Funktionsumfang

Im E72 steckt ein 260-MHz-Prozessor. Diese niedrige Taktrate ist deutlich spürbar. Sind zwei oder drei Anwendungen geöffnet, und es soll noch eine weitere dazukommen, erscheint sofort das „Bitte warten“-Symbol von Windows Mobile. Windows Mobile 6 Standard schließt die Anwendungen nicht, wenn sie im Hintergrund laufen. Soll das E72 also so schnell und effizient wie möglich arbeiten, muss der Benutzer immer wieder in den Task-Manager wechseln und eventuell geöffnete Anwendungen deaktivieren. Wer häufig mehrere Programme gleichzeitig benutzt, muss diesen Vorgang regelmäßig wiederholen.

Das E72 verfügt zudem über einen ziemlich kleinen Speicher. Mit 128 MByte ROM und 64 MByte RAM hat das im Test verwendete Modell nach einem Hard Reset nur noch 26 MByte Speicher frei. Wer damit nicht auskommt, der kann zusätzlich den microSD-Kartensteckplatz unter der Akkuabdeckung nutzen. Er akzeptiert Speichermedien bis zu 2 GByte Größe.

Das Smartphone unterstützt Quadband-GSM mit GPRS/EDGE, aber leider kein UMTS für eine schnellere Datenübertragung. Aber sowohl Bluetooth 2.0 als auch WLAN 802.11b/g sind mit an Bord. Ein Shortcut-Symbol auf dem „Windows Mobile Heute“-Bildschirm öffnet den Comm-Manager. Dort lassen sich die Drahtlos-Features und auch die SIM-Karte selbst nach Belieben ein- und ausschalten.

BenQ hat einige Änderungen vorgenommen, so dass sich Windows Mobile etwas anders darstellt und auch anders anfühlt als gewöhnlich. An der Oberseite des Heute-Bildschirms sind BenQs eigene, große Symbole untergebracht. Sie gewähren Zugriff auf die fünf zuletzt genutzten Anwendungen. Darunter befindet sich der Comm-Manager-Shortcut. Eine Ebene tiefer liegen ein paar weitere Shortcuts zu den Rubriken „Kalender“ und „Aufgaben“. Dank einer Programmleiste gelangt der Nutzer schnell zu einigen der wichtigsten Anwendungen auf dem Gerät. Am unteren Rand des Heute-Bildschirms gibt es schließlich die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Profilen zu wechseln.

Office Mobile findet BenQ offensichtlich nicht so wichtig. Zur Bearbeitung von Excel- oder Word-Dokumenten müssen also Anwendungen von Drittanbietern installiert werden. Doch aufgrund des winzigen Displays erscheint das sowieso kaum sinnvoll.

Es gibt noch einige zusätzliche Anwendungen. Darunter findet sich etwa Mundu, ein gemeinschaftlicher IM-Client für alle Kontakte aus MSN Messenger, Gtalk, Yahoo, ICQ, AOL und Jabber. Außerdem ist eine Version von Fizz Traveller installiert. Sie beinhaltet eine Weltzeituhr, eine Reisecheckliste, einen Währungsrechner und aktuelle Wetterprognosen.

Auf der Rückseite des E72 befindet sich eine 2-Megapixel-Kamera. Aber ohne Blitz und Spiegel für Selbstporträts ist ihre Funktionalität doch recht eingeschränkt.

Performance

Laut Herstellerangaben reicht der 900-mAh-Akku für bis zu vier Stunden Sprechzeit beziehungsweise 180 Stunden im Stand-by-Modus. Im Test erlaubt eine volle Akkuladung knapp fünf Stunden Musikwiedergabe ohne Unterbrechung. Das ist eine durchaus ordentliche Leistung.

Der lahme 260-MHz-Prozessor dürfte nicht zu den besonders großen Stromfressern gehören – denn viel leistet er nicht. Doch er stellt nur für diejenigen wirklich eine Einsschränkung dar, die häufig mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen lassen. Wer nicht ständig zwischen mehreren geöffneten Programmen hin- und herwechselt, kann sich mit der etwas lahmen Reaktionszeit sicher arrangieren.

Fazit

Es ist erfreulich, dass ein Unternehmen einmal anders mit Windows Mobile umgeht. Mit dem E72 beweist BenQ Originalität hinsichtlich Hardware und Software. Ein schnellerer Prozessor, ein größeres Display, mehr Speicherplatz und Office Mobile wären aber schon angenehm. Das würde die Attraktivität des E72 noch deutlich erhöhen. So wie es ist, spricht das Smartphone wohl nur einen kleineren Kreis von semi-professionellen Nutzern an.

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