf Karten bestellt, kann seine Office-Dateien auf eine SD-Karte speichern, seine Musik auf die nächste und auf eine andere seine Filme. Durch ihre kleine Baugröße von nur 3,2 mal 2,4 Zentimetern passen sie in jede Netbook-Tasche.

Konnektivität

Die Verbindung mit der Außenwelt und ganz besonders zum Internet ist einer der Netbook-Grundgedanken. Leider muss man aber sagen, dass das Stichwort „überall“ immer noch nicht bei den Herstellern angekommen ist. Zwar verfügt fast jedes Netbook über eine kabelgebundene Netzwerkschnittstelle und WLAN, allerdings nützt WLAN nur in der Nähe eines Hotspots etwas.

Wer wirklich überall ins Internet möchte, braucht UMTS – idealerweise inklusive Datenturbo HSDPA. Zwar verfügen einige Geräte, wie die Lenovo-Netbooks, über einen PC-Card-Slot zum Einstecken von UMTS-Karten, serienmäßig hat aber noch kein derzeit erhältliches Modell den schnellen Handyfunk an Bord. Allerdings wird sich das bald ändern. Elitegroup und LG bieten bei ihren in Kürze erhältlichen Netbooks ein optional integriertes UTMS-Modul an. Das Acer Aspire One A150X 3G kommt ab Mitte November für 499 Euro sogar mit serienmäßigem UMTS. Wer also auch ohne Hotspot überall ins Internet gehen möchte, sollte noch bis dahin warten.


Das Acer Aspire One A150X 3G kommt mit integriertem UMTS-Modul.

Neueste Kommentare 

9 Kommentare zu Mini-Notebooks mit Leistung unter 500 Euro: der große Netbook-Vergleich

  • Am 3. Oktober 2008 um 17:46 von AAF

    HP Netbooks?
    Die HP-Netbooks fehlen leider komplett. Ansonsten ein lesenswerter Artikel.

  • Am 6. Oktober 2008 um 14:56 von Pascal Poschenrieder

    HP-Netbooks
    Hallo AAF,
    wir wollten die HP-Netbooks anfangs mit in unseren Vergleich nehmen. Allerdings kosten alle HP-Modelle weit mehr als 500 Euro (Rahmenbedingung unseres Vergleichs) und sind damit in unseren Augen keine echten Netbooks sondern lediglich Mini-Notebooks.

    Mit freundlichem Gruß,
    Pascal

  • Am 6. Oktober 2008 um 23:15 von Netbooks

    Tolle Übersicht
    Endliche mal eine nahezu vollständige Übersicht der derzeit erhältlichen Netbooks. Ausführliche Testberichte der meisten Modelle finden sich auch unter http://www.netbook-vergleich.com

  • Am 7. Oktober 2008 um 14:55 von Athe

    Lange gesucht
    Schöner Artikel, so etwas habe ich schon lange gesucht.

    Und es ist auch genau das Aufgegriffen worden, was mich immer so ärgert. Ein Netbook muss günstig sein, es ist kein vollwertiges Notebook.
    Mir würde sogar ein Linux mit Textkonsole reichen.
    Dafür muss es gut ins Internet kommen und lange Akku-Laufzeiten haben.
    Ahja, eine ausklappbare Tastatur wäre natürlich auch noch ein Traum.
    Dafür sind dann 200 Euro meine persönliche Obergrenze.

    Was ich an dem Artikel schade finde ist, dass die chinesischen Netbooks die noch auf den Markt kommen nicht erwähnt worden sind. Die sind zumindest schon einmal günstiger.

  • Am 9. Oktober 2008 um 19:18 von thrawn

    @athe
    ist dir die Wiedersinnigkeit deines Anspruchs bewußt? Was möchtest du mit einer nur Text-Console im Internet? Die Chinesischen Netbooks auf den Messen haben mir wegen der Tastaturen bisher nicht gefallen.

  • Am 20. Oktober 2008 um 09:40 von Paranoyd

    Schoener Artikel
    Eine schöne Übersicht habt ihr da zusammengestellt. Technische Infos, Bild und Videomaterial und ausführliche Testberichte findet ihr auf parabook.de – der ultimative netbook blog.

  • Am 8. November 2008 um 23:20 von psdv2

    Bluetooth und 3G "nachrüsten"
    Beim ACER (und anderen) läßt sich mit einem Bluetooth-dongle für wenige Euro und einem UMTS Handy (hat ja "fast" jeder heute…) die gewünschte 3g-Geschwindigkeit im Netz problemlos nachrüsten.

    Dafür muß ich ja nicht unbedingt noch 100,- € beim Kaufpreis drauflegen, oder sehe ich das falsch?

  • Am 10. November 2008 um 10:41 von Daniel Schraeder

    Re: Bluetooth und 3G "nachrüsten"
    Hi,

    grundsätzlich ist das natürlich richtig – Dongle, Bluetooth-Handy und fertig ist die Laube. In der Praxis ist mir persönlich allerdings ein internes HSDPA-Modem lieber, denn es steckt nichts außen am Gehäuse, was ich vergessen oder abbrechen kann (ich habe schon diverse PC-Cards durch Anheben des Notebooks an einer Seite gekillt, daher die Vorsicht ;-).

    Allerdings komme ich so nicht auf den vollen, theoretisch möglichen Datendurchsatz. Selbst, wenn sowohl Handy als auch Bluetooth-Dongle den Standard 2.1 EDR unterstützen, kommen die Daten mit bis zu 7,2 Megabit aus dem Mobilfunknetz ans Handy, werden via Bluetooth allerdings mit maximal 2,1 Megabit an das Netbook weitergeleitet.

    Den Geschwindigkeitsfaktor kann man allerdings auch vernachlässigen – denn den vollen Speed erreicht man vermutlich weder im ICE noch im Biergarten.

    Beste Grüße 🙂
    Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 18. November 2008 um 10:02 von Mojo

    Lenovo S10
    Was sie zum Lenovo geschrieben haben ist grundsätzlich richtig, jedoch ist das 10 Zoll Nebook in Deutschland mit einem 6 Zellen Akku ausgerüstet und mit 4,8 Ah. Damit sollen laut hersteller 5 Stunden erreicht werden.
    Erhältlich sind diese hier in deutschland ab 4. Dezember.
    Außerdem gibt es auch eine Variante in der 1,5 GB DDR2 verbaut sind und welches dann mit Linux ausgestattet ist, Preis liegt dann bei dem bei 329€. Normale Modell mit 1 GB und XP kostet 349€.

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